Salingia-Sportwoche: Wilhelm Lieven ist zum letzten Mal Schirmherr

Von: hfs.
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Vor 25 Jahren konnte Hans Riesen (li.), damals als erster Vorsitzender der Salingia, Wilhelm Lieven dafür gewinnen, die Schirmherrschaft über das Fußball-Turnier zu übernehmen. Mit dem jetzigen „Silberjubiläum” endet die beschirmende Zusammenarbeit der beiden Urgesteine im Fußball. Foto: hfs.

Barmen. Nur noch wenige Tage, dann rollt in Barmen bei der Salingia der Ball zur traditionellen Sportwoche. 18 Vereine von Landes- bis hinab zur Kreisliga wetteifern an neun Tagen um den Cup, der in diesem Jahr zum 25. Mal unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Landtagsabgeordneten Wilhelm Lieven aus Spiel ausgetragen wird.

Zusammen sind sie fast 145 Jahre alt. Wilhelm Lieven, der 75-jährige Politiker, und Hans Riesen, noch 69-jähriger Metzgermeister und Ehrenvorsitzender der Salingia Barmen.

Als die beiden sich im Jahre 1985 trafen - wie so oft im Vereinslokal der Salingia, der „Velau” in Barmen, stand nach einem geselligen Abend auch ein ernstes Gespräch an. „Ich bin damals auf den Willi zugegangen, habe ihn gefragt, ob er nicht Lust hätte, auch einmal bei unserem Sportverein bei einem Turnier die Schirmherrschaft zu übernehmen.”

Lieven, damals Landtagsabgeordneter und stellvertretender Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland, sagte nicht nein. „Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu den Barmenern. Schon deshalb, weil die dortigen St. Martinusschützen rege im Dekanat mitmischten”, erinnert sich Wilhelm Lieven an die Anfänge seiner Schirmherrschaft. Dass diese einmal 25 Jahre andauern würde, daran dachte im Jahre 1985 noch keiner der Beteiligten.

Natürlich, so sagen die beiden „Macher” von damals, gab es in all den Jahren auch einmal Reibungspunkte. „Da wollte der Willi nicht mehr, es stand nichts zwischen uns beiden, aber von außen drängten sich immer mehr Stimmen ins Organisationsteam, die eigentlich, und dies sage ich im Nachhinein, nichts Nachhaltiges erreicht haben.”

Es kam der Zeitpunkt, da stand sogar eine Fusion der Salingia mit dem Nachbarn aus Merzenhausen auf der Tagesordnung. Finanziell musste die Salingia einiges stemmen. Lieven hielt zur Salingia, vermittelte das eine oder andere Gespräch, besonders in seiner Funktion als Mitglied des Sparkassen-Aufsichtsrates. So konnten noch andere Sponsoren gewonnen werden. „Wir haben unsere Krise überstanden”, sagt Hans Riesen, der von 1972 bis zum Jahre 2002 Vorsitzender des SC Salingia Barmen war.

Irgendwann einmal vor dem 90-jährigen Bestehen wurde dann seitens des Sportvereins der Wunsch an den Landtagsabgeordneten herangetragen, doch auch die Schirmherrschaft über das 100-Jährige zu übernehmen. „Ich habe wirklich lange nachgedacht, denn irgendwann muss doch einmal Schluss sein”, bekennt der bodenständige Lieven, den die Barmener Fußballer auch noch „kannten”, als Lieven sämtliche politischen Ämter aufgegeben beziehungsweise verloren hatte.

„Ich habe während meiner letzten beiden Jahre, in denen es mir gesundheitlich nicht gut ging, gemerkt, wo man wirkliche Freunde hat”, sagt ein nachdenklicher und gesundheitlich angeschlagener Lieven. „Ob Krankehuus oder Reha, die Bärmener sind immer jekumme”, blickt Lieven in Richtung Hans Riesen. Der war es auch, der dann immer den Fahrdienst organisierte, wenn der Schirmherr nicht selbst Auto fahren konnte oder durfte. „Ein großes Dankeschön an meine Frau Ria. Die hat mich nach Barmen gebracht, ich bin immer nach Hause gefahren worden.”

Wenn der Schirmherr Lieven hieß, dann beließ er es nicht dabei, nur die Siegerehrung vorzunehmen. „Nein, ich war immer zur Eröffnung der Sportwoche da, habe auch fast jeden Tag ein Spiel besucht.” Darauf legte er nach eigener Aussage immer viel Wert. So möchte er es eigentlich auch in den kommenden Tagen halten.

„Doch leider geht das nicht, gesundheitlich muss ich das eine oder andere Spiel ausfallen lassen”, kommen Wilhelm Lieven bei diesem Thema die Tränen. Wer ihn kennt weiß, dass die in diesem Zusammenhang echt sind, obwohl der geborene Müllerssohn immer „nah am Wasser” gebaut hat. „Ich bin emotional”, sagt er und fügt diesmal an Hans Riesen gewandt hinzu, „dass dies meine wirklich allerletzte Schirmherrschaft ist.”

Beide wissen, dass mit dieser Sportwoche eine lange Ära zu Ende geht. Eine Ära, die beide aber nicht missen wollen und werden.
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