Singende Amateure: Die Kulleberger und ihre Fans

Von: THOMAS MAUER
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Der Schein trügt manchmal: Die Kulleberger lieben wohl Musikinstrumente, aber nur Frank (3. v. l.) spielt aktiv Keyboard. Die anderen überzeugen stimmlich. Foto: Mauer

Freialdenhoven. Vor dem Haus ist die Musik nur schwach zu hören, das Wohngebiet scheint eingeschlafen. Im Wohnzimmer jedoch dröhnen die Bässe, bilden Mikrokabel und Notenständer Stolperfallen, verlangt der Weg zum Sofa einige Übersicht.

Das Zuhause von Frank Kreies ist gespickt mit Instrumenten. Und in der Mitte stehen fünf Männer im gesetzten Alter und singen: die Kulleberger.

Die Musik verbindet die Truppe, zusammengeführt hat sie jedoch der Fußball. Begonnen hatte alles mit der alljährlichen Weihnachtsfeier bei der heimischen Borussia. Zum Programm gehörten und gehören musikalische Beiträge, meist als Playback. Die Begeisterung der Gäste und ein kompetenter Zuhörer gaben den Startschuss zur Gründung einer Band.

Als ausgebildeter Musiker mit Jahrzehnte langer Auftrittserfahrung erkannte Frank Kreies das Talent der singenden Amateure. „Die haben das gar nicht so schlecht gemacht.“ Ohne jegliche Ausbildung.

Die bekamen die ambitionierten Lothar, Michael, Günter, Dieter und Franz dann. Ein Jahr übte, probte und komponierte die Gruppe. „Das war am Anfang schon ein sehr ungewohnte Gefühl, in ein Mikrofon zu singen,“ erinnerte sich Michael Dohmen. Zustimmendes Nicken in der Runde. „Begonnen haben wir mit Vorsingen,“ unterstrich der musikalische Chef Frank Kreies und grinste breit.

Für die Gruppe stand und steht immer der Spaß im Vordergrund. Die Übungsabende am Freitag waren selten vor Mitternacht zu Ende. „Die haben auch schon morgens um drei richtig laut gesungen,“ wunderte sich Franks Ehefrau Angelika über den Langmut der Nachbarn.

Aber keiner von den Kulleberger hat einen weiten Heimweg. „Uns ist vor allem wichtig, dass wir alle aus dem Dorf kommen“, betonte Franz Weidinger. Das macht die Nachwuchsarbeit schwierig.

Inzwischen hat die Band Auftritte und Erfolge in ihrer Biografie. Zum 100. von Borussia Freialdenhoven, anlässlich von Karnevalssitzungen oder beim Indeland-Triathlon heimsten die sechs viel Beifall ein.

„Transport und den Aufbau machen wir selbst,“ betonte Günter Bradler. Damit sollen Pannen in der Anlage vermieden werden. Denn inzwischen gehört auch einiges Equipment zu der Band. Dennoch sind die Kulleberger derzeit noch günstig zu haben, eine Aufwandsentschädigung deckte nicht die Anschaffungskosten für Keyboard und Verstärkeranlage. Das Hobby zwingt jeden zum Monatsbeitrag in die gemeinsame Kasse. „Hin und wieder reicht das auch für einen Restaurantbesuch,“ sagte Dieter Hannes.

Inzwischen sind die Kulleberger in Freialdenhoven bekannt und dank der Beziehungen von Frank Kreies auch darüber hinaus.

Beinahe jeder in der Umgebung kennt sie und hört die Gruppe gerne. Kein Wunder, denn wenn die Männer erst einmal richtig losgelegt haben, gibt es für sie keine Halten mehr.

Im letzten Jahr nahmen die Auftritte deutlich zu, zum Jahresbeginn ist es ruhiger. „Eine Stunde können wir gut bestreiten,“ lächelte Lothar Offermanns selbstbewusst.

Und sie können und wollen auch manchmal Nein sagen. „Wir wollen vor allem uns den Spaß bewahren, denn das merken die Zuhörer,“ stellte Franz klar. „Bei den Auftritten singen die sehr bald alle mit.“

Sechs Männer, ein Keyboard, fünf Mikrofone und die Idee zu singen.

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