Jülich - Sieben Sichtweisen auf das Thema Sehnsucht in sieben Kirchen

Sieben Sichtweisen auf das Thema Sehnsucht in sieben Kirchen

Von: sas
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Die Besucher der Christuskirche hatten die Möglichkeit, für ihre persönliche Sehnsucht eine Kerze anzuzünden. Foto: Sascha Schiffer
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In der Gemeinde St. Andreas und Matthias war während der „Nacht der offenen Kirche“ viel Musik zum Thema „Sehnsucht“ geboten. Unter anderem spielte Kantor Christof Rück an der Orgel. Foto: Sascha Schiffer
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In der St. Franz Sales Kirche war die „Nacht der offenen Kirche“ ganz auf die Jugendlichen ausgerichtet. Im Laufe des Abends wurde getanzt, gespielt und kreativ gemalt. Foto: Sascha Schiffer

Jülich. Der Abend stand ganz im Zeichen der Kirche. Bei der „7. Nacht der offenen Kirche“ öffneten sieben Jülicher Kirchen sowie das Museum Zitadelle ab 20 Uhr ihre Pforten, „um die Kirche allen Leuten zu öffnen, die nicht sonntags zur Messe gehen“, sagte Willibald Pahsen, Vorsitzender des Gemeinderats St. Andreas und Matthias.

Dieses Jahr hieß das Hauptthema „Sehnsucht“. Es zog sich wie ein roter Faden durch den Abend, wobei die Evangelische Gemeinde, die freie evangelische Gemeinde, die katholische Pfarrei Heilig Geist, sowie das Museum Zitadelle das Thema unterschiedlich behandelt haben. „Jeder hat eine sehr schöne, kreative Geschichte daraus gemacht“, sagte Pahsen.

„Das Thema Sehnsucht ist gut gewählt, da es unsere heutige Zeit bestimmt und viele Leute Sehnsüchte haben“, sagte Beate Ortwein, Gemeindereferentin der Propsteikirche. Damit die Besucher auch die Möglichkeit hatten, die unterschiedlichen Herangehensweisen der Gemeinden an das Thema Sehnsucht zu erleben, wurde der Abend in drei Teile unterteilt. Jeder Präsentationsabschnitt dauerte 45 Minuten. Anschließend hatten die Gäste die Möglichkeit in den 15 Minuten Pause, die Kirche zu wechseln. Den ökumenischen Abschluss der „Nacht der offenen Kirche“ gestaltete ab 23 Uhr die Propsteikirche mit einem Taizé-Gebet mit Bibel, Musik und vielem mehr.

Kurzfilme und Diskussion

In der Propsteikirche am Marktplatz hieß der Themenabend „Sehnsucht nach Gemeinschaft“. Dort wurde ein langer Tisch aufgebaut, an dem die Gäste Essen, Trinken und sich unterhalten konnten. „Dabei werden die Besucher von unseren zehn ehrenamtlichen Helfern bewirtet“, sagte Ortwein. Für die Propsteikirche war die „Nacht der offenen Kirche“ auch der Startschuss der „City-Kirche“. Mit der „City Kirche“, möchte die Propsteigemeinde den Weg zu einer noch offeneren Kirche starten, in der Menschen aller Konfessionen und Generationen willkommen sind.

In der Christuskirche stand das Speisen nicht im Vordergrund. Hier wurden unter dem Thema „SEH(n)sucht“ drei Kurzfilme gezeigt, darunter der Film „Schneckentraum“, die anschließend mit den Besuchern diskutiert wurden. Geleitet wurde der Abend von Pfarrer Udo Lenzig und Pfarrer Horst Grothe. „Wir möchten den Menschen ein Forum bieten, um über ihre Sehnsüchte nachdenken zu können, ohne darüber zu reden“, sagte Lenzig.

