Jülich - „Schule ohne Rassismus“: Berufskolleg gehört dazu

„Schule ohne Rassismus“: Berufskolleg gehört dazu

Von: ptj
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Sie bereiteten die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ vor: v.l. Christina Stolz, Siham Talbioui, Jasmin Ravindran und Stephanie Schleibach. Foto: Jagodzinska

Jülich. Als sechste Schule im Kreis Düren wurde dem Berufskolleg Jülich der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Die Ehrung wurde in einer erfrischend gestalteten Feierstunde mit vielen überregional wichtigen Gästen begangen.

Eine solchermaßen ausgezeichnete Schule muss vorab Unterschriften von mindestens 70 Prozent der Schüler- und Lehrerschaft und sonstigen Mitarbeitern gesammelt haben. Ferner muss sie sich verpflichten, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und jährlich ein Anti-Rassismus-Projekt auf die Beine zu stellen. Außerdem ist mindestens ein Pate zur Projektunterstützung erforderlich. Das Berufskolleg sammelte 1242 Unterschriften und zwei Paten.

Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, der die Einrichtung „immer wieder mit besonderem Interesse bedenkt und besucht“, wie Berufskolleg-Leiterin Heike Schwarzbauer es ausdrückte, ist einer von ihnen. Mit seinen Ministerien für Schule und Weiterbildung und dem für Integration sei er „doppelt qualifiziert für die Übernahme dieser Patenschaft“. Zweiter Pate ist Prof. Emanuel Richter vom Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen. Die beiden Einrichtungen verbindet unter anderem eine Kooperation mit dem Lehrerbildungszentrum durch diverse Schulpraktika für Studierende im Rahmen ihres Lehramtsstudiums.

Initiatorin der Bewerbung des Berufskollegs am Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ war die frühere Schülersprecherin Christina Stolz, die bei Schwarzbauer „offene Türen einrannte“. Gemeinsam mit ihren Freundinnen, der Inderin Jasmin Ravindran, der Marokkanerin Siham Talbioui und der neuen Schülersprecherin Stephanie Schleibach, engagierte sie sich für die Unterschriftensammlung. „Jeden Menschen zu akzeptieren, war mir schon immer sehr wichtig. Wir sind alle gleich“, begründete sie ihr Engagement, dessen Fortführung sie wegen einer neuen Berufsausbildung in die Hände von Stephanie Schleibach legte.

Die Feststunde umrahmte das Trio Stolz, Schleibach und Rabindran mit einer amüsanten wie informativen Befragungsaktion des Publikums. Ferner brachten die drei Damen ansprechende Interpretationen englischer Hits vor Bildimpressionen zu Aktionen im Berufskolleg zu Gehör. Lukas Sieben und Muhammet Sürer trugen zudem das Gedicht „Vater, mein Vater“ von Robert Gernhardt vor. Die Urkunde überreichte Jürgen Fischer vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Düren, der seinen eigenen Migrationshintergrund unterstrich. Die Frage: „Was kann ich gegen Rassismus tun?“, beantwortete Dr. Schäffer so: „Miteinander sprechen, miteinander machen, Vorurteile abbauen, die Nährboden für Rassismus sind.“

Mit ihrem Integrations- und Teilhabegesetz stelle sich die Landesregierung dem Rassismus. Eine Schule ohne Rassismus helfe, „eine Kultur des Willkommens zu etablieren“. Ein großes Kompliment gab es von Maria Kaptain, Leiterin des Schulverwaltungsamtes des Kreises: „Hier wird Menschlichkeit groß geschrieben. Damit erhöhen Sie die Qualität der Gesellschaft“. „In Europa gegen rechte Tendenzen aufbegehren“, lautete das Stichwort von Prof. Richter. Die Bedrohlichkeit des Rechtsextremismus untermauerte er mit seinem Bericht über eine Promotionsarbeit zum Thema „Rechtsrock“.

Eine Ausstellungseröffnung gegen Rechtsextremismus der Oberstufe der Handelsschule und der Jahrgangsstufe 11 des beruflichen Gymnasiums für Wirtschaft und Verwaltung rundete die Veranstaltung ab. Für Platten reich belegter Brötchen sorgte der neue Bildungsgang „Servicekraft“ im Berufskolleg.

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