Schlosskonzert voller Kontraste

Von: vie
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Das Calmus-Ensemble aus Leipzig begeisterte die Zuhörer in der Schlosskapelle. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Einen musikalischen Leckerbissen servierte das Planungsteam der Jülicher Schlosskonzerte. Aus der sächsischen Hochburg der Komponisten, aus Leipzig, kamen die fünf jungen Musiker in die Herzogstadt.

Die ehemaligen Thomaner Sebastian Krause (Countertenor), Tobias Krause (Tenor), Ludwig Böhme (Bariton) und Joe Roesler (Bass) bilden gemeinsam mit ihrer Sopranistin Anja Lipfert ein Ensemble, dessen gesangliche Konzeption ein Musikerlebnis der besonderen Art möglich machte. Jeder für sich war Gesangssolist, alle gemeinsam ein Klangkörper, der sowohl Motetten wie auch Singspiele und moderne Balladen präsentierte.

Im ersten Programmteil brachte das Ensemble glasklar und präzise, aber ebenso weich und wohlklingend, geistliche Gesänge von Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johann Sebastian Bach. Diese Motetten, mehrstimmige Vokalmusik, zeugten von hoher Gesangskunst und zogen das Publikum in ihren Bann.

Musikalische Parodie

Locker, aber nicht minder reizvoll ging es im zweiten Programmteil zu. Humorvoll und äußerst unterhaltsam war das Singspiel „Mozärtliches” frei nach dem Grimmschen Märchen Schneewittchen und Melodien von Mozart. Mit kleinen Requisiten wurde es zur musikalischen Parodie. Den Musikern machte dies Kabinettstückchen sichtlich genau so viel Spaß wie dem Publikum.

Zwei makabre Chansons von Georg Kreisler folgten. Hierbei trat die Sprache stark in den Vordergrund. Die Texte von „Barbara” und „Was für Ticker” waren amüsant, beinahe kabarettistisch und gesellschaftskritisch.

Die Pop Ballade von Seal „Kiss from a rose” erzählte, dass auch eine Rose Dornen hat. Der Queensong von Freddy Mercury „Crazy little thing called love” beschloss das offizielle Programm.

Die Begeisterung des Publikums animierte noch zu zwei Zugaben. Ein köstlicher, sprachlich recht komplizierter Song, dessen Textgrundlage ein dadaistisches Gedicht war, gipfelte in der resümierenden Aussage „Ottos Mops kotzt” -Êeine musikalische Aussage, die durchaus nicht peinlich, sondern humorvoll und intelligent urkomisch war.

Mit einem zarten, besinnlichen Schlaflied ging ein außergewöhnlicher Konzertabend zu Ende.
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