Wer etwas zu hören bekommen wollte, der war in Lich-Steinstraß genau richtig. Dort wurde in der Kirche St. Andreas und Matthias unter dem Thema „Sehnsucht nach Harmonie (in Noten)“ den ganzen Abend Musik geboten. Zu Gast waren die Bläservielharmonie Hambach, der Kirchenchor Lich-Steinstraß und Kantor Christof Rück an der Orgel. „Es waren viele Leute hier und das Thema Sehnsucht lässt sich wunderbar musikalisch darstellen“, sagte Pahsen. Neben der Musik gab es für die Besucher noch eine kleine Ausstellung im Eingangsbereich. Dort hingen viele Blätter mit Fotografien und Texten zum Thema Sehnsucht, gestaltet von Veronika Hüpgen vom Gemeinderat. Auch die St. Rochus Kirche setzte an diesem Abend ganz auf Musik. Unter dem Thema „Alles beginnt mit der Sehnsucht“ gab es mit RochusVoCale, Musik von A bis W, Gospel, RockPop und vieles mehr.

Besucher als Jury

Besucher der freien evangelischen Gemeinde konnte zur „Nacht der offenen Kirche“ sogar Jury spielen. Dort wurde 28 Bilder ausgestellt. „Die Leute hatten die Möglichkeit, uns Bilder von ihren persönlichen Orten der Sehnsucht einzuschicken“, sagte Show-Ling Lee-Müller vom Ökumeneausschuss. „Jeder Besucher bekommt von uns drei Klebepunkte, die er an die schönsten Bilder kleben kann.“ Neben den Bildern sollte auch ein kleiner Text geschrieben werden, warum genau dieser Ort der Ort der Sehnsucht ist. Zur Einstimmung ins Thema „Sehnsucht“ war Pastor Simon Dirks vor Ort, der mit dem Lied „Näher zu dir“ auf das Thema einstimmte und dazu noch verschiedene Psalme zitierte. „Mein persönlicher Ort der Sehnsucht ist der Hochsitz auf dem Rotersteig in Hessen, da ich dort eine Erfahrung mit Gott hatte“, sagte Dirks.

Abstecher nach Barmen

Die Besucher konnten nach der Bilderbewertung mit dem Pendelbus nach Barmen zur St. Martinus Kirche fahren und sich nach einer Stunde wieder abholen lassen. Die St. Martinus Kirche zeigte unter dem Thema „Voll das Leben – Sehnsucht nach mehr“ eine bunte Vielfalt aus verschiedenen Liedern, Texten und Bildern. In einer etwas anderen Art beschäftigte sich die Zitadelle mit dem Thema „Sehnsucht“. Statt in der Schlosskapelle gab es im Kellergewölbe der Zitadelle verschiedene szenische Lesungen von Marcell Perse und Guido von Büren.

Unter dem Thema „Sehnsucht nach dem Menschen – Erasmus bei Kerzenschein“, wurden Texte von Erasmus von Rotterdam zitiert. Eine ganz besondere Atmosphäre bei Kerzenschein. Auch die St. Franz Sales Kirche im Nordviertel zeigte einen anderen Ansatz zum Thema Sehnsucht. Das eigene Thema „Suchen was uns antreibt“ wurde ganz alleine von den Jugendlichen für die Besucher entwickelt. „Die Jugendlichen haben eine Kirchenrallye gemacht, es gab ein Labyrinth, Fühlkisten und ein Mädchen hat Zumba getanzt. Zum kreativen Abschluss können die Kinder und Jugendlichen nun zwei große Bettlaken mit ihren Händen bemalen“, sagte Kilian Klinkenberg, ehrenamtlicher Betreuer.

Neben diesem Programm gab es auch die richtige Discomusik für die Jugendlichen mit entsprechender Beleuchtung. „Die St. Franz Sales Kirche wird ja auch zur Jugendkirche umgewandelt. Wir haben beispielsweise schöne Stühle für die Messen angeschafft, anstatt der Bänke. So haben wir viel mehr Platz“, sagte Klinkenberg. Und die Leute, die zum Abschluss der „Nacht der offenen Kirche“ nicht den ökumenischen Abschluss in der Propsteikirche besuchen wollten, konnten in der St. Franz Sales Kirche bleiben und der Abschlussandacht von Jugendlichen für Jugendliche zuhören und den Abend Revue passieren lassen.

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