Schüler hören ein Votum für die Lehre im Handwerk

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Mit hoher Fachkompetenz war das Podium bei der Informationsveranstaltung zur Berufsorientierung besetzt. Foto: Schenk

Jülich. Vom Handwerksmeister zum Master – Schulabschluss – und dann? Vor dieser Frage stehen nicht nur die aktuellen Absolventen der Jülicher Schulen, sondern bereits die Schüler ab Klasse 8.

Die drei letzten Jahrgänge sowie interessierte Hauptschüler hatte die Realschule Jülich im Schulzentrum zu einer Berufsorientierung eingeladen und das Podium prominent mit Fachleuten aus der IHK Aachen, der Kreishandwerkerschaft Rureifel, Agentur für Arbeit und dem Forschungszentrum Jülich besetzt.

Viele Real- und Hauptschüler wählen nach gelungenem Abschluss gerne den zweiten Schulweg in die Berufskollege, ohne die Alternativen zu berücksichtigen: Handwerk hat nicht nur goldenen Boden, sondern befähigt nach Lehr- und Gesellenjahren sowie bestandener Meisterprüfung auch zum Studium. Das heißt: Dem Meister steht der Master offen. Dazu kommt, dass in der Zeit, in der die Kollegbesucher noch drei Jahre lang die Schulbank drücken, der Auszubildenden bereits in derselben Zeit sein eigenes Geld verdient, wie Uwe Günther als Vertreter der Kreishandwerkerschaft Rureifel eindrücklich beschrieb.

Schwierige Wahl

Oft fällt den 16- bis 18-jährigen die Berufswahl schwer. Henning Sybertz von der Handwerkskammer Aachen schilderte die Möglichkeit einer passgenauen Vermittlung. Dabei spielen natürlich auch die viel berufenen sozialen Kompetenzen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz eine Rolle.

Ulrich Ivens vom Forschungszentrum Jülich lenkte den Blick auf die Erwartungshaltung der Ausbildungsbetriebe und verdeutlichte, dass Ausbildungsreife nicht ausschließlich von guten Noten, sondern auch durch persönliche Haltungen und Eigenschaften wie Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit sowie ein positives Sozialverhalten gekennzeichnet sei.

Abschließend erläuterte Ioanna Pantazidou von der Bundesagentur für Arbeit die Rolle der Berufsberatung als wichtige Orientierungshilfe auf dem Weg zur Berufsfindung und berichtete von aktuellen Erfahrungen, dass gerade viele Zehntklässler die Entscheidung für eine Berufswahl durch den Besuch etwa eines Berufskollegs hinausschieben. Dass dies keine Lösung sei, belegten die Abbrecherquoten, erklärte Joanna Pantazidou.

Echte Alternative

Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Eltern persönliche Gespräche mit den Referenten, um Fragen zur Berufswahl ihrer Kinder zu stellen, und nahmen die Erkenntnis mit, dass der Berufsorientierung in Klasse 8 große Bedeutung zukommt und eine Ausbildung als echte Alternative zu einem weiteren Schulbesuch mit möglicherweise ungewissem Ausgang zu sehen ist.

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