Scottish Days: Freunde Schottlands erobern Jülicher Park

Von: Kr.
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Der Steinweitwurf ist eine traditionelle Disziplin der Highland Games, die in Jülich demonstriert wurde. Foto: Kròl
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Das Tauziehen zwischen Bikers und den Highland Battle Beards entschieden die „Bärte“ für sich.
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Die White Hackle Pipers and Drummers begleiteten die Sportler musikalisch.

Jülich. Es ist die Leidenschaft für die schottischen Highlands, dieser wunderbaren Landschaft, und für die Menschen, die dort leben, die sie antreibt. Die Geschichten, die sich um dieses Land und dieses Volk ranken, das stets unterdrückt wurde, aber dennoch seine Freiheitsliebe bewahrt hat, faszinieren. Und es ist ihre eng mit der Natur verbundene Lebensart, die die Mitglieder der verschiedenen Highland-Vereine in Deutschland dazu bewegt, das Leben in den Highlands möglichst authentisch nachzuempfinden.

Und vielleicht ist es auch ein wenig die Vorliebe zum schottischen Whiskey, der Kennern zu Folge, der einzig wahre ist. Einer von ihnen, der sich mit den Schotten und ihren Traditionen wie den Clan Gatherings und natürlich auch den Highland Games verbunden fühlt, ist Frank Forger, der jahrelang einer Pipe and Drums Band angehörte und heute auch Mitglied beim Kölsumer Highland Games Verein ist.

Durch Ehefrau Angela, die gebürtig aus Jülich ist, wurde er auf den Brückenkopf-Park aufmerksam und fand die Idee gut, dort Scottish Days zu testen. Es war ein Versuchsballon, der da am Wochenende erfolgreich gestartet wurde, denn der Zuspruch war für eine Premiere gut. Schon jetzt stricken die Eheleute am Event für 2018, das noch ein wenig wachsen soll.

Unterstützt werden sie bei ihren Bemühungen von den Mitgliedern des Kölsumer Highland Games Verein und den Friends of Scotland Aachen. Doch auch jetzt schon sah man in Jülich und vor allem im Park eine stattliche Zahl von Männerbeinen, die in den traditionellen Röcken steckten, mit dicken Wollstrümpfen und Nagelschuhen. Denn das ist das klassische Outfit eines Highland-Schotten. Vor dem Hauptzelt fanden die klassischen Highland Games statt, allerdings aus Sicherheitsgründen in etwas abgespeckter Form.

Neun Männer und vier Damen versuchten sich in Disziplinen wie Caber Toss (Baumstammwerfen), Stone Put (Steinwurf), Weight Throw (Gewichtweitwurf), Weight over the bar (Gewicht Hochwurf) und Sheal Toss (Strohballen Hochwurf). Neben dem sportlichen Ehrgeiz ist es aber vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Teilnehmer reizt. Gegenseitig feuert man sich lautstark an und freut sich auch über die Erfolge der anderen.

Seit kurzem hat auch Monika Nobis aus Stolberg ihre Leidenschaft für die Schotten und die Highland Games entdeckt und ist den Highland Battle Beards aus Stolberg beigetreten. Sie tritt noch nicht im Wettkampf an, für sie zählt in erster Linie der Gemeinschaft. „Man braucht nicht viel, um diesen Sport auszuüben. Das Trainingsgerät kostete fast nichts. Man muss nicht unbedingt sehr sportlich sein, und was mir auch wichtig ist: Man ist viel in der freien Natur“, sagt sie und trat gemeinsam mit ihren Freunden gegen einen euregionalen Biker-Club im Tauziehen an.

Haushoch gewannen die Stolberger diesen Wettkampf, der traditionsgemäß ebenfalls zu den Highland Games gehört. Und was ein waschechter Schotte ist, der lässt sich auch von ein paar Regentropfen, die über den Park fielen, nicht abhalten. Da fühlt man sich doch richtig zu Hause und da weiß man doch gleich auch, warum die Schotten ihren Kilt tragen.

Das traditionelle Leben

Die Friends of Scotland hatten ihr kleines Lager ebenfalls im Stadtgarten aufgeschlagen und stellten das traditionelle Leben der Highlander vor. Da wurde mit Schwertern und harten Bandagen gekämpft. Voller Spannung verfolgten die zahlreichen Zuschauer diese Schaukämpfe. Gleichzeitig gab es eine Menge Information über Schottland – wann, wer mit wem im Krieg gelegen hat und so weiter. Doch wer weiß schon, dass ein Kilt aus einer sieben Meter Stoffbahn gelegt wird und ohne jede Naht oder Nadel nur von einem Gürtel gehalten wird. „Es ist ganz praktisch in den Highlands so viel Stoff mit sich zu haben, denn da kann es ganz schön kalt werden“, erklärte Tim Altdorf, kam aber nicht umhin zuzugeben, dass dieser reine Wollstoff auch ganz schön kratzig ist. Aus dem Publikum fand sich dann auch schon bald jemand, an dem man demonstrieren konnte, wie so ein Kilt angelegt wird.

Doch was wären Scottish Days ohne Dudelsack und Trommeln? Musikalisch wurden die Teilnehmer am Samstag von den „White Hackle Pipes and Drums“ stilecht begleitet, und am Sonntag kamen noch die „Wupper District Pipers and Drummers“ sowie die „Fifty six Koblenz Pipe Band“ dazu. Am Samstagabend standen dann mit der Band „Ferry2Carry“ Celtic Rock and Pop und natürlich auch Traditionals auf dem Programm. Ein kleiner Markt, ein Whiskey Tasting und die traditionellen Fish and Chips rundeten das Angebot ab.

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