Skulpturenweg: Beitrag der Förderschüler geklaut

Von: ojo
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Linnich. Auch Kunst ist vergänglich. Diese These unterstreicht auf traurige Weise einmal mehr ein Vorfall in Linnich. Buchstäblich über Nacht verschwand ein Beitrag zum Skulpturenweg, der seit Jahren fester Bestandteil des Linnicher Kultursommers ist.

Dem Kunstwerk der Förderschule wurde möglicherweise zum Verhängnis, dass es bereits zwei Wochen vor der eigentlichen Eröffnung des Skulpturenwegs installiert wurde. Aus verständlichem Grund: Die Krokodilgruppe, die im Kunstunterricht den Beitrag zu dem Konzept „Kunst im öffentlichen Raum” kreiert hatte, wollte natürlich zum Schuljahresende fertig sein.

Mit Hilfe ihrer Betreuerinnen hatten die jungen Künstler ihr Werk unmittelbar vor den Sommerferien im Geäst eines Baumes im Uferbereich der Rur angebracht. Ein hübscher Platz, der von der Heinrich-Weitz-Brücke gut einsehbar ist.

„Sieben schöne Quader aus Holz, die mit Motiven der letzten Fußballeuropameisterschaft und in freier Malerei gestaltet waren”, beschreiben Bina und Wilfried Theisen, die geistigen Eltern des Skulpturenwegs, das Werk der Schüler.

Lange blieb die Installation nicht an ihren Platz. Am vergangenen Wochenende schon wurde die bunten Holzquader abmontiert und verschwanden. Nur einige Stäbe und die Befestigungsseile blieben zurück. „Die Spuren lassen vermuten, dass die Skulpturen mit Stöcken heruntergeschlagen wurden”, schildern Bina und Wilfried Theisen. „Wir haben den gesamten Bereich abgesucht, aber außer Seilen nichts gefunden.”

Da vor Ort keine Spuren von Zerstörung zu entdecken waren, gehen die Initiatoren des Skulpturenwegs davon aus, dass die Quader mitgenommen wurden. „Vielleicht hat einer der Anwohner oder ein Spaziergänger etwas von der Tat oder den Tätern gesehen”, setzen sie auf die Mithilfe der Bevölkerung. Hinweise können telefonisch unter der Nummer 02462/904207 gegeben werden oder per Email an die Adresse info@skulpturenweg.com geschickt werden.

Außer aufrichtigem Dank der Künstler wird dem Hinweisgeber freilich keine üppige Belohnung winken. Wie der Kultursommer überhaupt ist auch der Skulpturenweg eine Aktion, die von ehrenamtlichem Engagement getragen und nur durch Sponsorengelder finanziell abgefangen wird. Das Ehepaar Theisen will Hinweise auf andere Art vergelten: „Wir werden die Person zum Kunstschmaus, der im Rahmen des Kultursommers im Glasmalerei-Museum stattfindet, einladen.”

Diese Form von Kunstraub hat sich nicht zum ersten Mal während des Kultursommers ereignet. Vor einigen Jahren war Wilfried Theisen selbst der Bestohlene. An vielen Stellen der Stadt hatte er seine Lattomanen platziert.

Lebensgroße „Strichmännchen” aus weißen Holzlatten, die dank der eingebauten Arm-, Knie- und Beckenscharniere in unterschiedlichen Positionen das Straßenbild bereicherten. Von diesen Lattomanen verschwanden etliche, ohne dass man noch eine Spur von ihnen fand.

In der kommenden Woche werden die übrigen Beschicker des Skulpturenwegs ihre Werke installieren, um am Samstag, 21. Juli, dessen Eröffnung zu feiern. Nach dem jetzigen Vorfall dürften sie dem an sich so positiv besetzten Ereignis mit einem mulmigen Gefühl entgegensehen. Nachvollziehbar wäre es.
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