Seit zehn Jahren gibt's das DORV im Dorf Barmen

Von: hfs.
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Ruth Holz und Heinz Frey (v.l.), die Mitinitiatoren und Gründer des DORV-Zentrums, begrüßten am Geburtstag nicht nur Kunden (r.), sondern bedankten sich auch mit einem kleinen Geschenk für deren Treue. Foto: hfs

Barmen. Der 9. September 2004 ist jetzt schon in die Annalen der Ortschaft Barmen eingegangen. Denn an diesem Tag öffnete das DORV-Zentrum mit dem Ziel, eine ortsnahe Rundumversorgung für die Bewohner zu gewährleisten. Zehn Jahre nach der Eröffnung feierten Initiatoren und Verantwortliche des Erfolgsmodells den ersten runden Geburtstag.

DORV steht für „Dienstleistungen und Ortsnahe Rundum-Versorgung“ und hat viele Nachahmer gefunden.

Nachhaltigkeit mit regionalen Anbietern herstellen, eine lebenslange Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs für die Dorfbevölkerung sichern, darüber hinaus Kooperationen mit Dienstleistern, Ärzten und der öffentlichen Hand schaffen. Diese Grundideen, die von den damaligen Initiatoren des Dorfladens, Ruth Holz, Heinz Frey, Martina Dohmen und Norbert Schommer, in die Öffentlichkeit gebracht wurden, zog sofort Interessenten an.

Der etwas andere „Zins“

Diese Interessenten mussten sozusagen als Anteilseigner mindestens 250 Euro in die „Geldsammelstation“, wie Heinz Frey sie heute bezeichnet, einzahlen. Es war klar, dass es nie eine Verzinsung geben würde. „Der Zins war und ist der, dass sie vor Ort einkaufen können“, erinnert Heinz Frey als Geschäftsführer an die damals rund 70.000 Euro, die als Startkapital gebraucht wurden. Insgesamt bedurfte es rund 120.000 Euro, um dem DORV-Zentrum aber auf die Beine zu helfen. Zuerst wurde ein Verein gegründet, aus diesem ging dann wiederum eine GbR hervor, die das DORV-Zentrum als GmbH betreibt.

„Bei uns war damals die ortsnahe Versorgung in Gefahr, diesem Umstand wollten wir begegnen“, blicken Frey und seine Mitstreiter heute zufrieden zurück. Denn mit den Jahren wurde das Angebot ausgeweitet. Waren es zuerst Obst und Gemüse, Frischfleisch, Brot und Lebensmittel des täglichen Bedarfs, die über regionale Anbieter bezogen wurden, sind es heute zum Beispiele Lieferservice, Kurierdienste zu Kfz-Anmeldungen, Arzttermine oder aber soziale Offerten, die täglich in Anspruch genommen werden. So hat auch das geschaffene Café seine tägliche Stammkundschaft.

„Durch die räumliche Bündelung von Lebensmittelhandel und Dienstleistungen im DORV-Zentrum bieten sich Vorteile für alle“, erwähnt Frey, ergänzt, „dass an unserer Theke das angeboten wird, was früher in sieben oder acht Läden zu haben war“.

Diesen Service nehmen nicht nur ältere Bewohner in Anspruch. Mittlerweile, so Frey, greifen auch junge Familien darauf zurück. „Und wenn es nur die Schülerinnen und Schüler von Haus Overbach sind, die zum kostenlosen Surfen im Internet bei uns auftauchen“, sagt der Geschäftsführer lachend.

Nachahmer in der EU

Diese Barmener Idee wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und hat mittlerweile viele Nachahmer gefunden. Über eine EU-Initiative wird sie nun auch in Holland, Belgien, Frankreich und Österreich umgesetzt. Eine der fünf Säulen, auf denen das DORV-Zentrum gebaut wurde, besteht aus einem sozialen Angebot und der medizinischen Versorgung. Heinz Frey: „Das ist die Vermittlung und Koordinierung bestehender Angebote wie Altenpflege, betreutes Wohnen, Tagesmütter, sowie Zahnärzte, Allgemeinmediziner und Apotheken.“ Beschäftigt sind in Barmen zwei Festangestellte sowie vier oder fünf Teilzeitkräfte.

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