Schwanenteich: Das Jülicher Wahrzeichen soll belebt werden

Von: -vpu-
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Auf Tuchfühlung mit der Trinkhalle: Max Lenzenhuber, der preisgekrönte Innenarchitekt Krasimir Kapitanov und sein Sohn Denis. Foto: Uerlings

Jülich. Nach vielen Diskussionen und einer positiven Grundsatzentscheidung im Stadtrat ist es um Max Lenzenhubers Gastronomieprojekt am Schwanenteich ruhig geworden. Nicht wenige fragen sich, wann es los geht. In dieser Woche gab es einen Ortstermin mit einem prominenten Gast aus dem Ausland: Krasimir Kapitanov aus Sofia (Bulgarien).

Seine Entwürfe gelten in der Fachwelt als „spektakulär“ und wurden preisgekrönt. Lenzenhuber hat ihn für das Projekt gewinnen können, was keine Selbstverständlichkeit ist. Der kreative Kopf (49) aus Sofia sagt selbst: „Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir aussuchen kann, was ich mache und was nicht.“ Dass seine Wahl auf Jülich fiel, hat unmittelbar mit der alten Trinkhalle zu tun, die er genauestens untersuchte.

Die Idee, Teile des Baus, der weichen muss, im Inneren eines neuen Gebäudes wieder sichtbar zu machen, habe ihm imponiert. Kapitanov: „Wenn Du einer Stadt etwas nimmst, musst Du ihr auch etwas zurückgeben.“ Er bat Max Lenzenhuber darum, jeden Stein und jeden Pfosten der Trinkhalle nach dem Abriss aufzubewahren und kündigte an: „Wir werden Geschichte anders, aber respektvoll zeigen.“

Der Designer, der vor allem Hotels und gastronomische Objekte in Italien und Osteuropa gestaltet hat, sieht seine Arbeit als Teil des Ganzen. Die „Mission“ laute: dem Wahrzeichen Schwanenteich zu neuem Leben zu verhelfen. Der Innenarchitekt hat jedenfalls die Latte hoch gehängt.

Unterdessen blieb Ideengeber Max Lenzenhuber in den vergangenen Monaten auf dem Boden der Tatsachen und musste harte Kärrnerarbeit verrichten. Das Projekt „Schwan“ erfordere hohen Planungsaufwand. „Die Vertragsgestaltungen für eine Grundstücks- und eine Betreibergesellschaft waren zu leisten. Der Businessplan ist jetzt auch durch“, sagte der Finanzökonom. Der Stadtrat hatte ihm Erbbaurecht an einer Teilfläche erteilt. Das erlaubt es, dass über einen befristeten Zeitraum (50 Jahre) gegen Bezahlung Gebäude auf einem fremden Grundstück errichtet werden.

Am Schwanenteich-Ufer Bahnhofstraße soll ein zweigeschossiger Flachbau in die Böschung gesetzt werden, der die jetzige untere Dachkante der Trinkhalle nicht übersteigt. Laut Lenzenhuber liege das Bodengutachten inzwischen mit einem positiven Ergebnis vor: „Der Boden ist gut zu bebauen.“ Der Gebäudearchitekt bereite den Bauantrag vor, der bei der Stadt Jülich eingereicht wird. Wenn von den Baubehörden eine Genehmigung vorliegt, könnten vielleicht im Winter 2017 die ersten sichtbaren Bautätigkeiten starten. Sie sollen ein knappes Jahr dauern, hofft er auf eine Eröffnung vor Weihnachten 2018.

Die Verpflichtung eines „Star-Innenarchitekten“ erklärt Lenzenhuber so: „Wir wollen und müssen auswärtiges Publikum ansprechen. Dem müssen wir etwas bieten, das es im weiten Umfeld so nicht gibt.“

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