Schaffrath kehrt mit Oeuvre nach Linnich zurück

Von: Dorothée Schenk
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Seit Wochen wird für die erst
Seit Wochen wird für die erste große Schaffrath-Retrospektive geschraubt, gesägt und gehämmert Die bis zu 120 Kilogramm schweren Scheiben werden zum Teil in acht Metern Höhe präsentiert. Ab 19. Mai zeigt das Glasmalereimusum dieses „Universum in Glas”. Foto: D. Schenk

Linnich. „Ich brenne”, sagt Museumsleiterin Dr. Myriam Wirschowski, ihre Augen funkeln und in flammender Rede berichtet sie von der Ausstellung „Ludwig Schaffrath. Universum in Glas”. Begeisterung pur für die erste Retrospektive des im Februar 2012 verstorbenen Künstlers im Deutschen Glasmalerei-Museum Linnich, die am Samstag, 19. Mai, eröffnet wird.

Rund ein Jahr Vorbereitungszeit kostete es, 50 Spezialtransporte waren nötig, um die Werke des Alsdorfer Künstlers ins Museum zu bringen.

60 Arbeiten

Alleine der Hauptteil der Ausstellung - 27 Werke des 30-teiligen Zyklus „Schwanengesang” - wiegt rund 2000 Kilo. Teilweise in bis zu acht Metern Höhe wurden mit vierköpfiger Manneskraft die Scheiben angebracht. Insgesamt werden rund 60 Arbeiten gezeigt, darunter freie Glasbilder, Malerei auf Leinwand, Keramik, Mosaike und ein Teppich sowie die Kette für die Linnicher Sebastianus-Schützen, einer der letzten Entwürfe Schaffraths. „Wir kommen mit dieser Ausstellung räumlich, personell und körperlich an unsere Grenzen”, sagt Dr. Wirschowski.

Ein Kraftakt, der sich lohnt: Da noch unklar ist, wo der Nachlass von Ludwig Schaffrath letztlich verbleibt, haben die Besucher im Glasmalerei-Museum vielleicht die letzte Gelegenheit, das Oeuvre in dieser Vollständigkeit zu sehen. Denn in seinen letzten zwei Lebensjahren hat Ludwig Schaffrath seine Werke weitgehend wieder zusammentragen. In Tochter Ursula Schaffrath-Busch fand Dr. Myriam Wirschwoski eine entgegenkommende und kompetente Kooperationsparterin und Leihgeberin.

Ein Glücksfall für die Ausstellungsmacherin Wirschowski, die neben dem alltäglichen Brot als Museumsleiterin, zeitgleich Kuratorin, Herausgeberin des ausstellungsbegleitenden 280-Seiten-starken Buches, Mit-Autorin und natürlich auch Lektorin der Fremdartikel der Publikation ist.

Drei Werkstätten

Das Buch, dessen Titel ebenfalls „Ludwig Schaffrath. Universum in Glas” ist, geht weit über einen Ausstellungskatalog hinaus. Es enthält neben Fachartikeln zu den künstlerischen Arbeiten, der Biografie und einer Bibliografie auch ein Werkverzeichnis.

Die gute Zusammenarbeit mit den Werkstätten - Derix (Taunusstein, Kevelaer), Oidtmann (Linnich) und Peters Studio (Paderborn) - ermöglichte diese vollständige Veröffentlichung. Zusätzlich enthalten ist eine Hommage unter anderem der Schaffrath-Schüler aus England, den USA, Australien und Japan, die ihre persönlichen Erinnerungen und prägenden Erlebnisse mit dem Professor niedergeschrieben haben und zur Veröffentlichung freigaben.

Mit der Retrospektive schließt sich in Linnich ein Kreis. Als das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich 1997 aus der Taufe gehoben wurde, war Ludwig Schaffrath künstlerischer Berater. Seither hat er rege am Fortkommen des Museums teilgenommen, etwa durch die Tatsache, dass stets zwei aktuelle Werke aus dem „Schwanengesang”-Zyklus, den er 2004 nach einer schweren Operation als Alterswerk begonnen hatte, gezeigt wurden. Nun werden sie bis auf drei Werke, die nach Chicago verkauft worden waren, erstmals gemeinsam gezeigt.
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