Schmucke Ringe für zwei „schräge Vögel”

Von: Volker Uerlings
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Die beiden Vögel in Schrägla
Die beiden Vögel in Schräglage sind junge Kiebitze: Der Nachwuchs im Brückenkopf-Zoo ist noch nicht lange auf der Welt, wurde von Tierpfleger Armin Käsmann aber gleich mit einem notwendigen Schmuck „beschenkt”. Die Vögel wurden beringt. Foto: Uerlings

Jülich. Der Kiebitz ist auch zu Fuß ganz gut unterwegs. Das bekam Armin Käsmann in der an und für sich überschaubaren Voliere zu spüren. Die Vögel mit der Vorliebe für Weiden und Wiesen machten sich aus dem Staub, als der Tierpfleger im Brückenkopf-Zoo mit dem Kescher die allerdings unvermeidliche Jagd eröffnete.

In wenigen Minuten aber hatte der Profi die beiden Jungvögel buchstäblich im Griff. Man war geneigt, den aufgeregten Tieren zuzurufen: „Der tut nix.”

Unvermeidlich war die Aktion, weil die jüngsten Nachkommen der Kiebitze streng nach Vorschrift nicht ohne Beinschmuck sein dürfen. Sie wurden „beringt”, um stets eine eindeutige Identifizierung zu ermöglichen. Außerdem wurde ihnen zwar kein Haar gekrümmt, aber eine Feder gezogen. Sonst ist die Geschlechtsbestimmung erst sehr viel später eindeutig möglich.

Die häufig monogamen Vögel brüten in freier Wildbahn meist auf Weizenfeldern. In unseren Breiten sind sie zum Beispiel noch in der Nähe von Titz-Hompesch zu finden. Aber der Lebensraum wird immer knapper, weil es nur wenige Weiden und Wiesen gibt, die nicht bewirtschaftet werden. Ein Kiebitzpaar braucht aber Ruhe und Abgeschiedenheit. Im Jülicher Zoo ist deswegen auch die Voliere sehr opulent ausgestattet. Das bietet dem Vogel Rückzugsmöglichkeiten und verhindert andererseits, dass die jungen Eltern ihr Gelege standhaft verteidigen. „Wenn man ihnen in der Natur zu nahe kommt, kann es sein, dass sie auch Menschen attackieren. Die sind sehr territorial”, weiß Armin Käsmann, der deshalb auch eine zeitlang mit seinem Besuch gewartet hat - trotz der beiden Ring-„Geschenke”.

Den Namen trägt die Spezies nicht ob übergroßer Neugier beim Kartenspielen mit langem Hals („Kiebitzen”...), sondern wegen ihres markantes Rufes: „Kiewitt”.

Familie Kiebitz bleibt nicht lange allein. „Die Fasane brüten gerade auch. Die sitzen dann bewegungslos auf ihrem Nest”, erklärt der Fachmann. Die Zoobesucher sind dann manchmal irritiert. Das galt auch, als mehrere Gäste ganz aufgeregt den plötzlichen Tod eines Wanderfalken vermeldeten. Der lag mit ausgebreiteten Schwingen auf dem Boden und regte sich nicht mehr. Käsmann: „Der war aber nicht gestorben, der hat sich nur gesonnt - wie die Menschen auch bei schönem Wetter.”

Die Witterung hat übrigens auch ihre Folgen für den Brückenkopf-Zoo. Das lange trockene Frühjahr führte zum Beispiel zu sehr viel höheren Futterkosten.

Die Widschweine haben zum Beispiel saumäßig viel Hunger haben. Sechs Frischlinge kamen vor einer guten Woche zur Welt. „Das ist Nachwuchs außer der Reihe. Die sind normalerweise im Januar oder Februar dran. Es passiert auch in der Natur, aber eher selten, dass die Wildschweine im Sommer Nachwuchs bekommen.” Das quirlige Sextett jedenfalls macht derzeit das große Gehege unsicher.

Patenschaften für Jülicher Zoo-Tiere

Der Brückenkopf-Verein feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen und vermittelt Patenschaften für die Zootiere. Mit einer Patenspende werden anteilig Futterkosten, artgerechte Haltung, Betreuung und Pflege des jeweiligen Tieres bezahlt.
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