Schophovener fürchten Sackgasse am Kalkweg

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
11265267.jpg
Um dieses unbebaute Grundstück am Ende des Kalkweges geht es. Hier plant die Gemeinde ein Flüchtlingsheim für 56 Menschen. Foto: Jansen

Schophoven. Die Anwohner des Kalkwegs in Schophoven machen sich Sorgen, weil die Gemeinde Inden in ihrer Straße ein großes Haus plant, in dem bis zu 56 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Die Anwohner legen auch Wert darauf, dass sie keine besorgten Bürger von der Färbung derer sind, die zuletzt in Linnich gegen die Flüchtlingsnotunterkunft demonstriert haben.

„Hier ist bestimmt keiner rechts oder braun“, sagt Helmut Tirtey, Anwohner des Kalkweges. Die Nachbarschaft sei explizit dafür, dass in ihrer Straße Flüchtlinge aufgenommen werden.

„Wenn da nur zwei oder drei Wohnungen entstehen, dann wäre es auch sicher einfacher, die Menschen hier zu integrieren“, sagt eine Frau. 56 Menschen am Ende einer Sackgasse in einem Dorf, das vom Tagebau isoliert in einer Art Insellage liegt – die Anwohner fragen sich, ob es keine besseren Standorte für eine Unterkunft dieser Größe gibt.

„Das Flüchtlingsheim liegt dann am Ende einer Sackgasse, in einem Dorf, in dem es kein Geschäft und nichts gibt“, sagt Tirtey, die anderen Anwohner nicken. Sie befürchten, dass der Kalkweg für die Flüchtlinge auch mental zu einer Art Sackgasse werden könnte.

Leidensdruck der Gemeinde

Die Sorgen stehen dem Leidensdruck der Gemeindeverwaltung gegenüber. „Wir haben genau drei Grundstücke, auf denen wir zeitnah Platz für Flüchtlinge schaffen können“, sagt Bürgermeister Jörn Langefeld. Das seien der Kalkweg, die Römerstraße in Inden/Altdorf und ein Standort in Lamersdorf. „Wir würden andere Standorte vorziehen, die vielleicht auch zentraler gelegen sind, wenn wir diese hätten“, erklärt Langefeld. Der Druck sei hoch, weil die Möglichkeiten der Gemeinde ausgeschöpft seien, Wohnungen anzumieten.

Angesichts von acht neuen Flüchtlingen pro Woche, die Inden unterbringen müsse, ist die Verwaltung jetzt dazu übergegangen, Mobilwohnheime anzuschaffen. Als erster Standort wird gerade der Frenzer Sportplatz hergerichtet. „Dabei wird es nicht bleiben. Das kommt auf alle Ortsteile zu“, sagt Langefeld. Und selbst wenn die Gemeinde drei Unterkünfte von der am Kalkweg geplanten Größe bauen würde, reiche das laut Langefeld nicht aus, um die Flüchtlinge unterzubringen, die in den kommenden zwölf Monaten erwartet werden.

„Den Menschen, die jetzt diffuse Ängste davor haben, dass mit den Flüchtlingen Probleme kommen, kann ich nur sagen: Bisher hatten wir in der Gemeinde keinen einzigen Zwischenfall. An jedem Standort gab es Bedenken. Und jetzt sind die Menschen dort alle zufrieden.“ Zum Thema Sackgasse verweist Langefeld auf die Busfahrtkarten, die die Flüchtlinge mobil machen sollen.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert