Schülerparlament: Grundschule lässt Schüler mitbestimmen

Von: Sascha Schiffer
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Die Mädchen und Jungen im Schülerparlament der Promenadenschule besprechen die aktuellen Themen und versuchen, aufkommende Probleme zu lösen. Foto: Sascha Schiffer

Jülich. „Die Lehrer wissen nicht immer, was die Kinder wollen. Daher ist es gut, dass wir uns im Schülerparlament äußern und mitbestimmen können“, sagt Hanna Coralic vom Schülerparlament der Jülicher Promenadenschule. Seit drei Jahren gibt es das Schülerparlament, bei dem die 16 Klassensprecher und Vertreter mit einem Lehrer – in diesem Fall Konrektorin Ulrike Braun – zusammensitzen und aktuelle Themen besprechen, was in der Schule gut läuft und was nicht.

Damit der Austausch auch regelmäßig erfolgt, trifft sich das Schülerparlament alle vier bis sechs Wochen. „Wir haben damals im Team überlegt, dass wir die Kinder mehr mit einbeziehen müssen. Wenn sie nämlich mitbestimmen können, haben sie auch mehr Verantwortung und fühlen sich ernst genommen“, sagt Ulrike Braun.

Der Auszeitraum

Beim jüngsten Treffen etwa standen vier Aspekte auf der Tagesordnung: der Auszeitraum, das Fußballfeld, die Toiletten und das Aufstellen vor und nach den Pausen.

Dabei war der größte Diskussionspunkt der Auszeitraum: „Wer die Schulregeln nicht richtig einhält, muss in der Pause in den Auszeitraum und dort auf einen Zettel schreiben, was er falsch gemacht hat“, erklärt Lasse Braun vom Schülerparlament.

Die Kinder müssen schreiben, was passiert ist, welche Regeln sie verletzt haben, wie man sich richtig verhalten muss und warum das wichtig ist. Wenn sie den Zettel ausgefüllt haben, dürfen sie den Raum verlassen. „Wir möchten die Kinder damit nicht bestrafen, sie sollen nur reflektieren, was sie falsch gemacht haben“, begründet Braun die Vorgehensweise.

Das Problem beim Auszeitraum ist jedoch, dass die Kinder finden, dass sie zu schnell bestraft werden. Die Betreuer der offenen Ganztagsschule (OGS) seien zu streng bei der Auslegung der Regelverstöße, finden die Kinder.

Der Auszeitraum hat aber auch seine positiven Seiten. Durch den Raum gebe es weniger Gewalt und ein besseres Zusammenleben der Schüler werde gefördert. Im Schülerparlament werden solche positiven und negativen Eigenschaften eines Themas gesammelt und aufgeschrieben.

Diese Ergebnisse werden dann von den Klassensprechern auch in die einzelnen Klassen weitergeleitet. Ulrike Braun leitet das Gesprochene weiter ans Lehrerkollegium. „ Wir werden mit den Lehrern sprechen, und die sprechen dann mit den Leuten der OGS“, kündigte Braun das weitere Verfahren in diesem speziellen Fall an.

Leitung beinahe in Eigenregie

Die Schüler leiten das Parlament beinahe in Eigenregie. Sie nehmen sich gegenseitig dran und diskutieren gemeinsam. „Ich würde mich freuen, wenn das Parlament komplett ohne mich funktionieren würde, aber ich halte mich schon sehr zurück“, sagt die Konrektorin.

Der Auszeitraum ist eine Folge der neuen Schulregeln, die vor einigen Wochen eingeführt wurden: „Wir haben die alten Schulregeln komprimiert und mit den Schülern neue Regeln erstellt“, sagt Braun. Zu diesen neuen Regeln gehört beispielsweise der respektvolle Umgang miteinander, die Achtung fremden Eigentums und das Sauberhalten des Schulgebäudes und der Toiletten. Die sind ebenfalls Thema ebenfalls zu Diskussionsrunde.

So scheinen sich die Schüler bei der Toilettenbenutzung gebessert zu haben. Auch das wilde Treiben auf dem Fußballfeld habe sich durch die neuen Regeln und den Auszeitraum verbessert: „Früher sind die rumgelaufen wie die wilden Stiere“, blickt Connor Clarenbach vom Schülerparlament zurück.

Nur mit dem vernünftigen Aufstellen zur und nach der Pause hapert es noch ein bisschen. Insgesamt kommen die neuen Regeln aber gut bei den Grundschülern an: „Die Kinder wollen, dass es Regeln gibt, an die man sich halten muss“, sagt Ulrike Braun.

Vorbildfunktion

Damit die neuen Regeln auch weiterhin gut befolgt werden, sei es wichtig, „dass wir, die Klassensprecher, auch Vorbilder für die anderen Schüler sind, indem wir die Regeln einhalten“, erläutert Lasse Braun die Verantwortung, die die Mitglieder des Schülerparlaments in der Promenadenschule tragen.

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