Sonntagsmatinée: Schneewittchen in der Klosterkirche

Von: brs
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Großartiger Gesang, minimalistische Requisiten, beste Unterhaltung: Der Overbacher Kammerchor unter Leitung von Kerry Jago (im Mantel). Foto: B. Sylvester

Barmen. „Spieglein, Spieglein, an der Wand…“ Wer die Schönste im ganzen Land ist, weiß nicht nur Schneewittchens Stiefmutter, die böse Königin. Mit einem der bekanntesten Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm lockte die Overbacher Sonntagsmatinée in die Klosterkirche.

Und das Publikum kam in Scharen. Schon vor dem Ende der vorhergehenden Messe standen die Zuhörer Schlange im Treppenhaus. So durften Kerry Jago und der Overbacher Kammerchor sich über ein fast vollbesetztes Haus freuen, dem sie ihre Version des Märchenklassikers, nämlich „Das Mozärtliche Schneewittchen“ präsentierten.

Das gelungene Potpourri aus Melodien des genialen Komponisten, einer guten Portion Humor, den von Pater Josef Költringer beinahe schon trocken aber doch mit hörbarem Augenzwinkern vorgetragenen Erzählungen und vor allem dem eindrucksvollen Chorgesang erntete schlussendlich reichlichen, wohlverdienten Applaus.

Als Einleitung dem szenisch vorgetragenen A-Capella-Märchen vorangestellt, boten Dr. Marion Esser und Marion Armbruster ein solistisches Kontrastprogramm. „Wir haben uns gedacht, Mozart ist so schön, darum gibt es noch zwei Stücke vorneweg“, begrüßte Kerry Jago sein Publikum. Sowohl die eher fröhliche Arie aus Figaros Hochzeit, die ebenfalls die Liebe zum Thema hatte, als auch das tragisch-traurige „Io ti lascio“, einfühlsam von Erik Noller am Klavier begleitet, zauberten etwas wie Opernflair in die Overbacher Klosterkirche.

Doch dann, einige wenige Handgriffe weiter, verwandelten sich Sängerinnen und Bühne und Schneewittchen bekam ihren Auftritt: Ein glitzerndes Diadem im Haar machte aus Sänger Dieter Werner im Handumdrehen eine böse Königin, Nadine Langen – gleichermaßen bekrönt – übernahm die Rolle des ebenso hübschen wie naiven Schneewittchens. Aus Marion Armbruster, Andreas Biel und Chorleiter Kerry Jago wurden, roten Zipfelmützen sei Dank, mal schnell ein paar Zwerge. Zu guter Letzt, in Mantel und Pelzkragen gekleidet, durfte Jago als verliebter Prinz das holde Schneewittchen aus dem vergifteten Schlummer erretten.

Und die Moral von der Geschicht‘? „Der Prinz um das Schneewittchen wirbt, die Königin vor Ärger stirbt.“

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