Solare Entsalzungsanlage aus Jülich sorgt in Marokko für sauberes Wasser

Von: Kr.
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Über den Zuwendungsbescheid für Qanat, eine Wasserqualitätsverbesserungsanlage für Marokko, den der parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (2.v. links) mitbrachte, freuten sich Prof. Ulf Hermann (links), Prof Spiros Alexopoulos, (3.v links) Kanzler Volker Stempel (2.v. rechts) und Prof. Klemens Schwarzer (rechts) vom Ingenieurbüro für Energie und Umwelttechnik. Foto: Kròl

Jülich. Ein gern gesehener Gast ist der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel MdB zwar stets am Solar Institut der Fachhochschule in Jülich, doch wenn er zudem einen Förderbescheid in der Tasche hat, ist sein Besuch besonders willkommen.

Herzlich hieß FH-Kanzler Volker Stempel den Gast aus Berlin willkommen, der einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 100.000 Euro für das Projekt „Qanat“ mitbrachte. Qanat aus dem arabischen übersetzt bedeutet Kanal und steht für die Verbesserung der Wasserqualität mit Hilfe einer solaren Entsalzungsanlage. Damit ist eigentlich alles gesagt.

Das Solar Institut in Jülich (SIJ)arbeitet in Kooperation mit der Mohamed Premier Universität in Oujda nahe der algerischen Grenze und dem Jülicher Ingenieurbüro für Energie und Umwelttechnik an dieser solaren Demonstrationsanlage, die in Oujda gebaut werden und damit für 50 Familien frisches Trinkwasser sicherstellen soll.

Fünf Brunnen befinden sich in der Nähe, doch sie alle sind zu salzhaltig, um als Trinkwasser und in der Landwirtschaft genutzt zu werden.

Projekt verfolgt mehrere Ziele

Die Demonstrationsanlage soll mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll den Menschen gutes Trinkwasser geliefert werden, doch auch die Kooperation mit Marokko gestärkt sowie Ausbildung und Arbeitsplätze geschaffen werden, denn auch die Verwertung der Anlage hat man bereits im Blick. Damit soll den jungen Menschen vor Ort eine neue Perspektive eröffnet werden.

Als das SIJ im Februar 2016 den Projektantrag einreichte, überzeugte es die zuständige Kommission von der Sinnhaftigkeit. „Die Thematik zählt zu den größten Problemen der Menschheit. Eine halbe Milliarde Menschen leidet ganzjährig unter Wasserknappheit“, erinnerte Prof. Ulf Hermann bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids und er wundert sich, dass so wenig an dieser Problem gearbeitet wird. Hier könne das SIJ einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten, zumal die Produktentwicklung eingeschlossen sei. Er stellte noch kurz die Arbeit vor, die am Solar Institut geleistet wird.

Projektleiter Prof. Spiros Alexopoulos ging auf Einzelheiten des Projekts ein. „Da wird aus einer kleinen Pflanze ein Blumenbeet“, hatte Thomas Rachel festgestellt. „Es zeigt auch, dass wir in einem globalen Dorf leben. Wir haben nur eine Erde, deren Ressourcen wir schonen müssen. Hier wird lokal erdacht und global gehandelt“.

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