Selbstfindung und Impulse bei der Jülicher SPD

Von: ptj
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Die Landtagskandidaten Fred Schüller (Mitte l.) und Bert Oblamski (Mitte r.) stellten sich dem SPD-Ortsverein Jülich vor. Foto: Jagodzinska

Barmen. Ist „links sein absolut out“? Durch die Behauptung eines Schülers zu diesem Gedankengang veranlasst, bot Marco Maria Emunds, Vorsitzender der SPD Jülich, in seiner Begrüßung zur Mitgliederversammlung in der Schützenhalle einen kurzen Exkurs.

Das Treffen diente in erster Linie der Wahl von Delegierten (siehe Info). Emunds konstatierte „unglaublich schlechte Umfragewerte“ und europaweit rechtsnationale Entwicklungen wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, „die einen nervös machen können“. Das linke Lager befände sich in Schockstarre, aber „Abschottung trägt nicht. Wir haben keine einfachen und schnellen Lösungen für komplexe Themen, ringen aber darum“, betonte er. „Wenn ich mir die Basis anschaue, ist die SPD immer noch eine starke Partei“, stellte er fest. Auch mit Blick auf abermals „fünf gute und konkrete Anträge“ der Jusos, die einzelne Jungsozialisten vorstellten.

Ihr erstes Ansinnen betraf das Thema Bürgerhallen. Juso-Vorsitzender David Merz befand einen Antrag der schwarz-roten Koalition im Stadtrat als „gut und richtig, ein Punkt fehlt aber in Teilen“, sagte er im Vergleich zum Vorschlag der Jungsozialisten. Die Jusos folgten aber der Bitte des Fraktionsvorsitzenden Harald Garding, dieses Thema „nicht mehr als Antrag zu formulieren, weil die Gespräche laufen“.

Den „Ort der Stille“ nutzen

Die übrigen vier Anträge wurden in der Versammlung diskutiert und jeweils mit hoher Mehrheit angenommen: So soll die Brückenkopf-GmbH „dazu angehalten werden“, in Kooperation auch mit größeren Konzert- und Eventveranstaltern wieder mehr Konzerte und Comedy-Acts anzubieten. Neben der Hauptbühne soll der sogenannte „Ort der Stille“ als möglicher Ausrichtungsort geprüft werden.

Ferner plädieren die Jusos für die Einstellung einer städtischen Fachkraft, deren Aufgabe darin besteht, im Sinne einer schnelleren Abwicklung Förderprogramme zu prüfen und zu beantragen. Viertes Ansinnen der Jusos ist, das vom Land geförderte Aufklärungsprogramm „SchLAu NRW – Schwul Lesbisch Bi Trans“ zum Abbau von Vorurteilen und der Prävention von Mobbing in Jülicher Schulen umzusetzen. In diesem Zusammenhang wurde auch ein „Kulturunterricht für Migranten“ diskutiert und als wünschenswert herausgestellt. Schließlich fordern die Jusos eine deutliche, kreisweite Reduzierung von Wahlkampfplakaten, weil sie eine „riesige Papier- und Geldverschwendung“ verursachen.

Auf ihrer Vorstellungstour durch die Nordkreiskommunen stellten sich die Landtagskandidaten Fred Schüller und Bert Oblamski den Genossen vor. Der 48-jährige Schüller aus Rödingen wurde vom scheidenden Landtagskandidaten Peter Münstermann auf seine Nachfolge angesprochen. Zu Schwerpunkten seiner Kandidatur hat der Fraktionsvorsitzende und Polizist im Innendienst die Innere und die Soziale Sicherheit, Infrastruktur/Straßenbau und die Gemeindefinanzierung auserkoren. Zudem regte er zu einer „intensiveren Vernetzung“ der Ortsverbände an.

Der 1964 im heutigen Polen geborene Oblamski aus Ellen sah „als Kind Panzer über die Straßen rollen“. „Aus Dankbarkeit“ gegenüber Willi Brandt, dessen Kniefall in Warschau und die daraus resultierenden Ostverträge seiner Familie die Umsiedlung ermöglichte, trat er in Brandts Partei ein – und zwar vor drei Jahren. Als Neumitglied will er zeigen, „dass man etwas bewegen kann“.

Münstermanns Kandidaturverzicht sieht der Betriebswirt, tätig als Integration Expert, als „neue Chance“. Seine Wahlkampfthemen sind die Umstrukturierung auf dem Arbeitsmarkt, bessere (Weiter-)Bildung, vor allem für junge Menschen, sozialer Wohnungsbau und die Integration von Flüchtlingen. Perspektiven will er auch den Geflüchteten bieten, die „nicht bleiben können“.

Martin Marquardt befragte die Kandidaten nach ihrer Ansicht zur Verkleinerung der Schere zwischen Arm und Reich durch Gehaltsaufstockungen Geringverdienender und Gehaltsverzicht Besserverdienender. Beide Kandidaten halten das für „den richtigen Weg“. Schüller betonte die Schwierigkeit der Umsetzung.

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