Sie schmiss ihn raus, er schraubte ihr die Radmuttern ab

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Jülich. Eine beinahe skurrile Geschichte eines versuchten Mordes in Jülich-Barmen rollt das Aachener Schwurgericht unter Vorsitz Richter Gerd Nohl auf.

Die Geschehnisse vom 8. April dieses Jahres und von den zwei davorliegenden Monaten haben eine bitter ernste wie eine durchaus filmreife Note. Der Grundsachverhalt: Der wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Freundin angeklagte Harald H.(48) soll von Rachegelüsten getrieben nachts heimlich die Radmuttern am Pkw der Ex-Freundin und ihres Sohnes gelöst haben. Er stammt aus der Karlsruher Gegend und hatte Ende 2010 seine vermeintliche neue Liebe per Internet in Jülich-
Barmen gefunden.

Eine Geschichte voller Tragik

Der Mann, ein trockene Alkoholiker, beschrieb dem Gericht den Anfang vom vorläufigen Ende. Es begann damit, dass er im vergangenen Herbst zu seiner neuen Frau zog, die mit ihrem Sohn in einem Bauernhaus in Barmen wohnte - und heute immer noch wohnt. Sie kauften sich ein kleines Auto, einen alten Peugeot, der neue Mann im Haus ließ sogar den Audi des Sohnes über seine Versicherung laufen.

Das alles ging, wie sie im Zeugenstand bekräftigte, bis zum Start des rheinischen Karnevals, der regelmäßig auch Jülich-Barmen heimsucht, gut. H. verfiel in kürzester Zeit wieder der Trunksucht. Zwei Kästen Bier am Tag waren, wie Zeugin Katharina S. (49) schilderte, der Standard , dazu Rotwein im Tetrapack. Ohne Alkohol sei er „ein sehr lieber Mann” gewesen, mit Alkohol allerdings das genaue Gegenteil.

So stellte sie ihm Anfang April die Koffer vor die Türe. Er wollte das nicht akzeptieren, randalierte des Öfteren, wurde von der Polizei aufgegriffen. „Ja, Herr Richter, ich habe mit dem Radkreuz die Muttern abgeschraubt. Ich wollte aber nur ein Rad am Peugeot abmontieren, damit sie nicht mehr fahren konnte.”

Nach dieser Aktion wurde er volltrunken und schlafend mit dem Radschlüssel auf der Straße nahe dem Auto aufgefunden, eine Nachbarin hatte die Polizei gerufen. Doch er soll alle Schrauben abgedreht und zudem am Audi des Sohnes das Vorderrad gelockert haben, ein versuchter Mord also

Doch ein Polizist sagte aus, dass nachts alle Räder des Audi völlig in Ordnung waren. Was stimmt nun? Der Prozess geht morgen, Freitag, weiter.
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