Ska-Festival: Fans feiern einen besonderen Musikstil

Von: bro
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„The Ups ‘n‘ Downs“ machen ihrem Namen alle Ehre und verwandeln den Ska in ein rhythmisches Auf und Ab. Foto: Laura Broderius

Jülich. Erinnerungen an die 80er Jahre, in der die in Jamaika entstandene Musikrichtung Ska erstmals in Deutschland aufkam, wurden im Kulturbahnhof Jülich im Rahmen des Ska-Festivals geweckt. Rhythmen, die Elemente aus Rock, Pop, Funk, Swing, Reggae oder Jazz vereinen, brachten die Wände an diesem Abend zum Beben und ließen Zuhörer mitklatschen oder -tanzen.

Zwei Bands aus Aachen bildeten den Auftakt, ehe eine der ersten deutschen Bands dieser Musikrichtung – auch als „Jülicher Ska-Legende“ bezeichnet – die Bühne eroberte: „The Blue Beat“.

„The Ups ‘n‘ Downs“ waren die wohl jüngste Formation des Abends. Als ehemalige Mitglieder der „Quicksteps“ wollten Sänger Heiko Wätjen und Bassist Sasha Sirovika im Herbst 2014 nach längerer Pause mal wieder „zum Spaß“ Ska-Songs schreiben. Kurze Zeit später standen sie mit Sängerin Agnes Molnar, Saxophonist Boris Bansbach, Gitarrist Thomas Karolzyk, Keyboarder Moritz Schippers, Posaunist Thomas Grüne und Schlagzeuger Bernd vom Dorp auf der Bühne und „The Ups ‘n‘ Downs“ waren geboren. Seitdem treten sie regelmäßig auf und beweisen vor allem eines: Ihre Musik ist tanzbar! Mit viel Groove und Bewegung verpasste die Band dem Ska seinen eigenen Schliff und heizte dem KuBa ordentlich ein.

„The Quicksteps“ folgten dem Beispiel und gingen mit Elan an ihre Aufgabe: Mit dem Publikum eine stimmungsvolle Ska-Party zu feiern und dabei nichts anbrennen zu lassen. Mit den Sängern Georg Rouette und Tobi Campmann, Schlagzeuger Holger Bergmann, Gitarrist Martin Büsen, Bassist Dirk Meiencke, Hammond-Organist Jens Löhring, den beiden Saxophonisten Bernd Simons und Marc Radermacher, Posaunist Sebastian Schaber und Trompeter Florian Esser sind sie die größte der drei Gruppen und verursachten eine entsprechende Klangkulisse. 1999 hat sich die Formation aus den Mitgliedern dreier Aachener Ska-Bands zusammengeschlossen, die seitdem neben den Auftritten in Deutschland auch durch Belgien, die Niederlande, Österreich, Tschechien und Frankreich tourte.

Die Band, bei der alles angefangen hatte, hob sich bis zum Schluss auf: „The Blue Beat“, die mit der Gründung 1982 den Ska mit nach Deutschland gebracht hatte. „Zu der Zeit damals gab es ganz viele Bands“, sagt der Jülicher Bürgermeister und Sänger der Band Axel Fuchs. „Man hat sich einfach getroffen und zusammen Musik gemacht.“ Mit Ska hob sich die Band vom „Mainstream“ ab und war damit außerordentlich erfolgreich: Mit sowohl nationalen als auch internationalen Auftritten wurden sie bekannt und veröffentlichten mehrere Alben.

Nach zahlreichen Umbesetzungen besteht die Band heute neben Sänger Axel Fuchs aus Baritonsaxophonist und Percussionist Ruth Grunenberg, Trompeter Reinhard Seifert, Tenorsaxophonist Christian Wuppermann, Gitarrist Ingo Becker, Keyboarder Marco Dix, Bassist Werner Plum und Schlagzeuger Jösch Erley.

Die Erwartungen der Zuhörer trafen „The Blue Beat“ auf den Punkt mit einer Mischung aus den Songs ihrer alten Alben wie „Fire“ oder „Safety Guard“. Die Auftritte der Band sind ein Privileg geworden: Der letzte war vor zwei Jahren. Alle Bandmitglieder gehen ihren eigenen beruflichen Weg und spielen nur noch ab und zu. „Wir haben für das Konzert nur sechsmal geprobt“, sagt Gründer und Gitarrist der Band Ingo Becker. Ob ihm denn damals nicht mal in den Sinn gekommen wäre, die Musik hauptberuflich zu machen?

„Doch, aber der Weg ist nicht der richtige. Der Stil war sehr unabhängig, auch etwas elitär und abgehoben. Damit spielt man nur für eine bestimmte Gruppe. Für die Massen und für unseren Lebensunterhalt zu spielen, war auch gar nicht unser Ziel. Musik ist wie Zähne putzen: Sie gehört einfach dazu, aber sie ist eben nicht alles.“

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