Seit 50 Jahren fliegt auch im Süden ein Strohmanes

Von: Kr.
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Früh übt sich: Auch die Jüngsten sind mit eigenem Wurftuch, Puppe und Besen mit dabei. Fotos: Król
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Die KG Strohmänner Jülich-Selgersdorf beim traditionellen Precken ihrer Strohpuppe. Foto: Król

Selgersdorf. „Sie hatten noch lange nicht genug“, fanden am Veilchendienstag im Jahre 1966 vier eingefleischte Karnevalisten aus Selgersdorf. Sie wollten auch an diesem Tag feiern. Dabei erinnerten sie sich an den Brauch des Lazarus Strohmanus in Jülich.

Kurzerhand stopften sie ihre blauen Monteuranzüge mit Stroh aus und zogen durch den Ort. Die KG Strohmänner war geboren, und seither sind auch sie mit ihrer Strohpuppe, dem Wurftuch und Besen in den Straßen unterwegs, um den Lazarus zu precken.

Das Ritual ist das gleiche wie bei ihren historischen Vorbildern in Jülich, es erklingen auch die gleichen Lieder auf den Straßen der drei Dörfer, die zum Einzugsgebiet der KG gehören. Nach einem kräftigen Frühstück, zu dem alljährlich die Eheleute Helga und Hans Krifft einladen, ging es mit dem Bus nach Altenburg.

Dort wurde Sponsoren und Senatoren ein Besuch abgestattet und vor ihrem Haus gepreckt. Weiter ging es nach Daubenrath. Mittags trafen sich alle zur Stärkung im Festzelt. Anschließend wurde die Prozedur in Selgersdorf wiederholt. Am späten Nachmittag schlug das letzte Stündchen der Strohpuppe. Auf dem Kirchplatz wurde sie unter Wehklagen dem Feuertod übergeben.

Unter erschwerten Bedingungen traten die Strohmänner in diesem Jahr an. Der Wettergott zeigte auch am Veilchendienstag kein Einsehen, es regnete in Strömen. Dennoch ließen sich die Karnevalisten das Brauchtum im 50. Jahr nicht nehmen.

Zunächst waren es 60 Aktive, darunter auch eine Kindergruppe mit kleiner Puppe und kleinem Wurftuch, doch im Laufe des Tages gesellten sich immer mehr dazu. Nachdem dann der Lazarus verbrannt war, bei dem in diesem Jahr Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs als Täufer fungiert hatte und seine Amtskollegen Jürgen Frantzen aus Titz und Jörn Langefeld aus Inden die Patenschaft übernahmen, traf man sich zum Kehraus.

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