Jülich - Sollen Bäume auf Markplatz gefällt werden?

Sollen Bäume auf Markplatz gefällt werden?

Von: hfs.
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Die Spielgeräte sollen bei der Umgestaltung des Marktplatzes umgesetzt werden. Auch sollen einige Plantanen gefällt und alle Beetumrandungen entfernt werden. Foto: hfs.

Jülich. Bäume sollen auf dem Jülicher Marktplatz gefällt werden. Die dortigen Platanen behindern nach Ansicht einer „Marktplatzkommission“ die Nutzbarkeit. Das Erscheinungsbild der Fläche müsse verbessert werden, der freie Blick auf die dortigen Geschäfte gewährleistet sein, fordert sie.

„Es wird einen Aufschrei geben, wenn die Bäume gefällt werden.“ Dies prognostizierte auf der jüngsten Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss Dr. Lutz Baumgarten von den Grünen. Auf der Tagesordnung stand die Neugestaltung des Marktplatzes. Unter Leitung des Ausschuss-Vorsitzenden Erich Gussen war die Kommission zu der Auffassung gelangt, dass Handlungsbedarf bestehe.

„Ohne großen Investitionsaufwand können Verbesserungen herbei geführt werden“, betonte Gussen. Das Konzept stößt insbesondere bei den Grünen teilweise auf Ablehnung. Einig ist man sich, dass die stählernen Beetumrandungen – „Dies sind reine Stolperfallen“ – inklusive der innenliegenden Bepflanzungen entfernt werden und diese mittels Baumrosten überfahrbar gemacht werden sollen. Aber dass Bäume gefällt werden sollen, daran scheiden sich die Geister. Zuerst einmal sollen die vier Bäume, die am Zugang zur Markt- bzw. Düsseldorfer Straße stehen, entfernt werden. Ebenfalls sollen aus der Baumreihe vor der Aachener Bank der mittlere Baum sowie aus der gegenüberliegenden Reihe insgesamt drei Platanen entfernt werden. Die dann freiliegenden Flächen sollen mit roten Klinkern gepflastert werden. „Denn das typische Jülicher Pflaster gibt es schon lange nicht mehr, alle Vorräte sind aufgebraucht“, erklärte der Leiter des Tiefbauamtes, Robert Helgers, als ebenfalls aus den Reihen der Grünen die Anregung kam, die mit schwarzem Asphalt geflickten Stellen auf dem Marktplatz fachgerecht auszubessern. Dass auch bedingt durch die Abholzaktion Bänke verschoben werden müssen, sei klar, meinte Gussen. Und er berief sich darauf, dass „diese einfachen Maßnahmen“ vorwiegend Zustimmung in den Fraktionen gefunden hätten.

Dass mit der Baumfällaktion „Durchlässigkeit“ erreicht, der Blick in die Düsseldorfer Straße bzw. Kleine Rurstraße ermöglicht werde, bedeutet nach Meinung der Grünen allerdings „keine Belebung und Verbesserung für den Marktplatz.“

Lau dem Fraktionsvorsitzenden Jürgen Laufs haben 80 Prozent aller anliegenden Geschäftsleute und Marktbeschicker der Fällaktion widersprochen. Sie befürworteten allenfalls, die Kronen der Bäume Satteldach-ähnlich zu beschneiden, was zugegebenermaßen einen erheblich vergrößerten Pflegeumfang nach sich ziehen würde. Dies jedoch, so Beigeordneter Martin Schulz, sei nach Informationen von Fachleuten nicht mehr möglich.

Wie nun endgültig verfahren wird, darüber muss nun der Stadtrat entscheiden. Er könnte die Neugestaltung des Schlossplatzes abnicken. Denn die entsprechenden Mittel in Höhe von 60000 Euro sind in dem genehmigten Haushalt der Stadt bereits eingestellt.

Wie der Rat bereits beschlossen hat, soll der Schlossplatz dauerhaft als Veranstaltungsort genutzt werden. Hierzu sei es erforderlich, die zur Nutzung freigegebenen Grünflächen – wie zum Beispiel für Weinfest, Kunsthandwerker- und Weihnachtsmarkt, Zeltdisco an Weiberfastnacht – zu ertüchtigen.

Vor Jahren schon gemacht

„Quasi wird das gemacht, was wir bereits vor vielen Jahren gemacht haben“, erläuterte Robert Helgers auf Nachfrage. Denn es ist vorgesehen, die entsprechend genutzten Grünflächen im Innenbereich sowie die Randstreifen mit Schotterrasen zu versehen. „Was damals gemacht wurde, ist heute nicht mehr zu erkennen. Denn es fand eine Vermischung der jeweiligen Schichten statt, die obere Schicht ist über die Jahre zerfurcht worden“, erläuterte Helgers. Der Schotterrasen soll weniger das saftige Parkgrün ersetzen, „sondern vielmehr die Benutzung durch Fahrzeuge gewährleisten“.

Die entsprechenden Arbeiten sollen im Frühjahr, auf jeden Fall nach Karneval, durchgeführt werden. „In zwei Wochen ist alles erledigt“, so der Amtsleiter. Auch sollen die Sitzmöglichkeiten erneuert und hölzerne Kübel bepflanzt werden. Auch hierfür sind die Finanzmittel bereits bewilligt und im Haushalt 2013 eingestellt worden. Die Umsetzung erfolgt aber erst im Frühjahr.

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