Linnich - Seniorenwohnanlage: Team und Bewohner in der Warteschleife

Seniorenwohnanlage: Team und Bewohner in der Warteschleife

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:

Linnich. Der Bau der Seniorenwohnanlage „Am Mühlenteich” in Linnich steht nicht gerade unter einem glücklichen Stern.

Eigentlich sollte dort am 1. Oktober Eröffnung gefeiert werden. Daraus ist nichts geworden. Der Gebäudekomplex ist nach wie vor eingerüstet, der Außenbereich ist noch Zukunft.

Bauarbeiter und nicht Pflegepersonal beherrschen die Szenerie - und das wird vorläufig so bleiben. Ein „massiver Bauschaden” hat den Bauzeitenplan völlig aus dem Konzept gebracht. Vor dem 1. Januar 2012 werde nicht eröffnet, sagt Bauherr Raoul Pöhler.

„Ich weiß, dass die Gerüchteküche kocht, aber da ist nichts dran”, weist der Geschäftsführer der Ursula Schmidt GmbH Spekulationen über finanzielle Probleme von sich. „Die Sache ist ganz einfach. Im Dachgeschoss ist die Dämmung mit der Dampfdiffusionssperre nicht ordnungsgemäß angebracht worden.” Was sich wenig spektakulär anhört, zog massive Probleme nach sich. Die Dämmung wurde nass, Schimmelbildung waren Tür und Tor geöffnet.

Die Alternative habe nur noch gelautet: Bau einstellen oder das Problem beheben. Man entschied sich für das Beheben. „Es musste die komplette Innenverkleidung abgenommen werden, um an die Dämmung zu kommen.” Über die gesamte Dachfläche wurde sie vollständig entfernt. Die freigelegten Bereiche müssen nun trocknen, bevor die neue Dämmung wieder eingebracht werden kann. „Das kostet uns definitiv mindestens zwei Monate”, so Pöhler.

Durch baubiologische Betreuung soll ausgeschlossen werden, dass irgendwelche Nachfolgeschäden eintreten.

Der Bauschaden hat nicht nur Ärger und Verdruss hervorgerufen. Natürlich hatten bereits künftige Bewohner ihre persönlich Lebensplanung auf den Umzug in die Linnicher Seniorenanlage am 1. Oktober abgestimmt. „Wir haben allen, denen wir einen Einzugstermin offeriert hatten, mitgeteilt, sie mögen ihre bisherigen Wohnungen noch nicht aufgeben.”

In den meisten Fällen, schildert Pöhler, hätten die künftigen Seniorenheimbewohner dieser Empfehlung entsprochen. In einigen wenigen Fällen sei dies nicht möglich gewesen.

26 Mitarbeiter sind „geparkt”

Diese Betroffenen seien in Häusern der Ursula Schmidt GmbH untergebracht worden. Sobald das Linnicher Haus den Betrieb aufnimmt, könnte sie selbstverständlich ihrem ursprünglichen Wunsch entsprechend umziehen.

Das gilt ähnlich gelagert auch für die Bediensteten des neuen Hauses. „Ich habe eine komplette Mannschaft, die bereit steht”, sagt Pöhler. 26 Mitarbeiter vom Haustechniker bis zur Pflegedienstleitung warten darauf, in dem Haus, für das sie vorgesehen sind, arbeiten zu können.

Bis dahin sind sie in anderen Einrichtungen der Schmidt-Gruppe „geparkt”.

Auf ein Ende der Bauzeit hoffen auch die Anrainer. Sie erleben durch Kanalsanierung und Straßenbau eine zusätzliche Belastung. In jüngster Vergangenheit hatte herumfliegender Bauabfall die Anwohner massiv verärgert. Pöhler zeigte Verständnis für den Unmut. Man habe den Nachbarn seinerzeit die Telefonnummer des Bauleiters an die Hand gegeben, um Pro-bleme direkt zu anzusprechen. „Davon ist auch reichlich Gebrauch gemacht worden.”

Dennoch sei es an der Zeit, dass die Strapazen der Anwohner ein Ende fänden, gesteht Pöhler.
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