Sommerkonzert in Zitadelle das pure Vergnügen

Von: Hilde Viehöfer
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Das Collegium Musicum und die Solistin Kathrin ten Hagen boten beim Sommerkonzert im PZ der Zitadelle einen wahren Hörgenuss. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Ein spielfreudiges Collegium Musicum und eine Solistin von Weltklasse begeisterten im PZ der Zitadelle ihr Jülicher Publikum mit drei Werken, die perfekt zu einem Sommerkonzert passten.

Schon die Einstimmung mit G. Rossinis Ouvertüre zur Oper „Die Italienerin in Algier“ wurde zum Ohrenschmaus. Eingeleitet mit einem perfekt andirigierten und sauber ausgeführten Pizzicato, schwelgenden Melodiethemen der Oper und klangvoll ausgespielten Bläsersoli wurde dieser Programmpunkt zur Visitenkarte des Orchesterleiters Peter Sauerwein und seiner Musiker.

Die bereits durch zwei erfolgreiche Konzerte in Jülich bekannte Solistin Kathrin ten Hagen musizierte an diesem Abend das Konzert für Violine und Orchester D-Dur von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Das von Geigenvirtuosen der Zeit zunächst als unspielbar eingestufte Werk wurde zur beliebten Konzertliteratur, wobei es jedoch für den Solisten immer wieder eine große Herausforderung darstellt. Das Konzert wurde auch an diesem Abend zu einem Glanzstück der romantischen Konzertliteratur.

Der französischen Tradition verbunden, zeigt es doch den charaktervollen, eigenen Stil Tschaikowskis. An diesem schönen Sommerabend war es für die Zuhörer pures Vergnügen, sich der immer wieder schwelgend auflebenden Melodie des Hauptthemas hinzugeben, dem fast überirdisch klaren, reinen Ton der Violine zu lauschen. Die Solistin Kathrin ten Hagen beherrschte die Technik ihres Instrumentes so souverän, dass ihr Spiel sich voll den Klängen und der Schönheit des Tons hingeben konnte. Strahlender Glanz auch im Orchesterspiel. Die Musiker begleiteten im 2. Satz behutsam und einfühlsam die „Canzonetta“, das schöne Lied, das von der Geige in betörender Klangschönheit gespielt, in die Traumwelt der Musik entführte. Das temperamentvolle Finale gab der Solistin noch einmal Gelegenheit, ihre geigerische Virtuosität zu beweisen. Die Orchestermusiker arbeiteten die beiden russisch profilierten Themen des 3. Satzes charmant und temperamentvoll in ihren vielfältigen Varianten zu einem strahlenden Ausklang aus.

Im zweiten Konzertteil folgte von Ludwig van Beethoven die Sinfonie Nr. 6, F-Dur, die „Pastorale“. Die Volkstümlichkeit ihrer Thematik und die Tonmalereien machen den Charme dieses Werkes aus. Die Sätze haben programmatische Überschriften: „Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande“, „Szene am Bach“, „Lustiges Zusammensein der Landleute“, „Gewitter, Sturm“, „Hirtengesang, frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm“. Vorstellungen und Empfindungen werden beim Zuhörer geweckt, ohne dass die Musik ein konkretes Programm verfolgt. Die Grenzen des absolut Musikalischen werden jedoch nicht verlassen.

Dem friedvollen Hauptthema des ersten Satzes folgen die instrumental reizvollen Klänge der Vögel am Bach, die Tanzlieder im Dorf, das furchterregende Schwirren und Seufzen in den Geigen, als das Unwetter heranzieht, das Toben der Naturgewalten und die Ruhe und Erleichterung nach dem Sturm. Peter Sauerwein erarbeitete mit den Musikern eine werkgetreue Aufführung, die für alle In­strumentengruppen besonders reizvolle Aufgaben beinhaltete. Glanzvolle Bläsersoli, klangvolle Streicherpassagen mit großer Leuchtkraft und große Musizierfreude zeichneten das Collegium Musicum aus.

Mit großem Applaus dankte das Publikum für einen großartigen Konzertabend.

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