Siersdorfer für Deutschen Rock-Pop-Preis nominiert

Von: Guido Jansen
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Die Väter des Projekts „Drums on Mars“: Heiko Mürkens (links) und Andreas Plum. Foto: Jansen

Siersdorf/Roetgen. Andreas Plum (47) aus Geilenkirchen und Heiko Mürkens (38) aus Aldenhoven saßen zu Beginn des vergangenen Jahres in einem Auto. Da sagte Plum, Profi-Schlagzeuger, dass er gerne mal alleine auf der Bühne sein wolle, um sein Publikum zu unterhalten, dass ihm dafür aber die Musik fehle.

Das war der Geburtsmoment des Projekts „Drums on Mars“, an dem Plum und Produzent Mürkens ein Jahr lang in Mürkens Studio „Tonhöhle“ gearbeitet haben. Mit großem Erfolg: „Drums on Mars“ ist vier Mal für den Deutschen Rock- und Pop-Preis nominiert, der am Samstag in der Siegerlandhalle in Siegen verliehen wird.

Mürkens und Plum dürfen sich berechtigte Hoffnung machen auf Preise in den Kategorien „Bestes Instrumentalalbum“, „Beste In­strumental-Band“, „Bestes Arrangement“ und „Bester Schlagzeuger“. „Eine solche Auszeichnung ist für einen selbst eine große Bestätigung“, sagt Mürkens, der vor zwei Jahren mit seinem Janus-Projekt schon einmal gewonnen hat und weiß, dass er deswegen als Musiker nicht reich wird.

„Wir treten in Sonderkategorien an. Da kommen meistens keine Plattenfirmen, die einen von der Bühne weg verpflichten“, sagt Mürkens. Aber ein solcher Preis erzeugt trotzdem Interesse. Und das will Andreas Plum nutzen, um mit seinem Schlagzeug mehr Menschen zu unterhalten. Bisher gab es zwei Auftritte, einen in der Rockfabrik in Übach-Palenberg, einen in der Dürener Endart. Weitere sind geplant, unter anderem am 27. Februar wieder in der Rockfabrik.

Auf der Bühne befindet sich das imposante Schlagzeug, dazu eine Leinwand, auf der Bilder und Filme eingeblendet werden. Die Musik bewegt sich zwischen Dream Theater und Pink Floyd, ist mal sphärisch, mal mit dem Fuß auf dem Gaspedal gespielt. Die Musik, die nicht von Plum live erzeugt wird, wird eingespielt. Zwischendurch erzählt der erfahrene Schlagzeuger Anekdoten. „Ich will da keinen Schlagzeug-Workshop abhalten. Ich rede da nicht über Technik. Ich will zeigen, dass das Schlagzeug kein Rhythmus-Knecht ist, sondern das Publikum unterhalten kann“, sagt Plum. Die Jury des Rock- und Pop-Preises ist davon überzeugt.

Die beiden Musiker auch. „Das ist ein Liebhaber-Projekt“, sagt Plum. Geduld war notwendig. Und viele Freunde. Sonst hätte „Far away and still here“ (Weit weg und trotzdem hier) – so der Albumtitel – nicht funktioniert. „Wir sind stolz darauf, dass es gelungen ist, dieses aufwendige Projekt durchzuziehen. Viele solcher Vorhaben verlaufen nämlich im Sand“, sagt Mürkens. Aber die Idee, das Schlagzeug sprechen zu lassen, hat den Profi-Musiker Plum und Produzent Mürkens, der als Automatisierer arbeitet, von Anfang bis Ende motiviert.

Für die wichtigsten Aufnahmen mit dem Schlagzeug ist das Duo umgezogen nach Roetgen. Da hat Wolfgang Willms sein Studio, das größer ist als Mürkens Tonhöhle. Der Platz war notwendig, um die große Schießbude mit allem Drum und Dran aufzubauen. 30 Mikrofone haben sie eingerichtet, um das Schlagzeug aufzunehmen. Einen Tag hat das gedauert. „Kein Wolfgang, kein Album“, erklärt der Schlagzeuger die Bedeutung des Arbeitsausflugs in die Eifel.

„Far away and still here“ besteht nicht nur aus Schlagzeug. Wie bei einem Rockalbum üblich gibt es auch Gitarre, Bass und Keyboard. Um diese Elemente einzuspielen, sind befreundete Musiker eingesprungen. Ansonsten haben die Beiden in Mürkens Tonhöhle gebrütet, oder sich die Ideen über das Internet zugeworfen. „Ich habe Heiko gesagt, was ich mir vorstelle, und er hatte immer direkt die passende Idee“, erzählt Plum. Gute Voraussetzung also für das nächste Mal, wenn Mürkens und Plum zusammen in einem Auto sitzen.

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