„Schneekönigin“ feiert in vier Wochen Premiere in Jülich

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Theater der Stadt Jülich: Die Proben auf der Bühne der Stadthalle laufen auf Hochtouren. Foto: Mengel-Driefert
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Noch ohne Kostüm, aber unverkennbar die Schneekönigin: Andrea Royé. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Da ist sie: die Schneekönigin. Mitten auf der Bühne, herrisch mit den Armen fuchtelnd, ausladend, raumgreifend. Es dreht sich alles um sie, auf der Bühne der Jülicher Stadthalle, wie in dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen.

Ihr Charakter: Boshaft und kalt. Und: Abenteuerlustig, voller Temperament und immer dort, wo gefeiert wird. So beschreibt Andrea Royé die Figur, die sie in der ersten Inszenierung des Theaters der Stadt Jülich in allen ihren Facetten verkörpern wird – in rund vier Wochen. Dann ist Premiere.

„Wenn die Schneekönigin unzufrieden ist, dann kann es schon einmal sein, dass sie Menschen in Eisberge versetzt“, sagt Royé. Das wird geprobt: das in Eisberge versetzen und natürlich alles andere. Olga Romanovskaya, die Regisseurin, steht vor ihr, korrigiert dieses und jenes. Noch gibt es kein Bühnenbild, keine Kostüme, noch müssen die Schauspieler mit ihrer Phantasie auskommen. Lediglich zwei Tische dienen als Requisite.

Royé, auch künstlerischere Leiterin der Aachener Schauspielschule, spielt ihre Rolle konzen­triert, daneben und natürlich im Wechsel stehen 15 weitere Figuren auf der Bühne, der Rabe, Gerda, Kay und die Trolle. Die seien wirklich toll, verspielt, ein bisschen unbeherrscht und kindlich. „Sie werden die Sympathieträger sein.“

Die anderen Schauspieler, die nicht dran sind, lesen ihre Texte, schauen zu, unterhalten sich leise. Etwas abseits stehen zwei vermeintliche Trolle. Im Gespräch geht es um einen Petticoat und die Frage: Schleife – ja oder nein?

Der eine Troll ist nicht nur Troll, sondern auch für die Kostüme zuständig: Simone Severin. Erst im Mai hat sie ihren Abschluss an der Schauspielschule absolviert. Nebenberuflich.

Tagsüber arbeitet Severin als Sachbearbeiterin. Am Abend und am Wochenende ist sie als Schauspielerin, nun für das Theater der Stadt Jülich, im Einsatz. 30 Stunden die Woche kommen schnell zusammen. Bühnenerfahrung bringt sie mit, die hat sie in der Bonner Brotfabrik und in einem kleinen Comedy-Programm im Pantheon gesammelt. So wie ihr geht es auch den anderen Darstellern, die zum überwiegenden Teil noch einen zweiten Beruf ausüben, um über die Runden zu kommen.

Lange dauert es nicht mehr, bis es richtig losgeht. „Jetzt kommt die heiße Phase“, sagt René Blanche, Leiter der Schauspielschule. Die Bühnenbilder müssen fertiggestellt, die Kostüme geschneidert und natürlich muss immer wieder geprobt werden.

Das Weihnachtsmärchen für die ganze Familie ist eine Initiative des Kulturbüros in Zusammenarbeit mit Dozenten und Absolventen der Aachener Schauspielschule. Premiere ist am Sonntag, 29. November, um 15 Uhr in der Stadthalle. Weitere Aufführungen finden am Sonntag, 6. Dezember, und für Kindergärten und Schulklassen am Mittwoch, 2., und Freitag, 4. Dezember, jeweils um 10 Uhr statt.

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