Jülich - Schirmerschule realisiert Schulfest-Motto „Einfach Spaß“

Schirmerschule realisiert Schulfest-Motto „Einfach Spaß“

Von: Marzena Vomberg
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Nicht nur für die Jüngsten waren sie die Helden des Tages. Hier sind die Rettungssuchhunde und ihre Betreuer zu sehen, die ebenfalls beim Fest der Schirmerschule ihre Aufwartung machten. Foto: Marzena Vomberg

Jülich. Aufgeregte Kinderstimmen, Musik, Hundegebell und Scharen von gutgelaunten Jugendlichen empfangen die Schulfestbesucher bei bestem Sommerwetter schon auf dem Hof der Jülicher Schirmerschule.

Alle zwei Jahre lädt die Förderschule für den Nordkreis Düren zu einem ausgelassenen Miteinander ein. In diesem Jahr fiel das Schulfest „etwas kleiner“ aus, erklärte Schulleiterin Beate Wirth-Weigelt. Der Grund dafür ist ein weiteres Fest, das zum Abschied der Rektorin am 9. Juli folgt.

Nach 42 Jahren im Schuldienst, davon 24 als Leiterin der Schirmerschule, verabschiedet sich Wirth-Weigelt in die wohlverdiente Pension. „Es wird kein leichter Tag für mich werden“, sagt sie und erklärt weiter: „Es macht einfach so viel Freude, hier zu sein bei den tollen Kindern. Sie halten einen jung und fit“.

Der Schulleiterin war es immer ein wichtiges Anliegen, für diese Kinder und Jugendlichen eine Lobby zu sein, welche ihrer Ansicht nach keine große Lobby haben.

Die Schatzkiste

„Wir sind eine Schule der Vielfallt. Unsere Kinder bringen hier ihr Erfahrungspäckchen mit. Sie bringen aber auch eine ganze Schatzkiste mit. Manchmal haben sie nur den passenden Schlüssel verloren. Dann suchen wir gemeinsam nach ihm und öffnen diese Schatztruhe“, beschreibt Wirth-Weigel das Schulkonzept.

Sie spricht von der didaktischen Aufgabe der Schirmerschule, wo eine Wohlgemeinschaft angestrebt und auch gelebt werde. „Es ist sehr wichtig, dass wir respektvoll und mit einer Wertschätzung miteinander umgehen. Wir müssen einander achten und tolerant sein unabhängig von unserer Herkunft, der Hautfarbe und der Religion“, erklärt sie.

Die Rektorin ist auch stolz auf das ausgezeichnete Lehrerkollegium, das den gegenwärtig 209 Schülerinnen und Schülern den Raum für ein ungestörtes Lernen biete und die respektvolle Verantwortung für „jedwedes Lebewesen“ vermittele. „Wir lehren, lernen und leben gemeinsam, haben miteinander viel Freude und gemeinsam bereiten wir auch Feste wie das heutige vor“, sagte sie.

Das Erlebnisfest

Dieses gute Miteinander kam bei dem Schulfest deutlich zur Geltung. Unterschiedliche Musikauftritte sorgten immer wieder für eine ausgelassene Stimmung. Die sorgfältig einstudierte Tanzdarbietung der Offenen Ganztagsschule begeisterte gleichermaßen die jungen Tänzer wie die bestens unterhaltenen Zuschauer.

Eine hauseigene Kunstausstellung wurde an diesem Tag feierlich eröffnet und präsentierte Exponate, die von einer bemerkenswerten Kreativität der Schüler zeugten. Unzählige Stände boten die Möglichkeit eines geistreichen oder einfach spaßigen Vergnügens. So konnte man die aktuellen Fotos der Lehrer bewundern und versuchen zu erraten, welche von ihnen auf den lustigen Kindheitsfotos vor vielen Jahren abgelichtet worden waren. Ein „Zauberstand“ präsentierte illusionistische Kunststücke, die bei Interesse auch gleich erlernt werden konnten. Bei Gestaltung einer eigenen Leinwand entdeckten so manche kleinen und großen Besucher ihre bisher ungeahnte künstlerische Ader.

Großer Beliebtheit erfreute sich ein Stand, an dem in Anlehnung an die bevorstehende Fußball-WM eine „Fanklapper“ gebastelt werden konnte. Die sehr gut besuchte Cafeteria wartete nicht nur mit einer Fülle an köstlichen Kuchen und kühlen Erfrischungsgetränken auf. An einem schön arrangierten Tisch wurden dort auch die handwerklichen Erzeugnisse präsentiert, die in der „Schülerfirma“ entstanden sind.

Gegen einen kleinen Obolus durften ausgefallene Schallplatten-Schalen, originelle Blumenvasen oder bezaubernde Schlüsselanhänger den Eigentümer wechseln. Viele Fans versammelten sich bei der „Miniphänomenta“. Diesen Namen trägt eine Sammlung von außergewöhnlichen Geräten, die im Werkbereich der Schule gebaut wurden. Sie bieten eine interessante Begegnung mit einfachen naturwissenschaftlichen Phänomenen an und verführen zum Experimentieren.

Mit großer Spannung und freudiger Neugier warteten die Gäste auf ihren Besuch im „Trau dich Raum“. In völliger Dunkelheit und mit viel Spaß an der Sache wurde hier der Tastsinn erprobt. In der weitläufigen Sporthalle wartete eine riesige Hüpfburg, wo der Überschuss an Körperenergie nach Herzenslust befreit werden konnte. Die imposante Kletterwand ermöglichte eine erste Vorbereitung für die künftigen Bergsteiger.

Für die jüngsten Festteilnehmer waren jedoch Stüpp, Nkumba, Razz, Jaro, Goya und Ceana die Stars des Tages. Die vielen Übungsvorführungen der Vierbeiner vom Verein „Rettungshundestaffel Bonn/Rhein-Sieg“ und vom Arbeiter-Samariter-Bund Erft/Düren verblüfften auch die erwachsenen Zuschauer. Von der Wichtigkeit der ehrenamtlichen Einsätze bei der Suche nach vermissten Menschen erfuhr das Publikum von Stefan Friedriszik vom Bevölkerungsschutz.

Mit einer rund fünfzigprozentigen Erfolgsrate erforschen die Flächensuchhunde 30 Tausend Quadrat Meter in nur 20 Minuten. Bei dem Schulfest spielten und schmusten die sehr freundlichen und wohlerzogenen Vierbeiner ebenso eifrig mit den begeisterten Schülern, wie sie sonst ihren lebensrettenden Aufgaben nachgehen. „Wir bekommen oft gesagt, dass unserer Schule ein besonderer Geist beiwohnt“, sagte die Konrektorin Gudula Bockholt. Die entspannte, freudige Atmosphäre des Festes ließ daran keinen Zweifel aufkommen.

 

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