Siersdorf - Siersdorf: Fledermaus-Verdacht verzögert Kirchturm-Arbeiten

Siersdorf: Fledermaus-Verdacht verzögert Kirchturm-Arbeiten

Von: Adi Zantis
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Die geplanten Baumaßnahmen für eine neue Turmspitze der Siersdorfer Pfarrkirche St. Johannes sind vorerst eingestellt worden. Grund ist eine Verdachtsmeldung über dort eventuell vorhandene Fledermäuse und andere geschützte Tierarten. Foto: Zantis

Siersdorf. Der Siersdorfer Kirchenvorstandsvorsitzende Hans-Josef Thoma kann den Anblick der abgestumpften Turmspitze der St.-Johannes-Kirche derzeit nur mit „gezügelter Erregung” ertragen. Längst schon, so versicherte er, könnten die Baumaßnahmen für die Turmsanierung abgeschlossen sein.

„Wenn da nicht die Geschichte mit den Fledermäusen” zu einer unangenehmen Verzögerung geführt hätte.

Obwohl die Gemeinde Aldenhoven als Untere Denkmalbehörde in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege die Erlaubnis für die Baumaßnahmen erteilt hatte, wurde nach Mitteilung aus der Verwaltung nach einem Hinweis bei einer Besichtigung der benachbarten Kommende durch den Arbeitskreis Fledertierschutz Kreis Aachen, Düren, Euskirchen, der Verdacht geäußert, „dass man die Gefahr sehe, dass sich im oder am Kirchturm der Pfarrkirche Siersdorf Fledermäuse angesiedelt haben könnten”.

In Absprache mit der Unteren Landschaftsbehörde, so hieß es weiter, „hat daraufhin die Gemeinde Aldenhoven diese Information an den Bauherrn weitergeleitet, da dieser ansonsten bei Nichtdurchführung einer Artenschutzprüfung gegen die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes verstoßen würde”.

In einem persönlichen Gespräch mit dem Bauherrn wurde ebenfalls deutlich gemacht, „dass sich durch diesen Hinweis nichts an der denkmalrechtlichen, bereits erteilten, Erlaubnis ändern wird”, sondern „nur die Pflicht besteht, sich an gesetzliche Vorgaben zu halten und somit die Artenschutzprüfung durchzuführen ist”.

Die denkmalrechtliche Erlaubnis und damit auch die Gemeinde Aldenhoven als Untere Denkmalbehörde blieben hiervon unberührt.

Das hatte nun zur Folge, dass die Johannes-Gemeinde eine biologische Experten-Kommission mit der Durchführung entsprechender Nachforschungen beauftragen musste. Für diese über Monate dauernde Prüfung, die meist in den Abendstunden erfolgt, entstehen nach vorsichtiger Schätzung Kosten in Höhe von einigen Tausend Euro.

Erst nach Vorlage eines Gutachtens können die Bauarbeiten in Angriff genommen werden. Dies ist nach Meinung des KV-Vorsitzenden Thoma eine „zusätzliche finanzielle Belastung und zudem noch eine Zeitverzögerung, die uns um mehrere Monate zurückwirft”.

Seit Juli 2010 hat der Turm der alten Ordenskirche keine Spitze mehr. Damals musste wegen drohender Einsturzgefahr das aufragende Kreuz mit der Stahlkugel und ein etwa fünf Meter hohes Teilstück der Turmspitze abgetragen werden. Zusätzlich war auch das Mauerwerk als tragende Basis für den Glockenstuhl in seiner Standfestigkeit beeinträchtigt.

Seit dieser Zeit musste auch das Läuten der vier Glocken eingestellt werden. Nach Mitteilung des Aachener Architekten Mathias Paulssen ist nach der Artenschutzprüfung vorgesehen, die Außenflächen des Kirchturms komplett einzurüsten. Anschließend können die Arbeiten am Mauerwerk erfolgen. Die Walmdächer aus Kupferblech und die Schieferdachflächen werden erneuert.

Die alte Turmspitze gilt als Vorlage für die Neukonstruktion der Turmkrönung. Im Turminnern wird ein Stahlbetonringbalken unmittelbar unter dem Glockenstuhl eingezogen. Sofern die Artenschutzprüfung keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich macht, können die Arbeiten im Sommer beginnen und in acht bis neun Monaten abgeschlossen werden.
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