Schon Vorschulkinder Reime lernen lassen

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Experten informierten bei der FrauenUnion Jülich über Legasthenie, Dyskalkulie und Hochbegabung.

Jülich. Zahlreiche Eltern, Erzieherinnen und Lehrer und Lehrerinnen folgten einer Einladung der Frauen Union (FU) Jülich, um sich von Fachkräften über die komplexe Problematik von Legasthenie, Dyskalkulie und Hochbegabung informieren zu lassen.

Günther Müller vom schulpsychologischen Dienst des Kreises Düren verdeutlichte den Zuhörenden mit Beispielen die Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und die Dyskalkulie/Rechenschwäche als Teilleistungsstörung. Es handle sich weder um eine Schwäche allgemein noch als Schwäche, die das Kind „in sich hat”. Man solle sich verdeutlichen, dass ein Kind „schwach im Lesen” bzw. „schwach im Rechnen” sei, wobei die Vergleichsnorm die Klasse sei.

Normierte Tests

Zusätzlich können normierte Tests angewendet werden, bei denen die Vergleichsnorm wesentlich breiter ist. Erst wenn das Kind signifikant unter den Durchschnittsleistungen liegt, d. h. zu den 16 schwächsten von 100 Kindern der Vergleichsgruppe liegt, kann man von LRS sprechen.

Zusätzlich diagnostiziert werden für Lesen und Schreiben wichtige Basisfähigkeiten wie Merkfähigkeit und Feinmotorik. Die Diagnostik ist wichtig für eine Förderung. Gezielt fördern in erster Linie die Grundschulen, hierzu gibt es einen speziellen LRS-Erlass.

Darin ist festgelegt, wie Lehrer LRS feststellen und fördern können sowie Hinweise zur Leistungsbewertung der betroffenen Schülerinnen und Schüler. Außerschulische Förderung ist erst notwendig, wenn die Schule an Grenzen stößt. Müller riet, vor der Einschulung zum Erwerb des Sprachgefühls Kinder rhythmisch klatschen und Reime lernen zu lassen.

ABC der Tiere

Die Erkenntnis, dass Sprache aus Silben zusammengesetzt sei, erleichtert später das Schreiben. Gesprochenes in Schriftform zu bringen, fällt nämlich leichter, wenn es silbenorientiert geschieht. Andersherum kann man leichter lesen lernen, wenn dies ebenfalls silbenorientiert geschieht. Diese Methode sei lange vernachlässigt worden, obwohl es schon zu Müllers Grundschulzeit Lesebücher gab, in denen die Silben der Wörter in unterschiedlichen Farben markiert waren. Müller empfiehlt für diese Methode heute das Buch „ABC der Tiere”.

Bei der Dyskalkulie/Rechenschwäche gibt es zur Diagnostik ebenfalls Tests, so Müller. Es gibt aber keinen spezifischen „Dyskalkulie-Erlass” für die Schulen. Gute frühkindliche Förderung für das Rechnen lernen ist das Spielen mit Bauklötzen oder anderen Materialien, bei denen das Kind spielerisch lernt, Mengen zu erfassen sowie die Relationen vorne-hinten und oben-unten zu begreifen. Beim Rechnen lernen unterscheidet man zunächst zwischen zählendem Rechnen und der Zerlegungsstrategie, die zum schnelleren Rechnen notwendig ist. Später kommt die 10er-Aufteilung. Kinder, die beim zählenden Rechnen stecken bleiben, rechnen zu langsam und bekommen Probleme.
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