Jülich - Schulleiter nimmt Abschied von der Hauptschule Jülich

Schulleiter nimmt Abschied von der Hauptschule Jülich

Von: ptj
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Schulleiter Helmut Lang (r.) und Cheftechniker Franz-Josef Schiffer gehen in den Ruhestand.

Jülich. Mit einem abwechslungreichen Programm hat sich die Gemeinschaftshauptschule (GHS) Ruraue von ihren „Zwillingen“ verabschiedet: Schulleiter Helmut Lang und Franz-Josef „Jojo“ Schiffer, der als Techniker zum Schulleitungsteam zählte. „Wir ziehen um. Diesmal nicht innerhalb des Gebäudes, sondern in einen neuen Lebensabschnitt“, wie Schiffer es ausdrückte, als er gemeinsam mit Lang am Rednerpult stand.

Als letzte Amtshandlung wollte der Rektor es sich nicht nehmen lassen, seinen geschätzten Kollegen zu verabschieden, zu dem sich eine Freundschaft entwickelt hat: „22 Jahre gemeinsame Arbeit waren für mich das Beste, das mir passieren konnte.“ So lautete Langs allerschönstes Kompliment.

Als Sprössling hatte er damals seinen Vater und dessen engen Kollegen im Polizeidienst bewundert und das Verhältnis für einmalig gehalten, wurde aber eines Besseren belehrt. „Kann man sich den einen ohne den anderen denken? Nein nein, das kann man sich schenken. Hier war nie etwas veraltet. Gemeinsam haben sie alles verwaltet. Sie haben wirklich an alles gedacht. Sie haben die Sanierung gemacht“, reimte Kollegin Hilde Köhler-Gerdes ihre Laudatio auf die scheidenden Kollegen.

Schulrat Joachim Hülshorst, trat mit Schulrat Josef Lemoine gemeinsam ans Mikro, um Lang nach 40 Dienstjahren, davon 20 Jahre in leitender Funktion, die Zurruhesetzungsurkunde zu überreichen. Lemoine lobte Lang und Schiffer als „ stets kollegiale und loyale Gesprächspartner“. Gemeinsam hätte man ohne großen Aufwand „manch schwierige Situation bewältigen können“. Dazu zählt die „nicht immer leichte Arbeit mit Schülern mit den härtesten Biographien“, die an anderen Schulen keine Aufnahme mehr fanden. „Nicht immer“ erhielt Lang dafür öffentliche Anerkennung. „Ich kenne Sie beide. Sie werden nicht von 100 auf 1 fahren, das ist gut so“. Bürgermeister Heinrich Stommel unterstrich. „Unsere GHS ist ohne Sie gar nicht vorstellbar.“

Anspruchsvoll gestalteten sich die klassischen Instrumentals der „Rurtaler“, bestehend aus Langs Gattin Gabriele (Violine) und Doris Wolters (Viola). Sie reichten von einer heiteren Sonantine von Klaus Wölki über ein Scherzando von Georg Philipp Telemann bis zu einem Menuett von Michel Corette. Eines der Highlights war ein Musiktheater mit drei Puppen, die synchrom zum Song „Männer“ von Herbert Grönemeyer die Lippen bewegten – das Publikum war begeistert. Erst nach dem Auftritt waren drei Strippenzieherinnen auszumachen, die die Puppen auf ihrem Hut befestigt und sie auf dem Rücken liegend hinter dem Vorhang hatten singen lassen. Mit dabei war erneut Gabriele Lang.

Aus einer einfachen Rechenaufgabe ihres Sohnes machten die Ehemaligen Hartmut Dreßen und „Jojos“ Ehefrau und Kollegin Maritta Schiffer ein heiteres Drama, das zum Kauf von 28 Torten führen sollte. Eine dreiköpfige Lehrerband im Clownsoutfit, angeführt von Lehrer Roland Singler, brachte d valslieder zu Gehör, die das Publikum erraten sollte. Bis auf die Zugabe „Eenmol Prinz ze sin“ gelang das in Sekundenschnelle, die Zuhörer stimmten das jeweilige Lied sogar gleich an.

Karin Stobbe, pädagogische Koordinatorin im Schulleiterteam, und Lehrer Dieter Kagermeier brahcten passend zum Thema „Umzugsprogramm“ pro „Zwilling“ eine Kiste mit, in die erhaltenswerte Details für den neuen Lebensabschnitt gepackt wurden. Andere landeten in der Müllkiste. So wurden Aktenordner, Stoppuhren oder Baupläne mit der Bemerkung „fott“ versehen.

Erhaltenswert waren Wörterbücher, Sturzhelm, historische Romane, Pfeife, Ramazotti-Fläschchen und Musikschlüssel: Lang ist passionierter Gitarrist im Mandolinen-Orchester Rurtal, Schiffer singt mit seiner „herrlichen Stimme“ gerne Höhner-Lieder. Zudem wurde letzterer mit einer Sandschüppe mit Kindermütze bedacht. Er ist unlängst „Opa von ‚nem Köbes geworden“, der Kleine heißt Jakob.

Anders als Schulleiterkollege Charly Kreiner griff Lang nicht selbst zu Gitarre, sondern „ließ spielen“, bevor am Büffet noch ein Ausklang wartete.

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