Sekundarschule Jülich trägt Titel „Schule ohne Rassismus“

Von: Antonius Wolters
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Jürgen Fischer (v.r.) vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Düren überreichte die Urkunde an Esma Gürbüz und Norman Soemantri vom Lehrerkollegium der Sekundarschule Jülich. Foto: Wolters

Jülich. Als erste Jülicher Bildungseinrichtung trägt die Sekundarschule seit Donnerstag den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Es handelt sich dabei um das größte Schulnetzwerk Deutschlands, dem insgesamt mehr als 2000 Schulen angehören. Allein in NRW sind es rund 600.

Bevor Jürgen Fischer als Vertreter des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Düren die Urkunde feierlich überreichte, lief im Forum des Schulzentrums an der Linnicher Straße ein ebenso buntes wie informatives Festprogramm ab.

Den beschwingten Auftakt gestaltete die Tanz-AG des Jahrgangs 6 unter Leitung von Carolin Lafos, bevor Schulleiterin Angelika Lafos die Gäste aus Rat und Verwaltung, Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft sowie befreundeten Schulen begrüßte. Das Team der Sekundarschule habe den Grundstein gelegt für die Titelverleihung, indem es eine Schule für alle Kinder geschaffen habe, die deren Vielfalt gerecht werde.

Da rund zehn Prozent des Lehrerkollegiums einen Migrationshintergrund haben, sei es naheliegend gewesen, den Titel zu beantragen und sich aktiv an dem bundesweiten Projekt zu beteiligen, sagte Lafos, beispielsweise mit den regelmäßig angebotenen „Respekt-Tagen“. Zudem werde sich die Sekundarschule bemühen, das Thema Rassismus, die Achtung der Menschenwürde und das Hochhalten von Werten Jahr für Jahr lebendig zu halten.

Die erste Video-Botschaft, die an diesem Nachmittag eingespielt wurde, stammt von Schulministerin Sylvia Löhrmann, die sich zum jährlich begangenen „Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung“ am 21. März geäußert hatte.

Das Motto „Vorweg mit Herz, Mut und Verstand“ der Sekundarschule verkörperte das Wahl-Pflichtfach Darstellen und Gestalten des Jahrgangs 9 mit einer eindrucksvollen Performance, bevor SV-Lehrer Norman Soemantri zunächst die Reaktion im Kollegium auf das Projekt beschrieb, das Esma Gürbüz vorgeschlagen habe. „Wir waren gleich Feuer und Flamme“, sagte Soemantri, da das Projekt zur Schule „wie die Faust aufs Auge“ passe. Eine Unterschriftenaktion habe das unterstrichen.

Zudem stellte der SV-Lehrer den deutsch-tunesischen Bundesliga-Fußballer Sami Allagui (Hertha BSC Berlin) als Projektpaten vor, der diverse Fragen zum Thema Diskriminierung und rassistischen Beschimpfungen ebenfalls per Video-Einspielung beantwortete. „Ich hoffe, ich kann viel Gutes tun für das Projekt“, wird der tunesische Nationalspieler vielleicht beim nächsten Mal leibhaftig sein Projekt in der Sekundarschule Jülich besuchen.

Den Herzschlag Afrikas ließ die neu gegründete Trommel-AG des Jahrgangs 6 spüren, bevor eine Talk-Runde mit Schüler-, Lehrer-, Elternvertretern und Bürgermeister Axel Fuchs das Projekt und seine Umsetzung beleuchtete. „Ich bin stolz, dass die Schule den Weg mitgeht“, lobte der Bürgermeister die Initiative zu dem Projekt, das sehr gut zur Stadt passe. Zudem erfordere es Mut, um sich gegen jede Form des alltäglichen Rassismus‘ zu stellen.

Dass ihre Schützlinge diesen Mut haben, betonte Lehrerin Sarah Blees, die berichtete, wie die Schüler bei der Betreuung des Kinderzeltes im Camp auf der Merscher Höhe über sich hinausgewachsen seien. Aufgabe der Eltern sei es, ihren Kindern zu vermitteln und vorzuleben, offen auf neue Situationen zuzugehen, sagte Michael Braun, stellvertretender Vorsitzender der Schulpflegschaft.

Zum Abschluss spielte die an Karneval formierte Lehrerband auf, bevor es bei einem kleinen Umtrunk zur Feier des Tages noch gemütlich wurde.

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