Schule der Zukunft: Aldenhoven will mit Linnich verhandeln

Von: gep
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Aldenhoven. „Es brennt richtig in Aldenhoven.” So kommentierte der Vorsitzende des Schulausschusses, Udo Wassenhoven (SPD), im Gemeinderat die niedrigen Anmeldezahlen zur Haupt- und Realschule.

Im Schuljahr 2012/13 wollen nur 20 bzw. 38 die beiden weiterführenden Schulen in der Merzbach-Gemeinde besuchen. Die diesjährigen Anmeldezahlen bedeuten, dass es nicht für die Einrichtung einer Sekundarschule im Sommer reichen würde, hierfür wären 75 Schüler erforderlich. Somit könnte die einzige Chance schwinden, dass es in Aldenhoven weiterhin ein weiterführends Schulangebot mit den Klassen 5 bis 10 geben wird, wenn die im nächsten Sommer eingeschulten Kinder in fünf Jahren ihren Haupt- oder Realschulabschluss in der Tasche haben werden.

Daher will die Gemeinde jetzt ihre Fühler in Richtung Linnich ausstrecken. Die beiden Kommunen kämen, sollten sie sich einig werden, auf gut 100 Schüler in der Sekundarstufe I.

Mit dem Rurstädtchen, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhard Paffen, könne Aldenhoven - anders als die Gemeinde Titz - „auf Augenhöhe” über eine Sekundarschule mit zwei Standorten verhandeln.

Zugleich übte der Siersdorfer Christdemokrat heftige Kritik an der Schulpolitik der „neuen Mehrheit” aus SPD, F-L (früher FDP) und Freier Wählergemeinschaft (FWG). Sie habe es versäumt, „umfassende Informationsveranstaltungen” zu organisieren und damit auch den richtigen Zeitpunkt verpasst, das Wahlverhalten der Eltern zu beeinflussen. Folge sei auch, dass sich Alsdorfer nicht mehr in Richtung Käthe-Kollwitz-Realschule orientierten und Siersdorfer jetzt „überwiegend” die Realschule Setterich bevorzugten.

Der FWG-Vorsitzende Dieter Froning räumte ein, er habe nicht erwartet, „dass es soweit nach unten geht”. Dem pflichtete Wassenhoven bei: „Das hat sich keiner kreisweit vorstellen können.”

Auffällig sei, so fügte der Freialdenhovener Sozialdemokrat, dass die Stadt Jülich, die ein Jahr früher mit der Sekundarschule startet, trotz einer Informationskampagne Viertklässler an die Realschule Linnich verloren habe. Nach Einschätzung von Paffen gibt es einen generellen Trend zum Gymnasium, und für Froning ist es nicht verwunderlich, dass Eltern sich für die höchstmögliche Schulform entscheiden würden.

Bürgermeister Lothar Tertel ist trotz der alarmierenden Zahlen zuversichtlich: „Wir haben die Chance, es zu schaffen.” Es sei die richtige Entscheidung gewesen, erst 2013 zu starten und nicht im, Hauruck-Verfahren innerhalb weniger Monate eine Sekundarschule aus dem Boden zu stampfen. Jetzt müsse man die verunsicherte Elternschaft informieren.

Und Dieter Froning fügte hinzu, dass nur „noch ein Jahr die Chance besteht, etwas zu bewegen”.
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