Jülich - Seit 25 Jahren präsentiert das Museum Zitadelle Geschichte

Seit 25 Jahren präsentiert das Museum Zitadelle Geschichte

Von: ptj
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25 Jahre Museum Jülich: Museumsleiter Marcell Perse zeigt das Motivbild, das „die Runde machen soll“; links Dr. Christoph Fischer. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Geschichte wird in jedem Menschen zum Dialogpartner. Es macht mir heute noch Spaß, herausgefordert zu sein und zu überlegen, wo ist die Verbindung zu uns?“ Das betonte Museumsleiter Marcell Perse im Vortrag beim letzten Mittwochsclub 2017, einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe des Jülicher Geschichtsvereins mit dem Museum Zitadelle in der Schlosskapelle.

Thema war das Silberjubiläum des Museums, Referent sein Leiter Marcell Perse, der die Entwicklung der prägenden Einrichtung für Jülich mit seinen Kernthemen „Römer, Renaissance, Romantik“ ein Vierteljahrhundert begleitet hat.

Perse führte auf eine zweistündige Rückreise durch große Ausstellungen, Hintergründe, wegweisende Kooperationen, den Aufbau einer überregional beachteten Sammlung und nicht zuletzt wichtige Akzente in der Kulturpolitik.

Der Museumsleiter, der als Kölner Student 1985 für die Abschlussarbeit eines Stipendiums zu einer großen Grabung nach Jülich kam, stellte gleich diverse Dinge klar: „Das ist keine Perse-Gedenkveranstaltung. Ich war Archäologe und kein Museumsmensch. Ganz viele haben geholfen“.

Die ersten Helfer waren Andreas Kupka, der „was von Festung verstand“, Guido von Büren, der gerade sein Abitur machte und sich bei den damals üblichen „Buddelaktionen“ mit Schülerbeteiligung sehr interessiert zeigte, Bernhard Dautzenberg und später Christoph Fischer. „Ich hatte das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein“, ergänzte Perse. Zweitens war „das Kulturhaus wunderschön, hatte nur den einen Fehler, dass es nicht in der Zitadelle lag, die noch wichtiger ist als der Hexenturm. Keine Stadt hat eine so riesige Festungsanlage italienischer Prägung in seinen Mauern stehen“.

Ferner gab es seit 1902 ein Heimatmuseum in Jülich, aber erst seit dem 28. November 1992 ein „hauptamtlich geleitetes Haus“. Ausgehend vom Fund der Minerva-Statue, die „ein bisschen Symbolfigur für Jülich geworden ist“, führte Perse in die aktuelle Umzugssituation des Museumsmaterials aus drei verschiedenen Standorten in den Keller der ehemaligen Realschule. Das ist „ein Bunker mit dicken Wänden, die uns jetzt helfen, das Klima zu halten“.

Schlaglichter in der Museumserfolgsgeschichte sind das „Römisch Germanische Museum Jülich“ im Keller des Alten Rathauses seit 1955 und die großen Ausgrabungen 1986/87 des fränkischen Gräberfeldes an der Tiefgarage Schlossstraße, die „neue Impulse gaben, das Museum professionell aufzubauen“.

Beispiele für Ausstellungsthemen sind „Römerstraße“ zum Stadtjubiläum 1988 in der Stadthalle oder „Juliers-France“ 1994/1995 im restaurierten Hexenturm. Den ersten großen Erfolg brachte die Landesgartenschau (LaGa) 1998, auch in Bezug auf das Museum. Denn in „Do-it-yourself“-Manier hatte das Museumsteam eine kleine Ausstellung im Schlosskeller organisiert und führte erstmals Besucher durch Bastionen und über Wälle ins Pulvermagazin.

1999 folgte der gelungene Festakt zum Doppeljubiläum „450 Jahre Zitadelle und 200 Jahre Brückenkopf“ . Das deutschlandweite Projekt „Riss im Himmel“ „lief toll in Jülich, als zweite Verlängerung der LaGa“ wiederum vom Ministerium finanziell gefördert. Die erste Schirmerausstellung im Pulvermagazin hieß 2001 „Natur im Blick“. Sie profilierte sich durch überregionale Wahrnehmung. „Zum ersten Mal alles ausverkauft“ war bei der Ausstellung „Gottesschau & Gottesliebe“.

Von der Mystikerin Christina von Stommeln wurde erstmals ein fahndungstechnisches Abbild gefertigt. In diesem Zusammenhang betonte Perse das Anliegen des Museums, „dass der Mensch im Mittelpunkt unserer Arbeit steht“. Mit Blick auf die geplante Wasserbefüllung des Indener Tagebaus stellte er heraus: „Jülich wird mal die Stadt am Indeschen Meer sein, die die Geschichte noch hat und sie anderen erzählen kann“.

Durchschnittlich besuchen täglich 15 bis 20 Gäste das Museum. Das macht in der Spitze 7000 Besucher pro Jahr, eine „gute Leistung für eine Stadt wie Jülich“. Die Sanierung der Pasqualini-Brücke 2014/15 bescherte dem Museum Einbußen von bis zu 2000 Besuchern jährlich im Vergleich zu den Spitzenwerten. Zu letzteren führten das Schirmerprojekt, die Christina-Schau sowie die Dialogausstellung „Schirmer/Billigton/Gross“ und das Jubiläum „Wilhelm 500“.

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