Jülich - Schwebende Sitarklänge im Tablawirbel

Schwebende Sitarklänge im Tablawirbel

Von: mio
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Ein Abend voller Premieren: Aus der ersten Kooperation der „Katholischen Studentengemeinde Jülich“ und „Kultur ohne Grenzen“ ist der erste Auftritt von Vidur Mahajan (rechts) in Deutschland entstanden. Während des Konzerts spielte er das erste Mal zusammen mit Arup Sen Gupta (links).

Jülich. Der der aus Pune in Indien stammende Sitar-Spieler Vidur Mahajan saß vor seinem Publikum im Jülicher Roncalli-Haus auf dem Grund der Bühne. Die Zuschauer sind dem Musiker ganz nah. Auch, weil man zuvor vor der ersten Reihe immer wieder Stühle für weitere Gäste ergänzen musste.

Trotzdem standen im hinteren Teil des Raumes Besucher, für die kein Sitzplatz mehr vorhanden war. Als das Konzert begann, zupfte Vidur Mahajan mit einem Mizrab, das die Funktion eines gewöhnlichen Plektrums erfüllt, an den Seiten seiner Sitar. Die Töne des Yaman-Raga schwebten mit langem Nachhall durch den Raum, und die Zuschauer lauschten, teilweise mit geschlossen Augen, meditierend der Musik. Neben Mahajan befand sich noch der Aachener Arup Sen Gupta auf der Bühne, der nach einiger Zeit mit seiner Tabla und einer Bajan-Tommel den Rhythmus verstärkte und den Bass ergänzte.

„Ein Raga besteht aus aufeinander aufbauenden Zyklen, die zum Ende hin immer schneller werden“, erklärte der Sitar-Künstler und Gupta fügte an: „Dabei handelt sich um modale Musik. Sie dehnt sich also nach einem Grundton immer weiter melodisch aus. Das bedeutet auch, dass das Gespielte erst beim Musizieren bis zu einem gewissen Grad spontan entsteht, aber das Grundgerüst des Ablaufes der Musik nicht beliebig ist.“

Übrigens spielten Vidur Mahajan und Arup Sen Gupta zum ersten Mal zusammen. Auch Proben habe es laut den Künstlern vorher nicht gegeben. Darüber hinaus war ein Konzert in Deutschland für Vidur Mahajan eine absolute Premiere: „Es ist von insgesamt vier Konzerten, die ich in Europa gespielt habe, meine erste Vorstellung in Deutschland.“

Schließlich endete die Musik der beiden Tonkünstler in den immer schneller werdenden Zyklen.

Nach einem langen Applaus, mit dem die Zuschauer das Konzert honorierten, folgte nach einem kürzerem Shivaranjani-Raga das endgültige Ende der Veranstaltung.

Sitar-Lehrer aus Indien

Die Idee zu dem Konzert hatte im Übrigen Vikas Kashid. Der Student vertieft momentan seine Lehren in „Condensed matter Physics“ am Forschungszentrum Jülich. Sein Sitar-Lehrer aus Indien, Vidur Mahajan, wurde für den Konzertabend eingeflogen.

„Mein Lehrer hat mir nicht nur die Musik, sondern auch eine Philosophie vermittelt. Damit hat er mir die Türen für verschiedenste Erfahrungen geöffnet“, sagte der Schüler über seinem Lehrer.

Vor der Veranstaltung hatte sich Kashid zur Verwirklichung eines Konzerts an Alexander Peters, seines Zeichens Leiter der „Katholischen Studentengemeinde Jülich“, gewandt. Peters suchte daraufhin die Vorsitzende von „Kultur ohne Grenzen“, Nicole Hilbrandt, auf. Diese stellte den Kontakt zu Arup Sen Gupta her, um den Abend musikalisch abzurunden. „Diese Kooperation hat es in dieser Form zum ersten Mal gegeben, und ich muss sagen, dass alles wunderbar geklappt hat“, zog sie zufrieden Bilanz.

Auch Alexander Peters schien derselben Meinung zu sein, verabschiedete er das Publikum doch mit den Worten: „Ich hoffe sehr, dass wir ein solches Konzert in der Zukunft nochmals veranstalten können.“

„Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Für das Publikum, das mir so aufmerksam zugehört hat, bin ich sehr dankbar. Ich bin sehr glücklich, dass sich so viele Leute für das Konzert eingesetzt haben“, zog Vidur Mahajan sein Fazit nach der Veranstaltung.

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