Jülich - Schon 1000 Übernachtungen „blind“ gebucht

Schon 1000 Übernachtungen „blind“ gebucht

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
5060818.jpg
1. Etage: Auch das Gästehaus selbst bietet künftig Zimmer mit „Park-Blick“. Davon überzeugten sich (v. r.) Bürgermeister Heinrich Stommel und die Jufa-Führung mit Gernot Reitmaier und Gerhard Wendl. Foto: Uerlings
5060820.jpg
2. Etage: Hoch droben im „Bildungshaus“ gibt es die ultimative „Panorama-Aussicht“ aus dem Konferenzraum, wie Parkchefin Dorothee Esser, der Bürgermeister, die Jufa-Vertreter und die Architekten feststellten. Foto: Uerlings

Jülich. Gerhard Wendl ist praktisch der „Herr Jufa“. Der Gründer und Vorstand der österreichischen Gesellschaft, die inzwischen 50 Gästehäuser in Europa betreibt, war Anfang der Woche in Jülich. Wendl und seine Delegation nahmen den Baufortschritt ihres bis dato nördlichsten Standorts am Brückenkopf-Park in Augenschein.

Die Rohbauten stehen zu gut 80 Prozent, jetzt lässt sich die Größe des Gesamtkomplexes erahnen. Auch die Vermarktungsmaschinerie läuft an und hat bereits 1000 Übernachtungs-Buchungen beschert. In der ihm eigenen Art des Understatements bewertet Wendl das mit einem Lächeln und den Worten „Es zeigt, es gibt die ersten, die anbeißen“.

Die Buchungen erfolgten praktisch „blind“ und vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die Kunden in den anderen Jufa-Häusern gemacht haben. Das sind zum Teil große Gruppen wie „Deutsche Bahn Klassenfahrten“ oder „alpetours“. Gestern besuchte eine Delegation von „TUI Belgien“ die Baustelle in Jülich. Das Unternehmen hat das Dreiländereck und die Herberge am und im Jülicher Park für sich entdeckt. Vom Erfolg des touristischen Standorts im Rheinland, der in und um Jülich gern und häufig skeptisch betrachtet wird, sind die Herren aus Österreich felsenfest überzeugt.

Auch Gernot Reitmaier lächelt bei dieser Frage, die ihm oft gestellt wird: Wer bitte soll denn in Jülich Urlaub machen? „In dieser Region gibt es nicht so viele Möglichkeiten im Familien-Beherbergungsbereich.“ Und Gerhard Wendl, der persönlich und inkognito nach eigenen Worten die Umgebung untersucht hat, bevor sich Jufa zum „Invest“ entschloss, setzt nach: „Oft wird eine Region unterschätzt. Wir haben da unsere Erfahrungen. Da gab es auch in Österreich einen Bereich mit 3000 Übernachtungen jährlich. Und mit einem Jufa-Haus waren es plötzlich über 30 000.“

Fest steht jedenfalls: Die Herrschaften aus Österreich haben kein Geld zu verschenken. Das ist auch der Hintergrund für die abermalige Verzögerung der Gästehaus-Eröffnung, die von Sommer über Spätsommer nun im Dezember 2013 „wanderte“. Reitmaier und Wendl erklären das mit der „Hochkonjunkturphase“ 2012 Jahr. Die Ausschreibungen einiger Innen-Gewerke seien höher ausgefallen als kalkuliert – und das Budget ist heilig.

Also warteten die Jufa-Verantwortlichen, bis sich der Markt beruhigte, fanden „passende“ Handwerker und liegen wieder im Plan. „Wir wollen uns hier 40 Jahre und länger betätigen, da muss alles Hand und Fuß haben - und dann muss der Kostenrahmen eingehalten werden“, erklärte Reitmaier weiter. Das ausführende Bauunternehmen aus Jülich haben Jufa und die Architekten, für die Walter Jartschitsch den Rohbau inspizierte, schätzen gelernt. Wendl erklärt: „Wir haben einen sehr guten Partner vor Ort gefunden.“

Die künftige Führungskraft des Jülicher Jufa-Hauses, das bis zu 17 eigene Arbeitskräfte benötigt, wird derzeit geschult, um das „System Jufa“ zu verinnerlichen. Aus dem Kandidatenkreis wird in Kürze der neue Hausleiter ausgesucht. Er hat zum Baufinale im Herbst und beim so genannten „Pre-Opening“ im Dezember erste Bewährungsproben vor der Brust. Die „Vor-Eröffnung“ mit „echten Gästen“ ist ein Test unter reellen Bedingungen.

Bei der Besichtigung war auch Bürgermeister Heinrich Stommel dabei – und angetan. Er sagte: „Wir haben ein wichtiges Zwischenziel erreicht, in dem die Infrastruktur für Übernachtungsgäste im Park nun entsteht. Das war immer ein Wunsch. Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, dass wir einen solch kompetenten Partner wie Jufa finden würden.“

Der Verwaltungschef bestätigte auf Nachfrage, dass sich bislang noch keine Sponsoren gefunden haben, die sich an der Finanzierung des Energieerlebnis-Pavillons beteiligen. „Mir sind noch keine bekannt, aber das Thema ist noch heiß. Natürlich kann ich nicht sagen, ob die Suche zu einem erfolgreichen Abschluss führt.“ Gelingt das nämlich nicht, müssen die Stadtwerke Jülich die Finanzierungslücke von 2,4 Millionen Euro allein stemmen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert