Jülich - Sidonia-Ensemble begeistert in der Overbacher Klosterkirche

Sidonia-Ensemble begeistert in der Overbacher Klosterkirche

Von: rb
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Kerry Jago, der Leiter des Sidonia-Ensembles (3.v.r.), hatte mit dem österlichen Konzert gleichsam ein Heimspiel in der Overbacher Klosterkirche. Foto: Blanche

Jülich. Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass sich in Bonn das Sidonia-Ensemble gründete. Ein Vokalensemble, das sich zusammen mit Instrumentalspezialisten aus ganz Deutschland vorrangig den musikalischen Werken der Renaissance und des Barock widmet.

Unter der Leitung des neuseeländischen Dirigenten und Altus Kerry Jago werden verschiedene Werke aus dem 16. und 17. Jahrhundert erarbeitet.

Wie trefflich, dass eben dieser Kerry Jago, der unter anderem an der Victoria University of Wellington Komposition und Geschichte studierte, derzeitig auch als Leiter der Overbacher Singschule arbeitet. Und so erlebten die zahlreichen Besucher in der Overbacher Klosterkirche am Karsamstag ein Konzert der Extraklasse.

Klagelieder

Auf dem Programm standen die „Lamentationes Prophetae Jeremiae“ (die Klagelieder Jeremias) von Emilio de‘Cavalieri, die das Sidonia-Ensemble in einmaliger Weise vertonte. De´Cavalieri (1550 – 1602) selbst war ein italienischer Komponist, Organist, Diplomat, Choreograf und Tänzer am Ende der Ära der Renaissance. Sein Werk markierte unter anderem den Beginn der Barockzeit und passt somit genau in das Repertoire des Sidonia-Ensembles.

Namensgeberin des Ensembles ist im Übrigen Sidonia Schein (geb. Hösel), Frau des Komponisten Johann Hermann Schein. Sidonia heiratete im Jahre 1616 den Leipziger Thomaskantor und Vorgänger Johann Sebastian Bachs.

Erwartungsgemäß handelt es sich bei den „Lamentationes Prophetae Jeremiae“ aus dem Jahr 1600, in denen die Klage über die Zerstörung Jerusalems und des Tempels 586 vor Christus mit der Passionsgeschichte Jesu verbunden wird, um kein heiteres Werk. Mit großer Anteilnahme und Andacht verfolgten die gebannten Zuhörer die hoch ausgebildeten Stimmen der Ensemble-Mitglieder.

Als Jessica Jans (Sopran), Dorothea Jakob (Sopran), Kerry Jago (Alt), Bruno Michalke (Tenor), Fabian Hemmelmann (Bass) sowie Ansgar Eimann (Orgel) das Konzert beendeten, fand der Applaus minutenlang kein Ende. Ganze drei Male wurden die Musiker nach dieser besinnlichen Einstimmung auf das Osterfest, nach ihrem Abgang vom Publikum wieder auf die Bühne gebeten, um den Beifall entgegenzunehmen.

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