Jülich - Sicherheitsstandards: Es macht laut Piep im Jülicher Amtsgericht

Sicherheitsstandards: Es macht laut Piep im Jülicher Amtsgericht

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
Drei Kontroll-Instanzen am Ein
Drei Kontroll-Instanzen am Eingang des Amtsgerichts: der Handscanner, Wachtmeister Willi Hochhaus und ein Metalldetektor. Foto: G. Jansen

Jülich. Der Schock hat gesessen. „Das hat mich sehr mitgenommen”, sagt Rainer Harnacke, der Direktor des Amtsgerichts Jülich, zu dem Geschehnissen von Dachau. Ein junger Staatsanwalt war dort während der Verhandlung vom Angeklagten mit drei Schüssen aus einer Pistole getötet worden.

Auch in Jülich gebe es Verhandlungen, bei denen die Angeklagten emotional reagieren. Zu ernsthaften Problemen hat das aber noch nicht geführt. „Meistens reicht es, wenn einer unserer Wachtmeister während der Verhandlung anwesend ist”, so Harnacke. Die Gefahr, dass jemand eine Waffe mit ins Gericht schmuggeln kann, stuft der Direktor als gering ein. „Ganz ausschließen kann man so etwas nie. Aber unsere Sicherheitsstandards sind recht hoch”, erklärte Harnacke.

Seit 1994 gibt es an jedem Gericht in NRW Eingangsschleusen. Der traurige Anlass für die deutlich verschärften Sicherheitsmaßnahmen seitdem waren die Geschehnisse in Euskirchen. Der Fall des so genannten Gummistiefelmörders, der vor Gericht sieben Menschen tötete, sorgte für internationale Schlagzeilen. Und für das Installieren der Sicherheitsschleusen.

Die sehen so ähnlich aus wie die Metalldetektoren an Flughäfen, funktionieren genauso und piepen ebenso laut. Der Eingangsbereich zum Jülicher Amtsgericht ist schmal. Am oberen Ende der Treppe, kurz vor der Eingangstüre, steht der Metalldetektor. Und er funktioniert. Auf eine Fotokamera mit Metall-Druckguss-Gehäuse schlägt er in jedem Fall heftig an. Seitlich hinter dem Detektor befindet sich ein kleiner mechanischer Briefkasten unterhalb eines massiven Fensters, aus dem die Wachtmeister in den Eingangsbereich schauen können.

„Sollte der Detektor anschlagen, dann legt die Person alle metallischen Gegenstände in den Briefkasten und geht noch einmal durch das Gerät”, erklärt Wachtmeister Willi Hochhaus. Erst danach öffnet sich per Knopfdruck im Wachtmeister-Raum die massive Türe, die den Zutritt zum Gericht ermöglichst.

Gesunder Menschenverstand

Die letzte Kontrollebene ist der Handscanner, mit dem die Beamten die Person noch einmal zusätzlich überprüfen können. Auch dieses Prozedere ist auf Flughäfen üblich.

Das wichtigste Instrument für die Sicherheit im Gericht befindet sich zwischen den Ohren und heißt gesunder Menschenverstand. „Wenn wir wissen, dass da ein schwieriger Fall auf uns zukommt, dann verschärfen wir die Maßnahmen”, sagt Harnacke. Oft reiche schon die Anwesenheit des Wachpersonals. Zwei Wachtmeister im Gerichtssaal sorgen meist schon mit ihrer Anwesenheit für angemessenes Verhalten.
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