Schwelgen im Superlativ

Von: Guido Jansen
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Julius Brink (links) reklamier
Julius Brink (links) reklamiert, Jonas Reckermann, der ausnahmsweise auf der anderen Seite des Netzes Stand, freut sich über einen Punkt gegen seinen etatmäßigen Mitspieler. Foto: Guido Jansen

Jülich. Viele hundert Menschen im Jülicher Land dürften heute Schwielen an den Händen haben. Schließlich haben die Besucher des Beachvolleyball-Spektakels im Brückenkopf-Park Stunden lang heftig applaudiert.

Besonders laut und kräftig, als Julius Brink, der neue König des DKB-Beach-Cups, dem Park und den Zuschauern ein großes Kompliment machte. „Das hier ist eine tolle Location”, rief der Mann, der das Turnier mit Weltklasse-Besetzung gewonnen hat. „Ich hätte gar nichts dagegen, wenn ich im kommenden Jahr wieder nach hier kommen könnte.” So lautete das Lob aus dem prominentesten Mund des Sonntags. Der 30-Jährige hat in London hat er an der Seite von Jonas Reckermann die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewonnen. Jetzt hat er die goldene Saison mit der Krönung in Jülich abgeschlossen.

Königin wurde die Olympia-Fünfte und Beachvolleyballerin des Jahres Laura Ludwig. Die elfte Auflage des Sandspektakels des Kreises Düren war ein voller Erfolg. Nicht nur für den neuen König. Auch für den Brückenkopf-Park und seine Besucher. Bekanntlich war das Turnier nach zehn Jahren in Düren umgezogen, weil der Stammplatz vor dem Rathaus nicht zur Verfügung steht. Die elfte Auflage war die bisher beste. Sie hatte so viele Zuschauer wie noch nie, die besten Spiele, das beste Wetter und zum ersten Mal Goldmedaillengewinnern. Die beiden letztgenannten Faktoren dürfen nicht unterschätzt werden. Schließlich ist überall, wo Brink und Reckermann derzeit öffentlich auftreten, ein kleiner Volksauflauf. Erst recht bei gutem Wetter.

Autogramm um Autogramm

Im Brückenkopf-Park war jedenfalls kein Sitzplatz auf der Tribüne mehr frei, viele Menschen standen zudem an den Kopfseiten des Spielfelds. Sie alle wollten die Gold-Jungs sehen. „Mein Sohn hat bei den Olympischen Spielen so stark mit den Beiden mitgefiebert”, berichtete Sabrina, die Mutter des kleinen Cedric aus Jülich. „Jetzt wollte er natürlich unbedingt nach hier.” Seit zieren die Unterschriften seiner Helden die Schirmmütze des Sechsjährigen. Darauf war der kleine Junge sichtbar stolz. Wie viele anderen. Denn die Olympiasieger haben so lange geschrieben, bis alle Autogrammwünsche befriedigt waren. Das hat lange gedauert.

Viele Kinder waren im Brückenkopf-Park zu Besuch. „Das ist ideal”, merkte Jann Habbinga, ehemaliger Volleyball-Profi aus Linnich. Er hat früher sowohl mit als auch gegen die Olympia-Sieger gespielt und konnte das Geschehen im Sand entspannt verfolgen, während seine beiden Kinder mit den Omas im Schlepptau durch den Park zogen. „Eine tolle Kombination.” Viele anderen Familien haben es offenbar genau so gehalten.

Eine Neuauflage des Turnier wird es geben. Das hat Schirmherr Wolfgang Spelthahn erklärt. Der Brückenkopf-Park hat dabei nachhaltig seinen Hut in den Ring geworfen. „Die Veranstaltung war toll”, resümierten Spelthahn und Bernd Böhnke, der Geschäftsführer des Namensgebers Dürener Kreisbahn, unisono. Nach dem Sonntag dürften die Chancen auf eine Wiederholung in Jülich nicht schlecht stehen. „Wir werden uns im Team zusammensetzen und besprechen, wie es weiter geht”, so Spelthahn.

Geht es nach den Profis, dann spricht nichts gegen eine Rückkehr nach Jülich. Die vier Teilnehmer des Herren-Wettbewerbs beispielsweise nutzten die Möglichkeit, sich zwischen ihren Spielen kurz im Freibad abzukühlen. Am Ende gab es dann für alle Spieler das Bad in der Menge. „Das macht den Charme dieses Turniers aus”, sagte Jonas Reckermann. „Bei den Stationen der Weltserie ist das Publikum weit weg. Hier sind die Leute nah dran, die Atmosphäre ist sehr familiär.”
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