Schlosskapelle Jülich im Klang- und Farbrausch

Von: Daniela Mengel-Driefert
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„Sieben auf einem Streich”:
„Sieben auf einem Streich”: das Overbacher Kammerorchester in der Schlosskapelle Jülich. Foto: Mengel-Driefert

Barmen. Das Overbacher Kammerorchester unter der Leitung von Ulrike Erdtmann präsentierte in der Jülicher Schlosskapelle „Septette” von Johann Nepomuk Hummel und Camille Saint-Saens mit Ina Otte am Klavier. „Sieben auf einem Streich” lautete der heiter anmutende Untertitel. Doch zunächst eröffneten Trompeten den Abend und kündigten den festlichen Abend an.

Kathrin Simons und Leonard Rathmann spielten „Dialogue” für zwei Trompeten von Eugène Bozza. Der französische Komponist schrieb zahlreiche Werke für Kammermusik, vor allem für Holz- und Blechbläser.

„In Nizza geboren, in Deutschland eher selten gespielt”, erläuterte Leonard Rathmann, der die Stücke ausgewählt und das Programm zusammenstellt hatte. Nach der stimmungsvollen Einleitung folgte der Hauptteil, das Septett Es-Dur op.65, komponiert von Camille Saint-Saens. Ein perfekt abgestimmtes, harmonisches Zusammenspiel von Rathmann an der Trompete, Johanna Hopp-stock (1. Violine), Ulrike Erdtmann (2. Violine), Heinz Brodeck (Viola), Valerie Rathmann (Violoncello), Martin Erdtmann (Kontrabass).

Ergänzend ließen Illuminationen die Jülicher Schlosskapelle erstrahlen. Vor allem die Apsis erschien in Blautönen, Rot, Gelb, Lila oder Grün im Wechselspiel oder im Nebeneinander. Dies untermalte nicht nur den Klang der Musik, sondern auch die Schönheit der Architektur und die Baukunst der Renaissance. Das Rathmann dieses Lichtspektakel zunächst entschuldigte, kann nur als Koketterie verstanden werden, denn das farbige Licht, unaufdringlich im Hintergrund, ließ eine zauberhafte Raumstimmung entstehen, die von Markus Gerards abwechslungsreich inszeniert wurde.

Initiator war auch diesmal Leonard Rathmann. Die Illumination feierte Premiere, aber auch das Overbacher Kammerorchester war in dieser Besetzung noch nie in der Schlosskapelle zu hören. „Wir spielen sonst in Haus Overbach. Hier sind wir zum ersten Mal”, erzählte Martin Erdtmann.

Nach der Pause folgte Septett No. 2 op. 114 von Johann Nepomuk Hummel . Das Stück trägt den Untertitel „Militär-Septett”, der auf den Einsatz der Trompeten zurückgeht. Hier spielte Kevin Broich die Querflöte und David Wierichs die Klarinette.

Neben dem gesamten Ensemble begeisterte besonders Johanna Hoppstock mit ihrem gefühlvollen Violinenspiel. Auch das Lichtspiel nahm nochmal an Fahrt auf und tauchte die Kapelle in ein grandioses Farbenmeer. Am Ende beherzter Applaus für einen exklusiven Abend in stimmungsvoller Atmosphäre.
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