Seit 35 Jahren aus Jülich nicht wegzudenken

Von: Kr.
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Ins Jahr 2033 ließen Kirsten Müller-Lehnen und Jürgen Dornseife die Gäste bei der Jubiläumsfeier des Kunstvereins blicken. Foto: Kròl

Jülich. Man schreibt das Jahr 2033. Der Jülicher Kunstverein besitzt einen eigenen Fernsehkanal. Gerhard Richter will unbedingt Mitglied werden und im Hexenturm eine Ausstellung machen. Geld spielt keine Rolle, man hat es und besitzt sogar eine Dependance in Portugal.

 Dieses utopische Bild zeichneten die erste Vorsitzende des Kunstvereins, Kirsten Müller, und ihr Mitstreiter Jürgen Dornseiffer bei einem kleinen Sketch aus besonderem Anlass. Der Kunstverein feierte Geburtstag und blickte in die Zukunft. Zum 35-jährigen Bestehen hatten sich Jülichs Kunstfreunde im Hexenturm zusammengefunden,um sich an die vergangenen Jahre zu erinnern, die großen und kleinen Ereignisse Revue passieren zu lassen und auch den einen oder anderen Blick in die Zukunft zu wagen.

Es war eine lockere Runde, in der man sich traf, denn große Reden sollte nicht geschwungen werden. Dennoch ließ es sich Jülichs stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Gunia nicht nehmen, dem Verein und seinem Vorstand im Namen der Stadt zu danken. „Ich könnte mir Jülich ohne seinen Kunstverein gar nicht mehr vorstellen. Es gibt eine Reihe von Geschichtsvereinen in der Stadt, aber nur einen Kunstverein und der deckt mit seinem vielfältigen Angebot alle Ansprüche ab“, meinte er. Gunia hat zudem festgestellt, dass besonders der Kunstverein stark von Frauen geprägt wurde.

Siefert gab den Anstoß

Den ersten Vorsitz übernahm bei seiner Gründung Käthe Weden, die dieses Amt lange ausübte. Es folgten Dr. Birgit Leyens und die heutige Vorsitzende Kirsten Müller-Lehnen. Diese Reihe wurde lediglich kurzfristig von einem männlichen Vorsitzenden, Peer Kling, unterbrochen. Und es war damals auch eine Frau, die Berliner Künstlerin Angelika Siefert, die nach Jülich verzogen war und hier Kunstschaffende und Kunstfreude um sich scharte, woraus letztendlich der Verein erwuchs. Sie verließ die Herzogstadt bald wieder, doch der Kunstverein blieb.

Mit Unterstützung der Stadt, der Sparkasse und vieler fleißiger Hände wurde der Hexenturm hergerichtet. Zur ersten Ausstellung konnten niemand Geringere als Franz Bucholz und Josef Beuys gewinnen. Es folgten viele weitere Ausstellungen, die 132. ist mittlerweile in Vorbereitung. Es gab Workshops Seminare, Reisen. An all dies erinnerte Dr. Mirjana Stein-Arsic, die ebenfalls eine Frau der ersten Stunde ist. Sie ließ die ersten zehn Jahre Revue passieren und rief den Anwesenden noch einmal die Wasserkunstaktion ins Gedächtnis, die Renate Schenk organisiert hatte, die Vorträge, die Kunstaktionen, die mit Kindern realisiert wurden, die hochkarätigen Ausstellungen und vieles mehr.

Ebenso erfolgreich ging es auch nach den ersten zehn Jahren weiter. Die rege Pflege des Vereinsleben versteht sich von selbst. Nach wie vor sind die Fahrten sehr beliebt. Die Ausstellungen, die der Kunstverein organisierte, reichten von der Fotografie über Lichtkunst, Skulpturen Malerei und Druck bis hin zu gefalteten Büchern. Viele Ausstellungen wurden mit Workshops verbunden und die Jugendarbeit nicht vergessen.

Eng arbeitet der Verein mit der Villa Kunterbunt zusammen, verwirklichte Projekte mit dem Mädchengymnasium und der Gesamtschule Niederzier-Merzenich.

Natürlich hat der Verein auch Pläne für die Zukunft. Die Vorsizende erinnerte daran, dass man im September daran gehen wolle, einen Arbeitskreis zur Aktivierung Jülicher Künstler zu gründen, die im Hexenturm ausstellen wollen.

In gemütlicher Runde, bei Spezialitäten aus der Gründungszeit des Vereins und einem guten Tropfen ließ man anschließend den Abend ausklingen.

Zu Beginn hatte Schamanin Britta Atila-Franke mit ihrer Performance die Gäste aufs Jubiläum eingestimmt, während Dieter Laue die Gäste musikalisch in die Gründungszeit zurückversetzte.

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