Schwimmmeister Richter hat Freibad-Gäste, Pumpen und Filter im Blick

Von: tm
Letzte Aktualisierung:
6009047.jpg
Schwimmmeister Arnd Richter kontrolliert die Qualität des Beckenwassers. Foto: Mauer
6008242.jpg
Auch die riesige Bottiche mit den Filtern begutachtet Richter regelmäßig.

Jülich. Bademeister ist er nicht, den Titel führt sein medizinischer Kollege. Er hingegen herrscht über zwei Millionen Liter Wasser, ist in in Spitzenzeiten für bis zu 6600 Menschen verantwortlich und ist auch Herr über Filter und Pumpen. Arnd Richter legt zu Recht Wert auf die korrekte Berufsbezeichnung „Schwimmmeister“. Im Jülicher Freibad ist im Sommer Hochbetrieb.

„Wenn so viele Menschen hier sind, passen wir zu zehnt auf.“ Der Schwimmmeister arbeitet im Team mit zwei Kollegen und einigen zusätzlichen Kräften, je nach Bedarf. Die DLRG und der Malteser Hilfsdienst rücken dann mit an, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten.

Die beginnt jeden Morgen mit der Überprüfung der Wasserqualität. Bis zu viermal täglich steht das kühlende Nass unter kritischer Beobachtung. Im Keller verrichtet die Technik unauffällig ihren Dienst. In fünfeinhalb Stunden ist das gesamte Wasser einmal umgewälzt. Zwei Pumpen schaffen jeweils 360 Kubikmeter in der Stunde. Für Sprungbecken, Planschbecken und Kinderbecken stehen separate Pumpen zur Verfügung.

„Das Chlor spürt der Schwimmer nur dann, wenn es arbeitet“, betont Richter. Dann vernimmt man den Geruch oder ein leichtes Brennen in den Augen, je nach Empfindlichkeit. Im Grunde ein gutes Zeichen, das von der Reinungsarbeit kündet. Sonnenöle und andere Flüssigkeiten, die nichts im Wasser zu suchen haben, müssen gebunden werden und können anschließend im Filtersystem ausgeschieden werden. An Spitzentagen ist das kein leichtes Unterfangen.

Damit die Wasserqualtität immer stimmt, nimmt der Schwimmmeister Proben aus den Becken. Daneben ist im Keller des Schwimmbads ein Überwachungssystem installiert, das ebenfalls auf Verunreinigungen reagiert. Mehrmals täglich ist ein Gang zur Überwachung notwendig.

Automat reinigt Beckenboden

Für das Sprung- und große Schwimmbecken steht ein Reiningsautomat zur Verfügung, der unauffällig und völlig selbstständig auf dem Boden seinen Dienst verrichtet. Früher musste der Schwimmmeister das von Hand mit einem Sauger in stundenlanger Arbeit tun. „Wir können das selbstverständlich auch noch, aber die Maschine ist eine großer Erleichterung.“

Der Dienst von Arnd Richter beginnt um 8.30 Uhr. Das klingt gut, klappt aber oft nicht. „Wir sind oft schon um 7.30 Uhr hier, um das Bad auf die Besucher vorzubereiten. Die stürmen an heißen Tagen um 9.30 die Kasse. An ruhigen Tagen bevölkern die „Morgenschwimmer“ in kleiner Anzahl das Becken. Abends ist um 19 Uhr Schluss, in den Ferien um 20.30. „Vor 22 Uhr kommen wir hier aber nicht weg.“ Denn wenn die Besucher Becken und Rasen geräumt haben, beginnt die Arbeit der Schwimmmeister.

Der gesamte Rasen, der nicht gerade kleinen Liegewiesen wird nach Papier- und Eistütenresten abgesucht. Anspruchsvoll gestaltet sich die „Bergung“ der Müllsäcke, die gerne von gereizten Wespen bevölkert werden. „Wenn die Besucher konsequent ihren Abfall in die Müllsäcke deponieren und dabei den Deckel schließen würden, hätten wir keine Wespen im Freibad“, zieht Richter einen einfachen Schluss.

Bei den immer wieder auftretenden Stichen der angriffslustigen Insekten darf der Schwimmeister nur kühlen, meist ist ein Sanitäter in der Nähe, der weiterhelfen kann. Vorsorge wäre jedoch einfacher, zumal die Abfallbehälter immer in Sichtweite erreichbar sind.

Die medizinischen Helfer sind auch für Kreislaufschwächen oder andere Verletzungen zuständig. Die Kraft der Sonne wird auch immer wieder unterschätzt, weiß Richter. Dabei verfügt das Freibad über zahlreiche Bäume auf der Liegewiese, die zum schattigen Verweilen einladen.

„Große Verletzungen haben wir hier nicht“, freut sich „Oberschwimmer“ Richter. Hautaufschürfungen und kleine Schnitte kommen immer wieder vor. Wenn jugendliche Besucher allzu stürmisch um die Becken laufen, rutscht gerne hin und wieder jemand aus. Und auch wilde Tobereien von Heranwachsenden hintgerlassengelegentlich blutige Schrammen auf der Haut.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert