Schüler staunen, wie Menschen mit Handicap ihr Leben bewältigen

Von: gre
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Selbst durch Kopfnicken kann der Behinderte mittels eines Tasters den Laptop bedienen. Foto: Greven

Aldenhoven. Hautnahen Zugang zum Leben mit Handicap ist den Sechstklässlern der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich geboten worden. Sie durften erleben, dass der Blinde, der Rollstuhlfahrer, der Gehörlose und auch der in Bezug auf seine Arme Behinderte „im Grunde genommen Menschen wie wir sind“, wie ein Elfjähriger als Fazit feststellte.

Das allgemein in der Gesellschaft bestehende diffuse Verhältnis zu schwerstbehinderten Menschen beruht in hohem Maße auf Unkenntnis. GIPS bemüht sich, den Kindern den Zugang zu dem Thema „Leben mit Handicap“ zu erleichtern. Das Kürzel GIPS steht für „Gehandicapt Informations-Projekt Schule“. Das seit vier Jahren bestehende Projekt ist von Behinderten gegründet worden und wird auch von Behinderten durchgeführt.

„Wir wollen ihnen ein anderes Bild von behinderten Menschen bieten“, so Horst Boltersdorf als Sprecher der Behinderten. Er merkte an, dass es in den benachbarten Niederlanden solche Einrichtungen seit über 25 Jahren gibt, also lange bevor, Aachener Behinderte dieses Netzwerk aufgebaut haben, dessen Akteure im Schnitt zweimal wöchentlich in Schulen zu Gast sind und rund 2000 Kinder pro Jahr betreuen. Ihr Credo: „Wir wollen kein Mitleid, sondern Mitfreude“.

Und ganz locker, fast fröhlich, gehen auch seine Freunde mit ihren unterschiedlichen Problemen um und zeigten den Kindern, auf welche Weise sie ihr Leben meistern. Interessierte Zuschauerin war Frau Mathar von der „Dienststelle für selbstbestimmtes Leben in der deutschsprachigen Gemeinschaft Eupen“. Die „GIPS-Akteure“ zeigten den Kindern in Aldenhoven, wie sie mit ihren Gebrechen umgehen. Sie bildeten einen „Parcours mit fünf Hindernissen“, die die Kids nach Anweisungen zu bewältigen hatten.

Mit Handicap das Leben meistern

Die blinde Sonja übte mit ihnen die Blindenschrift nach der Methode Braille ein. Der gehörlose Chris wies sie spielend in die Methode der Gebärdensprache ein. Der blinde Horst zeigte den Kindern wie man sich mit Hilfe des Blindenstocks im Straßenverkehr bewegt und Hindernisse zu umgehen weiß.

Ursula, die körperbehinderte Rollstuhlfahrerin, ließ die Jugendlichen mit dem Rollstuhl die Pylone umfahren und das Türöffnen und -schließen üben. Und von Hartmut lernten sie die Benutzung des Kugelschreibers mit dem Mund sowie das Bedienen der Tastatur des Laptops mit einem am Kopf befestigten Taster. Die Jugendlichen waren nicht nur mit Begeisterung dabei, sondern stellten fest, wie man auf diese Weise das Leben meistern kann.

Horst Boltersdorf zeigte sich angetan von der Unterstützung der Aktion durch das Bildungsbüro des Kreises Düren und auch von der Arbeit seines Teams.

„Ich habe nie in meinem Leben so viel Freude und Achtung erfahren, wie in den letzten vier Jahren.“

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