Inden/Altdorf - Solidargemeinschaft wächst in elf Jahren um über 50 Prozent

Solidargemeinschaft wächst in elf Jahren um über 50 Prozent

Von: ptj
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Der „Kleine Kreisverbandstag“ des VdK-Kreisverbandes Düren im Geuenicher Hof in Inden/Altdorf. Foto: Jagodzinska

Inden/Altdorf. Die überwiegende Zahl der Neumitglieder in der Solidargemeinschaft VdK, die vor 65 Jahren von Kriegsopfern gegründet wurde, will im Sozialrecht vertreten werden. Dass ging aus dem Geschäftsbericht des VdK-Kreisverbandes hervor, den Vize Willi Esser für den Vorsitzenden Matthias Walldorf beim Kleinen Kreisverbandstag im Geuenicher Hof verlas.

Rat gesucht wird vor allem im Rentenrecht, aber auch in den Bereichen des Schwerbehindertenrechts und in Entscheidungen der Pflegekassen. Der Mitgliederzuwachs ist beträchtlich: 2001 verzeichnete der Kreisverband mit seinen aktuell 23 Ortsverbänden 4024 Mitglieder, 2012 war die Zahl auf 6210 angewachsen.

Diese Tatsache spiegelt eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des Verbandes und seiner Mitarbeiter vor Ort wider. Für das Jahr 2012 sind 311 Mitglieder neu hinzugekommen, gleichzeitig verlor der Sozialverband 499 Personen. Neben Sterbefällen und Umzügen beklagt der VdK zahlreiche Austritte, und zwar „nachdem die persönlichen Angelegenheiten durch einen nicht unerheblichen Aufwand durch die hauptamtlichen Kräfte des Sozialverbandes erledigt wurden“.

Der VdK als „Dienstleister“

Der Solidaritätsgedanke sei leider in der schnelllebigen Gesellschaft weitestgehend abhanden gekommen. Angesehen werde der VdK als Dienstleister, „bei dem man zeitlich begrenzt entsprechende Leistungen einkaufen kann“.

Ausdrücklich betonte Esser in diesem Zusammenhang „vielfach überzogene Härten und Ungereimtheiten der Politik“, wie Leistungen nach Kassenlage, Geschenke und Zuwendungen an die „Lobbyistenfraktion“. Dies bringe natürlich neue Mitglieder, führe aber auch zu zusätzlichen Arbeiten innerhalb der Kreisgeschäftsstelle, die „nur durch ein bis an die Belastungsgrenze gehendes Engagement aller Mitarbeiter im Interesse der Mitglieder erledigt werden“ könne. Durch dieses ehrenamtliche Engagement, das beim Kreisverband Düren an erster Stelle stehe, konnte bisher der mit nicht geringen Kosten (50.000 bis 60.000 Euro Jahresgehalt) verbundene hauptamtliche Geschäftsführer eingespart werden.

Mehr als fraglich sei allerdings, ob das längerfristig möglich ist, weil immer weniger Ehrenamtler für ein längeres und regelmäßiges Engagement zu finden seien. Ohne Rückendeckung und Absicherung durch den Landesverband kann und will sich der Kreisverband nach Bekunden von Kreisverbandskassierer Hans Schüller eine Investition in einen ausgebildeten Juristen als Kreisgeschäftsführer vorerst nicht leisten, jedoch vorausschauend Rücklagen bilden. Ab Jahresbeginn 2014 wird der monatliche Mitgliedsbeitrag von 4,50 Euro auf 5 Euro pro Monat und Mitglied erhöht – das ist die erste Beitragserhöhung nach fünf Jahren. Von diesen gewonnenen 50 Cent gehen 30 Cent an den Landesverband, der damit ferner in den Ausbau von Schulungsräumen und eine verbesserte Medienarbeit investieren will. Die restlichen 20 Cent will der Kreisverband in besagte Rücklagen investieren.

Weil verschiedene Ortsverbände bislang keine Mitglieder zur Übernahme von Vorstandsfunktionen gefunden haben, ist zukünftig mit einer weiteren Reduzierung der Anzahl selbstständiger Ortsvereine (OV) zu rechnen. So haben sich die Mitglieder des VdK-Ortsverbandes Körrenzig zum Jahresanfang dem OV Rödingen-Höllen angeschlossen.

Ortsvereine ohne Vorstandsarbeit

Weil vor Ort keine eigene Vorstandsarbeit mehr möglich war, werden die Ortsvereine Düren, Derichsweiler und Nörvenich zurzeit durch den Kreisverband verwaltet. Esser bedauerte die Tendenz, dass vereinzelt benachbarte und noch funktionsfähige VdK-Ortsverbände nicht bereit sein, solchermaßen „verwaiste“ Mitglieder in ihren Verband aufzunehmen.

Des Weiteren sehen sich die Kreisgeschäftsstelle und der Vorstand als „Servicestelle“ für die Ortsverbände. Zur Lösung solcherlei Probleme sei mittelfristig der Landesverband gefordert. Positiv herausgestellt wurden die bis auf wenige Ausnahmen ganzjährig durchgehend geöffnete Geschäftsstelle des Kreisverbandes.

Besonderen Applaus verdiente die Tatsache, dass seit elf Jahren die Busunternehmen Loevenich und Langen auf ihren Linienbussen im Nord- und Südkreis Werbeflächen für den VdK zur Verfügung stellen. Diskutiert wurde in Inden/Altdorf ferner die Barrierefreiheit, für die sich der Verband seit Jahren stark engagiert. Auch, wenn „hier aus finanziellen Gründen ein langer Atem erforderlich ist“, setzt sich der Sozialverband für eine völlige Barrierefreiheit ein.

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