Schlosskonzert ein Hörvergnügen

Von: hivi
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Ohne mehrere Zugaben durften Kathrin ten Hagen und Alexander Meinel das Konzertpodium in der Schlosskapelle nicht verlassen. Foto: Emde

Jülich. Das Schlosskonzert mit dem Duo Kathrin ten Hagen (Violine) und Alexander Meinel (Klavier) bot ein interessantes Programm mit Werken verschiedener Epochen. Die Musiker zeigten dabei ihre Flexibilität und brillierten in der Jülicher Schlosskapelle bei allen Werken mit großem musikalischen Feingefühl und technischer Perfektion.

Mit der Sonate für Violine und Klavier in A-Dur op.12 Nr. 2 von Ludwig van Beethoven offenbarten sie das vom Komponisten gewollte höchste Maß an Ausgewogenheit im gleichberechtigten Musizieren beider Partner. Die Dimension des Dramatisch-Emphatischen wurde durch tiefen, erhabenen Ausdruck im langsamen Satz bereichert.

Kathrin ten Hagen und Alexander Meinel trafen den Charakter der Heiterkeit und Verspieltheit, der überraschenden Effekte und rhythmische Heiterkeit des Werkes in Perfektion.

Eigener Ton

Bei der Sonate für Violine und Klavier in Es-Dur op.18 trafen die Musiker den absolut eigenen Ton des Komponisten Richard Strauss. Gewaltvolle Dialoge, ein dominanter Klavierpart, nervöse Klangphantasien, aber auch durchaus lyrische Passagen kennzeichneten das Werk. Der perfekte, singende Geigenton und der feinsinnig, aber auch kräftig ausgespielte Klavierpart, der mitreißende Schwung und Glanz machten die Aufführung zu einem Hörerlebnis.

In die Moderne führte der zweite Teil des Programms. Mit seiner 1. Rhapsodie Nr.1 für Violine und Klavier ließ Bela Bartók Melodien der Volksmusik aus Siebenbürgen, Ungarn und Rumänien einfließen. Der rustikale Charakter, der auch in kantablen Themen und klaren Formen spürbar ist, blieb durch das werkgetreue Spiel im langsamen, meditativen und schnellen tänzerischen Satz deutlich spürbar.

Selten gespielt

Selten gespielt ist das doch sehr bedeutende „Poème“ von Ernest Chausson, eigentlich für Violine und Orchester geschrieben. Dieses klangschöne und poetische Werk fand in dem Duo des Abends einfühlsame Interpreten, die zwar nicht den orchestralen Klang präsentieren konnten, aber die in den romantischen Motiven in Soli und gemeinsamen Partien die Feinsinnigkeit der Komposition aufspürten und vermittelten.

Begeisterten Applaus gab es auch für die „Carmen Fantasie“ von Pablo de Sarasate. Als „Teufelsgeigerin“ im besten Sinne konnte der Zuhörer hier Kathrin ten Hagen erleben. Ihre perfekte Technik, ihr strahlender Ton und leidenschaftlich, dynamische Ausspielen des Klavierparts durch Alexander Meinel machten auch dieses Werk zum Hörvergnügen.

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