Schauspielertrio strapaziert Nervenkostüm

Von: ng
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Noch ist die Stimmung zwischen John (Thorsten Keller) , Mark (Wolfgang Merkens) und Sally (Eva Eischet) entspannt: Das ändert sich im Verlauf des Stücks „Dangerous Obsession”, das das Blackout Theater zeigt im KuBa zeigt. Foto: Gottfroh

Jülich. „Wer vor seiner Vergangenheit flieht, verliert immer das Rennen”: Das wusste schon der Lyriker T.S. Eliot. Auch der Krimiautor Norman J. Crisp teilte diese Ansicht und machte das Fliehen vor der Vergangenheit zum Inhalt seines Theaterstücks „Dangerous Obsession”, das das Blackout Theater Aachen auf die KuBa-Bühne gebracht hat.

Das Ensemble lieferte dem Publikum einen spannenden Thrillerkrimi, der das Nervenkostüm nicht nur wegen der unerwarteten Wendungen, sondern auch dank der schauspielerischen Leistung des Darstellertrios, strapazierte.

Der Verlauf des Dialogstücks war für die Zuschauer noch nicht einmal annähernd zu erahnen. Alles fing so unverfänglich an: An einem Sommerabend taucht ein Unbekannter im Wintergarten von Sally Driscoll (Eva Eischet) auf, die ihren Feierabend genießt. Nachdem Sally den Mann zunächst genervt abgewiesen hat, stellt sich heraus, dass John Barrett (Thorsten Keller) ein flüchtiger Bekannter ist, den das Ehepaar auf einer Tagung kennengelernt hat.

Als Sallys Ehemann Mark (Wolfgang Merkens) von der Arbeit kommt, nehmen die drei zunächst einen Feierabenddrink zu sich - doch dann verändert sich die zunächst lockere Stimmung zusehends. John erzählt von seiner Frau Jane, für die ein Autounfall „ein tragisches Ende genommen hat”. John ist überzeugt: „Die Vergangenheit holt uns ein, ob wir wollen oder nicht. ” Es klingt bei ihm wie eine Drohung.

Dem Ehepaar Driscoll wird die Situation zunehmend unangenehm. Sie bitten den ungebetenen Gast zu gehen, doch der bleibt beharrlich. Schließlich eskaliert die Situation und das Unheil nimmt seinen Lauf. Der Gast verschließt die Ausgänge, kappt die Sicherheitssysteme, zückt einen Revolver und fordert: die Wahrheit.

Den Schauspielern gelang es, die gefährliche Stimmung des Stücks ins Publikum zu transportieren. Thorsten Keller, glänzte in seiner Rolle des Unbekannten, von dem sich die Zuschauer rund eine Stunde lang fragten was er überhaupt vom Ehepaar wollte. Keller bot ständig neue Interpretationen: Erschien der Mann bei seinem plötzlichen Auftreten zunächst unheimlich, hat man bald darauf Mitleid mit ihm, bis man schließlich sicher ist, dass John ein gefährlicher Psychopath ist, den Keller den Zuschauern glaubhaft verkaufte.

Wunderbar spielte auch Eva Eischet die Rolle der Sally Driscoll. Während sie zu Beginn des Stücks die genervte Hausherrin gab, gelang es ihr, die Angst, die Sally spürt für das Publikum greifbar zu machen.

Eine ganz besondere Wandlung macht allerdings Wolfgang Merkens in der Rolle von Mark durch. Ist er zunächst der souveräne Geschäftsmann, der John gegenüber zunächst cool, später unfreundlich ist, gibt er die Zügel vollständig aus der Hand: Noch vor der Pause lag er als wimmerndes Häufchen auf dem Boden und bettelte um sein Leben. Durch das wechselvolle Spiel unterstrich das Schauspielertrio die Atmosphäre des Stücks, was die Zuschauer mit viel Applaus belohnten.

Das Blackout-Theater war nicht zum ersten Mal zu Gast im KuBa. „Wir kommen immer wieder gerne ins KuBa. Hier werden wir herzlich aufgenommen, vor allem vom Publikum”, sagte Regisseur Thorsten Fröhling. Den nächsten Besuch sollten sich Theaterfans daher nicht entgehen lassen.
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