Jackerath - Sonnenklare Geschäftsidee: Jackerather reinigen Photovoltaik-Anlagen

Sonnenklare Geschäftsidee: Jackerather reinigen Photovoltaik-Anlagen

Von: Volker Uerlings
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Rainer Schmitz kommt hoch hina
Rainer Schmitz kommt hoch hinaus. Der Jackerather hat eine Reinigungsanlage für Photovoltaikanlagen entwickelt und reichlich zu tun - wie hier bei Stetternich.

Jackerath. Angeblich gibt es ja nichts, was es nicht gibt. Aber die berühmten Ausnahmen bestätigen so manche Regel. Und eine Reinigungsmaschine für Photovoltaikanlagen gibt es so eben noch nicht, wie sie der Jackerather Rainer Schmitz (39) entwickeln ließ.

Das beeindruckende Gefährt ist von allen Stellen (z.B. TÜV) geprüft, patentiert und hat sich auch in der Praxis bewährt. Die von Schmitz gegründete Solarfresh GmbH & Co. KG putzt nun Panels und hat alle Bürsten voll zu tun.

Die Reinigung der Solarmodule ist kein ästhetischer Selbstzweck, sondern erhöht nach Angaben des Firmengründers die Einspeisevergütung. Vier bis acht Prozent Mehrertrag beim Vergleich vor und nach der Säuberung sind laut Rainer Schmitz realistisch und lassen demnach auch den Strom-Einspeisezähler strahlen. Der Jackerather weiß, wovon er spricht. Auch er hat einige Photovoltaik-Anlagen bauen lassen und die Theorie vernommen, dass sich die Module durch den Regen und die Neigung praktisch selbst reinigen. Diese Aussagen fand Rainer Schmitz bei genauem Hinsehen nicht bestätigt.

Vor allem an den Kanten der Einzelmodule setzen sich im Laufe der Zeit feine Verunreinigungen wie Staub, Pollen, Insekten, aber eben auch hartnäckiger Schmutz wie Moos, Flechten, Vogelkot oder Ruß von Kaminen oder Heizungsanlagen fest. „Wenn man zwei oder drei Jahre alte Anlagen näher betrachtet, sieht man das ganz genau”, hat der 39-Jährige festgestellt - und kam auf die Geschäftsidee, die eigentlich „sonnenklar” scheint.

Der Inhaber einer Versicherungsagentur sah sich um und fand vorwiegend Reinigungsangebote mit einem Teleskopbesen. „Sie können ja mal versuchen, mit einem zehn Meter langen Besen einen Hof zu fegen...”, schmunzelt der Mann, der auf einem Bauernhof zu Hause ist. Und fügt hinzu: „Es ist besser als nichts, aber nicht gründlich.”

Mit Spezialfirmen entwickelte er einen Prototypen. An einem Teleskopstapler (Typ: „Manitu”), der auf eine seitliche Reichweite von stattlichen 25 Metern kommt, befindet sich die acht Meter lange Reinigungseinheit. Diese Reichweite hat bislang noch jedes Hindernis wie Vorgärten oder vorgelagerte Gebäude überwinden können.

Die eigentliche Technik steckt im Ausleger, an dessen Ende sich zwei gegenläufige Rundbürsten befinden. Eine Druckerhöhungspumpe speist zwei Wasserkreisläufe mit dem feuchten Nass, das unbedingt gebraucht und dem „biologisch abbaubares” Reinigungsmittel zugesetzt wird. Und über den Bürsten befindet sich eine Wasserdüsen-Einheit, die den gelösten Schmutz gleich wegspült.

Der Ausleger wird über eine Arbeitsbühne gesteuert und ist so konstruiert, dass das Gerät sanft auf den Modulen aufsetzt und sich praktisch an jede Dachneigung „anschmiegt”. Gewünschter Nebeneffekt: Die Dächer müssen nicht betreten werden. „Der Vorher-/Nachher-Effekt hat bislang jeden überzeugt”, sagt Rainer Schmitz, der seine Reinigungsmaschine bei passender Gelegenheit vorstellt - so auch heute und morgen beim Wiesenfest auf Gut Hommelsheim zwischen Eschweiler ü. F. und Frauwüllesheim in der Gemeinde Nörvenich (Samstag ab 12, Sonntag ab 10 Uhr).

Die Reinigung empfiehlt der Gründer (www.solarfresh.de) jährlich, damit der Wirkungsgrad der Photovoltaik-Anlagen beständig gut bleibt. Die Preise der Dienstleistung richten sich nach der Anlagengröße; besonders günstig sind natürlich große Flächen auf zum Beispiel Hallendächern.

Aber auch die Anlagen auf Einfamilienhausdächern reinigt Schmitz. Meist tun sich dann Nachbarn aus einem Ort oder einer Straße zusammen, damit es sich für alle rechnet. Technische Verfeinerungen der „Bürsten des Manitu” sind gedanklich schon in Arbeit. Außerdem will Schmitz bald Jobs schaffen. Seine Idee wurde bereits mit dem RWE-Klimaschutzpreis ausgezeichnet.
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