Jülicher Land - Schulplan erntet eine Welle der Empörung

Schulplan erntet eine Welle der Empörung

Von: Volker Uerlings
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Er besucht die „neueste” Bil
Er besucht die „neueste” Bildungseinrichtung in Jülich: die Sekundarschule. Foto: Uerlings

Jülicher Land. Der Plan einer gemeinsamen Gesamtschule der Kommunen Aldenhoven und Linnich stößt in der Nachbarschaft weit und breit auf Ablehnung. Mehr noch: Die Schulverantwortlichen schäumen vor Wut, weil sie in dem Vorhaben nicht nur den Bruch des zuvor vorhandenen „regionalen Konsens” sehen, sondern eine substanzielle Gefährdung der eigenen Schulen.

Stein des Anstoßes ist vor allem die Bildung einer siebten (!) Oberstufe im Nordkreis. Damit wären mittelfristig alle Oberstufen beeinträchtigt und gefährdet.

Stellungnahmen mit diesem Inhalt trudeln derzeit in den Rathäusern von Linnich und Aldenhoven ein. Das Wogen der Entrüstung schwappen über die Grenzen des Kreises Düren. Wie unsere Zeitung erfuhr, lehnen auch die Städte Baesweiler und Eschweiler die Pläne kategorisch ab.

Um die Entrüstung zu verstehen, muss man in die jüngste Vergangenheit blicken: Alle 15 Städte und Gemeinden im Kreis Düren haben 2011 einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan in Auftrag gegeben. Das Gutachten warnt ausdrücklich vor der Gründung einer weiteren Gesamtschule im Nordkreis, da sie die regionale Schullandschaft erheblich beeinträchtigen werde und zu einer scharfen Konkurrenz um den Bestand vorhandener Schulstandorte führe.

Darauf beruft sich auch die Stadt Jülich in ihrer Stellungnahme, die uns vorliegt. Es heißt: „Aus Sicht des Schulträgers Stadt Jülich ist es deshalb unverständlich, dass ein Jahr nach der Verabschiedung des regionalen Konsenses im Kreis Düren die Kommunen Linnich und Aldenhoven von diesem Konsens abweichen und die Gründung einer gemeinsamen Gesamtschule verfolgen.”

Die Gutachter regen an, im Jülicher Land drei Sekundarschulen zu bilden: in Linnich-Titz, in Aldenhoven und in Jülich. Die in der Herzogstadt hat ihren Betrieb aufgenommen, in Linnich und Titz haben sich die Eltern nicht in ausreichender Zahl dafür entschieden - vor allem in Linnich nicht. Natürlich bemühen sich die Verantwortlichen in der kleinen Rurstadt und der Merzbachgemeinde, Standort weiterführenden Schulen zu bleiben.

Und so gab es politische Mehrheiten dafür, die Voraussetzungen für eine gemeinsame Gesamtschule zu prüfen. Die Voraussetzungen scheinen gegeben, der erforderliche „regionale Konsens” aber nicht. Das Grundproblem: Es gibt zu wenig Kinder - überall. Weil das kurz über lang an vielen Orten zu einem großen Problem wird, wurde der kreisweite Schulentwicklungsplan auf den Weg gebracht. Seinen Empfehlungen folgen Linnich und Aldenhoven aber nun nicht.

Das hat unter Umständen weitreichende Folgen, denn allein in der Stadt Jülich gibt es vier Oberstufen (Gymnasium Zitadelle, Gymnasium Overbach, Mädchengymnasium und Berufskolleg Kreis Düren). Hinzu kommen die Gesamtschulen in Niederzier/Merzenich und Langerwehe, die ebenfalls von Nordkreis-Kindern besucht werden. Würde eine weitere Gesamtschule errichtet - bei um 30 Prozent zurückgehenden Kinderzahlen -, trifft das alle.

Die Titzer Hauptschule hat im laufenden Schuljahr bereits keine Eingangsklasse mehr. Derzeit versuchen Titz und Jülich, einen Sekundarschulstandort in Titz zu errichten, um dort ein weiterführendes Schulangebot zu sichern. Auch das wird nicht gelingen, wenn Aldenhoven und Linnich eine gemeinsame Gesamtschule gründen. Diese würde nämlich mutmaßlich auch Mädchen und Jungen aus Jülich und Titz anlocken...

Das Problem ist vielschichtig. Die Kritiker argumentieren, dass eine gemeinsame Sekundarschule Linnich-Aldenhoven für alle akzeptabel und konsensfähig sei. In den angesprochenen Kommunen wiederum strebt man die bestmögliche Schulversorgung an.

Unsere Zeitung lässt in Folge auch die Kritisierten zu Wort kommen: die Bürgermeister Wolfgang Witkopp und Lothar Tertel. Was sagen Sie?
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