Jülich - Senioren-„U“ statt Stadthalle in Jülich?

Senioren-„U“ statt Stadthalle in Jülich?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
13946512.jpg
So könnte die Baulücke an der Düsseldorfer Straße geschlossen werden, wenn Stadthalle und alte Schirmerschule abgerissen worden sind. Vorgeschlagen wird von einem Privatinvestor eine Senioren-Einrichtung in U-Form. Zeichnung: Seniorenquartiere Rheinland/archivisual

Jülich. Eine große Einrichtung für Senioren könnte an die Stelle zweier städtischer Gebäude unmittelbar an der Zitadelle treten. Die frühere Schirmerschule und die Stadthalle an der Düsseldorfer Straße sollen abgerissen werden, wenn ihre Nutzung beendet ist.

Das ist nach jetzigem Stand im März 2019 der Fall. Beide Immobilien sind stark sanierungsbedürftig. Die erforderlichen Maßnahmen gehen in die Millionen, was der städtische Haushalt auf Jahre nicht hergibt. Mit der Seniorenquartiere Rheinland GmbH (Essen) gibt es einen Interessenten für die Grundstücke, der dort einen großen Gebäudekomplex errichten möchte, der aussieht wie ein kleines „u“.

André Kleinermann stellte in Vertretung des erkrankten Raoul Pöhler im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing das Projekt vor, das auf Senioren abzielt. 80 stationäre Pflegeplätze, eine ambulante Wohngruppe und zahlreiche Seniorenwohnungen sollen in dem fünfgeschossigen Baukörper entstehen, in dessen Erdgeschoss ein öffentliches Restaurant geplant ist. Möglich wäre auch die Einrichtung eines Hospizes mit elf Plätzen.

Die Seniorenquartiere Rheinland und die Wohnanlage für Senioren und Behinderte Gut Köttenich GmbH in Aldenhoven als Betreiber zeichnen in Kürze für sieben Einrichtungen verantwortlich, wenn auch das jüngste Objekt in Elsdorf eröffnet worden ist. André Kleinermann hat vor seiner Tätigkeit bei der Betreibergesellschaft in Aldenhoven einige Jahre die Seniorenwohnanlage An der Zitadelle in Jülich geleitet. „Wir sehen Bedarf in Jülich, sind restlos ausgebucht und haben eine Warteliste.“ Grundsätzlich bewertet er die Lage in der Herzogstadt mit Blick auf Pflegeplätze und Seniorenwohnungen so: „Jülich ist im Vergleich zum Kreisgebiet deutlich unterversorgt.“

Der geplante Baukörper sei optisch an die jetzige Bebauung angelehnt und solle sich farblich am Westgebäude des Gymnasiums Zitadelle orientieren und mit den Nachbarbauten eine geschlossene Front ergeben.

Die Stadt müsste, wenn die Politik den Daumen hebt, die rechtlichen Voraussetzungen für das große Projekt schaffen, erklärte Beigeordneter Martin Schulz auf Nachfrage im Ausschuss. „Ohne Bebauungsplan wird das hier nicht gehen, das ist ein sensibler Bereich. Die Jülicher müssen mitgenommen werden.“ Damit ist auch die Beteiligung der Öffentlichkeit im Verfahren gemeint, in dem dann Einwände und Anregungen möglich wären.

Schulz schätzt, dass rund ein Jahr nötig wäre, um das Projekt rechtlich zu untermauern. Der Bau selbst würde ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen, sagten die Vertreter der Seniorenquartiere Rheinland GmbH. Zum Vergleich: Das noch etwas größere Projekt in Elsdorf gehe nach rund 13 Monaten Bauzeit an den Start.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert