Sicherheitstage in Titz: Einbrechern die Tour vermasseln

Von: ptj
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Kriminalhauptkommissar Günter Arnold empfiehlt geprüfte einbruchhemmende Fensterbeschläge in Verbindung mit abschließbaren Fenstergriffen. Foto: Jagodzinska
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Beratungssituation im Foyer des Titzer Rathauses mit Kriminalhauptkommissar Günter Arnold (2.v.r.) und Bürgermeister Jürgen Frantzen (2.v.l.).

Titz. Drei Tage lang war die Gemeinde Titz Gastgeber der Sicherheitstage im Rahmen der landesweiten Polizeiaktion „Riegel vor! Sicher ist sicherer“. Im Foyer des Rathauses berieten die Kriminalhauptkommissare Günter Arnold und Friedhelm Fink vom Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde Düren in persönlichen Gesprächen zur Vorbeugung gegen Wohnungseinbruch.

Mit 18 bis 20 Beratungen am ersten und zehn Gesprächen am laufenden zweiten Tag zeigte sich Arnold mit der Resonanz recht zufrieden.

Zu der breiten Palette der Exponate zählten drei aufgestellte Fenster. Ein Hebeltest mit Hilfe eines Schraubendrehers verdeutlichte, wie leicht Fenster aufzubrechen sind, die in etwa 80 Prozent deutscher Wohnungen eingebaut sind. Nicht mehr aufzuhebeln sind hingegen solche durch geprüfte einbruchhemmende Fensterbeschläge in Verbindung mit abschließbaren Fenstergriffen. Was kostet das? Den Austausch der beiden Beschläge schätzte Arnold auf etwa 250 Euro pro Fenster, abschließbarer Fenstergriff inklusive, natürlich abhängig von dem beauftragten Fachbetrieb.

Hier verwiesen die Beamten auf eine Liste zertifizierter Errichterunternehmen im Netz, die sie empfehlen dürfen. „Wenn jemand bauen möchte, kommt er am besten mit dem Bauplan zu mir und lässt sich beraten, das ist natürlich wesentlich kostengünstiger“, empfahl Arnold. Die drei beliebtesten Ausreden, nicht dem Einbruch vorzubeugen, kann er „alle widerlegen“: „Ich bin ja versichert. Wer reinkommen will, kommt rein. Bei mir ist nichts zu holen“, zählte der Kommissar auf.

Wenn aber Einbrecher da waren, hat das Folgen. „Der größere Schaden sitzt im Kopf. Das Sicherheitsgefühl ist hinüber. Viele können nicht mehr schlafen oder wollen nicht mehr in Urlaub fahren“, hat er in seiner 13-jährigen Tätigkeit im Kommissariat Kriminalprävention erfahren.

Ist nicht auch ein Hund ein guter Einbruchsschutz? „Wenn er nicht gerade Gassi geht, wenn der Einbrecher kommt, schon“, räumte er augenzwinkernd ein. Denn: „Im privaten Wohnbereich haben wir die Einbrüche meistens tagsüber. In Büros, in Gewerbe oder Industrie geht man nachts rein.“ Die meisten Einbrecher scheuen die Begegnung. Deshalb hilft natürlich auch eine „gewisse Vortäuschung auf Anwesenheit: Beleuchtung, laufendes Radio oder gedeckter Kaffeetisch mit aufgeschlagener Zeitung.

Auch für Einsicht in dunkle Ecken sorgen, sei eine Maßnahme, etwa eine Außenbeleuchtung installieren, die Hecke stutzen. Der zweite Schritt sei die Mechanik, der dritte die Elektronik: Eine Einbruchmeldeanlage durch einen zertifizierten Errichter. Die Kosten schätzte Arnold auf 2000 bis 2500 Euro pro Einfamilienhaus. Der Lohn für diese „einmalige Angelegenheit“ sei ein entsprechendes Sicherheitsgefühl.

Bei der Frage nach aktuellen Einbruchszahlen wollte der Beamte der offiziellen Einbruchsstatistik des Kreises nicht vorgreifen. Im Jahr 2011 habe es im Kreis Düren 1023 Einbrüche gegeben, in 2012 sei die Zahl „geringfügig zurückgegangen“. Bei 40 Prozent habe es sich um Einbruchsversuche gehandelt.

Ob der Grund unter anderem Sicherheits-Nachrüstungen seien, weiß der Beamte nicht, weil er keine Rückmeldungen dazu erhält. Ganz wichtig sei die Notfallnummer 110: „Bei verdächtigen Wahrnehmungen sollte man sich nicht scheuen. Wir sind auf Hinweise angewiesen.“ Daraufhin bemängelte ein Besucher allerdings die zu geringe Polizeipräsenz in den Ortschaften.

Eine Besonderheit am dritten Beratungstag war ein rund einstündiger Vortrag von Kommissar Arnold im Trauzimmer, wieder mit anschließender Vor-Ort-Beratung im Foyer.

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