Sechs Projekte für das fahrradfreundliche Jülich

Von: -vpu-/red
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Foto: Jansen

Jülich. Die Förderung war keine Selbstverständlichkeit. 233.000 Euro erhält die Stadt Jülich vom Bund, damit sie fahrradfreundlicher wird. „Es hat auch Absagen gegeben“, sagte der Jülicher Klimaschutzmanager Sebastian Ross, als er die frohe Kunde im Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen überbrachte und auf Rückfragen zu seinem Bericht gefasst war.

Die gab es aber nicht, denn auch der Ausschuss war rundum zufrieden. Das Geld ist in mehrfacher Hinsicht zweckgebunden und wurde im Rahmen des Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ zugesprochen. Hier hatte sich die Stadt mit einem Bündel an Projekten beteiligt, die nun mit den Partnern Stadtwerke und Forschungszentrum umgesetzt werden. „Wir hoffen, dass wir die ersten Maßnahmen in Richtung Sommer hinkriegen“, sagte Ross im Neuen Rathaus.

Sechs Maßnahmen werden nun realisiert. Die Stadt selbst erhält 210.600 Euro, die Stadtwerke bekommen weitere 22.500 Euro. Die Aufgabe des Bundesumweltministeriums war klar umrissen: Wie kann der Jülicher Radverkehr auf modellhafte Weise gestärkt und gleichzeitig eine möglichst hohe Wirkung für den Klimaschutz erzielt werden? Mit einer gemeinsamen Projektskizze hatten sich Stadt, Stadtwerke Jülich GmbH (SWJ) und Forschungszentrum Jülich dieser Frage angenommen.

In einem zweistufigen Verfahren hat sich die Jury für das Jülicher Maßnahmenpaket entschieden. Es sieht im Kern eine verbesserte Anbindung von Forschungszentrum, Gewerbegebiet Königskamp und Fachhochschulcampus an die Stadt und den geplanten Bahntrassenradweg aus Aachen vor.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schaffung von Ladeinfrastruktur für E-Bikes und der Errichtung sicherer Radabstellmöglichkeiten. „Diese Maßnahmen sind ein erster wichtiger Schritt, um die Radverkehrsbedingungen in Jülich zu verbessern und mehr Bürgerinnen und Bürger für diese klimafreundliche und gesunde Art der Fortbewegung zu begeistern“, sagt Klimaschutzmanager Sebastian Ross, der das Projekt koordiniert und jeden Tag selbst 35 Kilometer im Fahrradsattel sitzt.

Dr. Peter Burauel, Leiter der Stabsstelle Zukunftscampus, fasst die Klimaschutz-Potenziale des Projektes zusammen: „Jeden Tag pendeln über 5000 Menschen auf das Gelände des Forschungszentrums. Wenn es gelingt, den Anteil der regelmäßigen Radpendler zu verdoppeln, können fast eine Million motorisierte Kilometer pro Jahr eingespart werden.“

Als Anreiz wird die Stadt deshalb die Anbindung des Forschungszentrums und des Gewerbegebiets Königskamp verbessern. Geplant sind eine Entschärfung des Gefahrenpunkts am Bahnübergang zur Dürener Straße / Lohfeldstraße sowie die Asphaltierung eines ca. 600 m langes Schotterwegs zwischen Rochus- und der „Rübenstraße“.

Bahntrassenradweg soll folgen

Das fehlende Stück in Richtung Dürener Landstraße soll im Rahmen des vom Kreis Düren geplanten Bahntrassenradwegs aus Aachen in Zukunft ebenfalls ausgebaut werden. Zudem sollen sichere Radabstellanlagen am Haltepunkt Rurtalbahn die Kombination von Bahn und Fahrrad attraktiver machen.

Auch das Jülicher Zentrum selbst wird fahrradfreundlicher. Die Stadtwerke Jülich errichten gleich neben der Touristeninformation am Schlossplatz eine von drei neuen Ladestationen für E-Bike-Batterien. „Wir wollen die Stadt für Bürger und Besucher attraktiver machen. Dazu erweitern wir unser bestehendes Angebot im Bereich der Elektro-Mobilität und sorgen jetzt auch für Lademöglichkeiten von Elektro-Fahrrädern“, erläutert Bernd Bölter, zuständig für die Entwicklung der Elektromobilität bei den SWJ.

Das Angebot, jetzt auch E-Bikes in Jülich an mehreren Stationen aufladen zu können, werde sicherlich auch von Rad-Touristen genutzt werden. Abgerundet wird das Maßnahmenpaket mit zwei weiteren E-Bike-Ladestationen auf dem Fachhochschulcampus Jülich sowie dem Gelände des Forschungszentrums.

Zusätzlich wird auf dem Schlossplatz ein zentraler Fahrradparkplatz für etwa 30 Räder entstehen. Dieser Vorschlag war aus der Politik noch kurzfristig in den Wettbewerbsbeitrag eingeflossen. „Bauliche Verbesserungen, die Tour de France und nicht zuletzt die Kampagne ,Stadtradeln‘ im Sommer: Das wird ein gutes Jahr für den Jülicher Radverkehr“, freut sich Sebastian Ross.

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