Schleidener Stollen: Zoff geht weiter

Von: gep
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Teich verschwunden, Terrasse abgesackt: Im Untergrund einiger Schleidener Grundstücke befindet sich der Luftschutzstollen, der gerade verfüllt wird und um den es eine juristische Auseinandersetzung gibt. Foto: gep

Aldenhoven. Der Schlagabtausch zwischen dem Aldenhovener Bürgermeister Lothar Tertel und Rechtsanwalt Markus Mingers, der die Schleidener Luftschutzstollen-Opfer vertritt, wird härter. Tertel hat einen juristischen Gang höher geschaltet und Mingers beim Landgericht Aachen verklagt. Wie Tertels Anwalt Björn Hühne erläutert, ist Mingers auf Unterlassung und Widerruf verklagt worden.

Dabei geht es um die „angeblich verschwundene Akte“ zur Siersdorfer Straße in Schleiden. Dort wird gerade der alte Luftschutzstollen, der sich über sechs bebaute Grundstück hinweg zieht, verfüllt. Die Hohlräume werden angebohrt und mit einem Spezialgemisch verpresst.

Im Gemeinderat verwahrte sich Tertel gegen die Vorwürfe von Mingers. Es gebe „gegenwärtig keine Anhaltspunkte“ über einen „Maulwurf“ im Rathaus. Der besagte telefonische Anruf bei Mingers „hat nicht stattgefunden“. Es handele sich also um eine „unzutreffende Behauptung“. Mingers dazu: „Den Namen werde ich nicht preisgeben.“ Denn anderenfalls verletze er seine berufsrechtlichen Pflichten.

Bei der Staatsanwaltschaft Aachen liegt schon seit Wochen eine Strafanzeige der Gemeinde gegen Unbekannt vor. Laut Tertel sollen die Ermittler prüfen, ob Mingers eine falsche Verdächtigung ausgesprochen habe und ob ein Bediensteter der Verwaltung eine Straftat begangen habe.

Mingers wiederum hat eine Unterlassungserklärung von Tertel verlangt. Dieser habe, so Mingers, vor dem ersten „Runden Tisch“ versichert, sich mit den Anwohnern der Siersdorfer Straße zu treffen – ohne ihn als bestellten Rechtsbeistand. Dies sei ein Verstoß gegen das Verwaltungsverfahrensgesetz.

Keine Bürgermeister-Kandidatur

Der Bürgermeister wirft dem Anwalt jetzt vor, das Ansehen der Gemeinde „massiv“ zu schädigen und das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung „erschüttern zu wollen“. Dabei beruft er sich auf ein Schreiben des Rechtsanwaltes an verschiedene Mandatsträger, in dem dieser das zögerliche Vorgehen der Behörden, insbesondere der Aldenhovener Verwaltung in Schleiden kritisiert.

Die Motivation von Mingers sei „offensichtlich ganz anders“, deutete der Bürgermeister die Absichten seines Kontrahenten nebulös an.

Hintergrund: Seit etlichen Monaten wird über eine Bürgermeisterkandidatur des Aldenhoveners Mingers gemunkelt. Damit konfrontiert, stellte Mingers jetzt klar: „Ich stehe nicht zur Verfügung.“ Er habe auch „keinerlei politische Ambitionen“. Er bestätigte aber, dass er vor rund eineinhalb Jahren „von den großen Parteien gefragt“ worden sei.

Der nächste „Runde Tisch“ mit den Anwohnern findet am kommenden Donnerstag statt. Mingers kritisierte: „Der Kreis Düren hält sich völlig bedeckt“.

Er erwarte jetzt eine „klare Aussage“ zur Übernahme der Kosten. „Weiter vertösten lassen wir uns nicht.“ Der Kreis könne doch nicht monatelang „prüfen, prüfen, prüfen“.

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